Der äußere Blitzschutz – was gehört zum Blitzableiter?

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Beim Blitzschutz denkt man zuerst und auch zu Recht an den Blitzableiter. Die Fachleute sprechen in dem Zusammenhang vom äußeren Blitzschutz. Dahinter steckt allerdings mehr als ein dickes Metallkabel vom Dachfirst bis zum Fundament. Alles, was man über den Blitzableiter wissen muss, steht hier.

Die Fangeinrichtung gehört an die höchste Stelle des Hauses © borzywoj, stock.adobe.com
Die Fangeinrichtung gehört an die höchste Stelle des Hauses © borzywoj, stock.adobe.com

Hier schlägt es ein – die Fangeinrichtung

Was sind die wichtigsten Bestandteile des äußeren Blitzschutzes. Da ist zunächst die Fangeinrichtung. Diese wird in der Regel an der höchsten Stelle des Hauses installiert und soll den Blitz anziehen. Damit er eben nicht an eine andere Stelle im Haus einschlägt. Im Wesentlichen handelt es sich um senkrecht montierte Stangen aus Metall. Verwendet werden Kupfer, bestimmte Aluminiumlegierungen oder verzinkter Stahl.

Extra-Info: Unmittelbar um eine geerdete Fangeinrichtung finden schwache Gasentladungen statt, die die Luft rund um die Fangeinrichtungen teilweise ionisieren. Es ist diese ionisierte Luft, die die Blitze eigentlich anziehen, die dann mit großer Wahrscheinlichkeit in die Fangeinrichtung einschlagen.

Am Haus vorbei – der Ableiter

Die zweite Komponente des Blitzschutzes ist der Ableiter. Das ist das Metallkabel, das an der Hauswand entlang nach unten führt und den Blitz am Haus vorbei. Es kommt dabei das Prinzip des Faradayschen Käfigs zum Einsatz. Sitzt man, um im Bild zu bleiben, in einem Metallkäfig, wird jeder Blitz ungefährlich für die Person im Innern abgeleitet.

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Hier fließt es ab – der Erder

Irgendwo muss die elektrische Energie des Blitzes natürlich hin, und das Ziel ist der Erdboden. Deshalb mündet Ableiter in die dritte Komponente, den Erder. Man kann zwischen Bodenerder und Fundamenterder unterscheiden – gemeinsam ist diesen, dass sie den Blitz in den Boden ableiten und somit für das Gebäude unschädlich machen.

Extra-Info: Erfunden hat den Blitzableiter bereits im Jahre 1752 der amerikanische Physiker Benjamin Franklin – der allerdings durch seine politische Tätigkeit bekannt geworden ist. Das Prinzip des Blitzableiters ist bis heute unverändert.

In der Realität ist die gesamte Konstruktion oft komplizierter, als es bis hierher erscheinen mag. Bei kleinen Wohnhäusern mag es ausreichen, wenn der äußere Blitzschutz aus der Fangeinrichtung, einem Kabel als Ableiter und einem Erder besteht. Bei größeren Gebäuden muss dies zu einem größeren System ausgebaut werden, vor allem mit mehreren Ableitungen.

Wie viele Ableitungen es geben muss, hängt von der Größe und den Abmessungen des Gebäudes ab, aber auch von seiner Nutzung. Das ist ein Thema für Fachplaner, es gibt gesetzliche Vorgaben. Für den einfachen Hausgebrauch kann man aber alle Dachaußenkanten in Metern zusammenrechnen, das Ergebnis durch 20 teilen und zum Ergebnis eine Eins addieren. Das rundet man auf oder ab und erhält die Zahl der notwendigen Ableitungen. Sie sollen in gleichen Abständen voneinander installiert werden.

Ableitungen führen zumeist senkrecht an den Hauswänden entlang. Bei Gewitter kann es dort gefährlich sein © MATTHIAS BUEHNER, stock.adobe.com
Ableitungen führen zumeist senkrecht an den Hauswänden entlang. Bei Gewitter kann es dort gefährlich sein © MATTHIAS BUEHNER, stock.adobe.com

Die Erdungsanlage schließlich leitet den Blitz von der Ableitung in den Boden ab. Zu diesem Zweck müssen alle Ableitungen mit dem Erder verbunden sein. Gebräuchlich sind ringförmige Fundamenterder entweder im Fundament oder darunter. Sind diese Fundamente allerdings durch eine Dämmung oder durch Bitumenanstrich gegenüber dem Erdboden isoliert, muss die Blitzschutzanlage durch einen Erder ergänzt werden, der direkt mit dem Erdboden verbunden ist. Dieser Erder muss mindestens 50 Zentimeter tief in den Boden reichen.

Hinweis: Gelegentlich wird im Fundament statt des üblichen Baustahls eine Armierung aus Kohlefaserwerkstoff verwendet. In diesem Fall dürfen Blitzableiter nicht angeschlossen werden, ein Fundamenterder im Fundament ist bei dieser Variante keine zulässige Technik.

Achtung Überschlag

Beim Bau von Blitzableitern gibt es einige technische Spezialitäten zu berücksichtigen. So dürfen Fang- und Ableitungseinrichtungen nicht zu dicht an der Hauswand entlang verlegt werden. Sonst kann der Blitz auf die Wände überschlagen und sich doch seinen Weg durch das Haus suchen. Ein solcher Gleitüberschlag entwertet den Blitzschutz wenigstens teilweise. Verringert werden kann das Risiko eines solchen Gleitüberschlages durch hochspannungsfeste Leitungen. Generell sind Ableiter senkrecht zu installieren.

Blitze sind eine Gefahr für jedes Gebäude. Aber ein Schutz ist nicht für alle vorgeschrieben © Tom Bayer, stock.adobe.com
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