Brotkäfer: So werden Sie den Vorratsschädling los

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Fliegt ein kleiner, brauner Käfer in der Küche herum? Achtung, es könnte ein Brotkäfer sein! Als Kulturfolger fühlt er sich in unseren Vorratsschränken wohl, dabei verunreinigen seine Larven Lebensmittel. Lesen Sie in unserem Text, wie Sie Brotkäfer von anderen Vorratsschädlingen unterscheiden und wie Sie bei einem Befall richtig reagieren.

Steckbrief Brotkäfer: die wichtigsten Informationen
Steckbrief Brotkäfer: die wichtigsten Informationen

Was fressen Brotkäfer?

Der Brotkäfer (Stegobium paniceum) gehört wie der Gemeine Nagekäfer zu der Familie der Nagekäfer. Anders als letzterer befallen seine Larven jedoch kein Holz, sondern stärkehaltige Lebensmittel.

Die Schädlinge leben zurückgezogen an dunklen Orten, beispielsweise in Wandspalten und hinter Hängeschränken, jedoch immer in der Nähe von Lebensmittelvorräten. Sie überleben aber auch draußen bei leichtem Frost. Ein Befall erfolgt in der Regel, indem man unbemerkt kontaminierte Lebensmittel ins Haus trägt. Erwachsene Käfer können außerdem durch offene Fenster hereinfliegen.

Zu den Lieblingsspeisen der Brotkäferlarven zählen nicht nur Brot und Kekse, Getreide, Kakao und Teigwaren, sondern auch Hülsenfrüchte, Samen und Kräuter. Im englischsprachigen Raum sind sie daher als Drugstore Beatles bekannt, weil sie gerne Apotheken befallen. Ihrer Vorliebe für Papier und Pappe verdanken sie dagegen die Bezeichnung „Bücherwürmer“.

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Wie sehen Brotkäfer aus?

Die ausgewachsenen Käfer zeichnen sich durch einen ovalen Körper, eine braune Behaarung und wie alle Nagekäfer durch ein kapuzenartiges Halsschild aus. Sie erreichen eine Länge von 2 bis 3 Millimetern und lassen sich dadurch gut von anderen Vorratsschädlingen wie beispielsweise Küchenschaben unterscheiden. Während ihrer kurzen Lebenszeit fressen sie nicht.

Brotkäfer lassen sich an ihrer braunen, einheitlichen Farbe und an ihrer Behaarung gut erkennen © Tomasz, stock.adobe.com
Brotkäfer lassen sich an ihrer braunen, einheitlichen Farbe und an ihrer Behaarung gut erkennen © Tomasz, stock.adobe.com

Die weißlichen Larven benötigen dagegen für ihr Wachstum Stärke oder Zellulose. Sie werden um die 5 Millimeter lang, ihr Körper ist gekrümmt und von Haaren bedeckt. Mit drei bis neun Monaten verpuppen sie sich und bilden einen Kokon, aus dem sie nach einigen Monaten als fertige Käfer schlüpfen.

Generell ist die Dauer des Lebenszyklus temperaturabhängig, wobei das Optimum bei circa 22 Grad und 65 Prozent Luftfeuchtigkeit liegt. Unter 15 Grad vermehren sich die Schädlinge nicht mehr. Die erwachsenen Käfer fliegen meist weg, dadurch breitet sich der Befall räumlich aus. Bei günstigen Bedingungen entstehen in einem Jahr bis zu neun Generationen.

Brotkäfer (Stegobium paniceum)
Größe2-3 mm
NahrungBrot
Lebenserwartungca. 12 Wochen
Merkmaleovaler Körper, dreieckiger Kopf, seitliche Augen

Wie erkenne ich einen Brotkäferbefall?

Anders als viele andere Schädlinge fliegen Brotkäfer gerne. Schwirren einige Insekten in der Küche oder in der Nähe der Speisekammer eines Lebensmittelbetriebs herum, kann man davon ausgehen, dass sie sich schon ausgebreitet haben. Auf diese Hinweise sollten Sie außerdem achten:

Woran Sie einen Brotkäferbefall ganz leicht erkennen können
Woran Sie einen Brotkäferbefall ganz leicht erkennen können
  • Larven in den Vorräten – entdecken Sie weiße Maden in Lebensmitteln, nehmen Sie sie unter die Lupe. Der Brotkäfer ist nicht der einzige Schädling, dessen Larven Getreide- und Teigwaren befallen. Im Vergleich zu den Larven der Lebensmittelmotte sind Brotkäferlarven jedoch behaart, gekrümmt und kürzer (ca. 5 Millimeter gegen 15–17 Millimeter).
  • Gespinste – weiße Fäden, die an Spinnweben erinnern sowie leere Kokons stellen ein weiteres Anzeichen für eine Brotkäferplage dar. Doch auch hier ist Vorsicht geboten: Lebensmittelmotten hinterlassen ebenfalls Gespinste und leere Hüllen. Betroffene sollten daher nach den erwachsenen Insekten Ausschau halten, um zu beurteilen, woher die Hinterlassenschaften kommen.
  • Löcher in Verpackungen – kleine, runde Ausflugslöcher in Papiertüten deuten auf Brotkäfer. Sie entstehen vor allem, wenn die ausgewachsenen Käfer herausfliegen. Zwar bahnen sich auch Lebensmittelmotten ihren Weg durch die Verpackungen, jedoch indem sie unter Deckel kriechen. Kakerlaken beißen sich auch durch Plastik und Papier, ihre Löcher sind jedoch größer und nicht zwingend rund.
Brotkäferlarven fühlen sich in Mehl- und Samensäcken besonders wohl © Yashkin Ilya, stock.adobe.com
Brotkäferlarven fühlen sich in Mehl- und Samensäcken besonders wohl © Yashkin Ilya, stock.adobe.com

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Brotkäfer bekämpfen: Diese Methoden helfen

Brotkäfer stechen und beißen nicht, auch gelten sie nicht als Krankheitsüberträger. Die Kokons, die Gespinste und der Kot ihrer Larven verursachen aber mitunter Allergien. Haben Sie Hinweise auf einen Befall entdeckt, sollten Sie nicht zögern, Maßnahmen zu ergreifen. Mit diesen Tricks werden Sie die Plage ganz ohne Chemie los:

  • Befallene Vorräte entsorgen – bei Gespinsten beispielsweise im Brot, im Tee oder in der Mehltüte gilt nur eins: Lebensmittel wegwerfen, um Magen-Darm-Erkrankungen zu verhindern. Intakt aussehende Lebensmittel backen Sie zur Sicherheit bei 60 Grad oder, falls nicht möglich, legen Sie einen Tag in die Tiefkühltruhe. Damit sterben eventuell übersehene Eier auf jeden Fall ab.
  • Lebensmittel korrekt aufbewahren – füllen Sie bei einem Befall alle intakten Teigwaren, Getreideprodukte, Gewürze und Hülsenfrüchte in Einweckgläser, luftdichte Kunststoffbehälter oder Metalldosen um. Damit erledigt sich der Befall von selbst, da die Larven ohne Nahrung verenden. Papier- und Plastiktüten reichen dagegen nicht aus, weil die Tiere sich mit ihren starken Kauwerkzeugen durchbeißen. Vermeiden Sie auch bei Backwaren lose Papiertüten. Besser ist ein verschließbarer Brotkasten.
  • Im Bücherregal nachschauen – die Larven lieben nicht nur Getreide, sondern auch Pappe und Papier. Überprüfen Sie daher alle Bücher, Kartons und Fotoalben auf Nagespuren. Befallene Gegenstände wickeln Sie in Folie und lassen Sie für eine Woche in der Tiefkühltruhe, um alle Schädlinge abzutöten.
  • Gründlich reinigen – Genauso wie gegen andere Lebensmittelschädlinge ist eine gründliche Hygiene die beste Waffe. Halten Sie Fußböden und Schränke frei von Krümeln und kontrollieren Sie regelmäßig Speisekammern und Lagerräume.
  • Ausmaß des Befalls abschätzen – im Handel finden Sie speziell für Nagekäfer entwickelte Pheromonfallen mit Klebestreifen, die die Männchen locken. Zusätzlich verströmen manche einen Fraßlockstoff, der auch Weibchen anzieht. Damit weisen Sie einen Befall zweifelsfrei nach. Da sie auf die ausgewachsenen Käfer und nicht auf die Larven abzielen, eignen sich die Fallen jedoch nicht, um die Schädlinge komplett zu eliminieren.

Hinweis: Insektensprays aus der Drogerie enthalten giftige Chemikalien und eignen sich daher nicht für den Einsatz in der Nähe von Lebensmittelvorräten.

Lagererzwespen: Nützliche Parasiten gegen Brotkäfer

Erweisen sich die oben vorgestellten Strategien als erfolglos, lohnt es sich, im Kampf gegen die Brotkäfer die biologische Schädlingsbekämpfung auszuprobieren. Lagererzwespen (Lariophagus distinguendus) aus der Familie der Erzwespen leben parasitär, da ihre Larven sich von den Käferlarven ernähren. Die zwei Millimeter langen Wespen stechen nicht und verschwinden von selbst, nachdem sie alle Brotkäferlarven beseitigt haben.

Die Lagererzwespen spüren die Brotkäferlarven auf und helfen Ihnen bei der biologischen Schädlingsbekämpfung
Die Lagererzwespen spüren die Brotkäferlarven auf und helfen Ihnen bei der biologischen Schädlingsbekämpfung

Die im Handel erhältlichen Kunststoffröhren enthalten 20 bis 40 Wespen, die für ein Gebiet von 10 bis 15 Quadratmetern reichen. Geöffnet werden sie nach der Ankunft in der Nähe der betroffenen Stellen, sodass die Tierchen sich verteilen können. Meist ist es notwendig, die Behandlung mehrmals zu wiederholen, um alle Eier zu vernichten.

Erwachsene Hausbockkäfer leben nur in der Zeit von Juni bis August © Henrik Larsson, stock.adobe.com
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