Klimaanlagen für Wohnungen und Wohnhäuser im Überblick

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Welche Arten gibt es?

Im Sommer heizen sich auch Innenräume zunehmend auf. Selbst heruntergelassene Rollladen und geschlossene Fenster können dann nicht verhindern, dass die Temperaturen in der Wohnung oder am Arbeitsplatz unerträglich ansteigen. Kühlt es dann selbst in der Nacht nicht deutlich ab, kann das nicht nur schlaflose Nächte, sondern auch weitere gesundheitliche Probleme zur Folge haben. Besonders gefährdet sind kleine Kinder, Senioren, Menschen mit Vorerkrankungen und natürlich auch Haustiere wie Katze, Hund, Vogel oder Nager.

Sommerliche Hitze ohne adäquate Kühlung kann für viele Menschen gesundheitliche Probleme zur Folge haben © fizkes, stock.adobe.com
Sommerliche Hitze ohne adäquate Kühlung kann für viele Menschen gesundheitliche Probleme zur Folge haben © fizkes, stock.adobe.com

Um trotz sommerlicher Hitze einen kühlen Kopf zu bewahren, kann eine Klimaanlage in der Wohnung installiert werden. Günstige Modelle sind im Baumarkt erhältlich, größere Anlagen plant und installiert ein Fachbetrieb. Unabhängig von der Größe funktionieren Klimaanlagen für zu Hause (wie auch andere Kühlgeräte, z. B. Kühlschränke oder Kühltruhen) alle nach dem gleichen Prinzip.

Funktionsweise von Kühl- und Klimaanlagen

In einem geschlossenen Leitungssystem mit einer großen Oberfläche zirkuliert ein Kältemittel. Im gasförmigen Aggregatzustand nimmt es die Wärme aus der Umgebungsluft auf, während es durch die Kühlschlangen strömt. Ein Kompressor (Verdichter) saugt das warme, gasförmige Kühlmittel an und verdichtet es unter hohem Druck, bevor es in den Kondensator gepresst wird, wo das Kühlmittel mithilfe der Umgebungsluft heruntergekühlt wird. Anschließend wird die heruntergekühlte Kühlflüssigkeit durch ein Expansionsventil an den Verdampfer geleitet, wo es erneut der Raumluft Wärme entzieht.

Kältemittel in Split-Klimaanlagen sind sehr klimaschädlich, daher dürfen Arbeiten an einer solchen Anlage nur von Spezialisten ausgeführt werden © Nonthanat, stock.adobe.com
Kältemittel in Split-Klimaanlagen sind sehr klimaschädlich, daher dürfen Arbeiten an einer solchen Anlage nur von Spezialisten ausgeführt werden © Nonthanat, stock.adobe.com

Zwar arbeiten alle Klimaanlagen für die Wohnung nach diesem Prinzip, dennoch gibt es große Unterschiede in der technischen Umsetzung. Am günstigsten sind mobile Klimaanlagen ohne Außengerät, auch Monoblock-Klimaanlagen genannt. Technisch aufwendiger (und teurer) sind mobile Klimaanlagen mit Außengerät sowie Split-Klimaanlagen, die dafür jedoch einige Vorteile bieten. Im Folgenden stellen wir Ihnen die verschiedenen Bauformen von Klimaanlagen für Wohnungen und Wohnhäuser mit ihren spezifischen Besonderheiten sowie Vor- und Nachteilen vor.

Ein naheliegender Gedanke bei der Anschaffung einer neuen Klimaanlage ist, diese nicht nur im Hochsommer zum Kühlen, sondern auch im Winter als Heizunterstützung zu nutzen. Möglich machen das Klimaanlagen mit Heizfunktion, die wir Ihnen im Anschluss ebenfalls genauer vorstellen.

Smarte Klimaanlagen bieten nicht nur mehr Komfort, sondern auch eine höhere Energieeffizienz © Nicholas F/peopleimages.com, stock.adobe.com
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Mobile Klimaanlage ohne Außengerät/Monoblock

Eine mobile Klimaanlage ohne Außengerät (Monoblock-Klimaanlage) kann überall aufgestellt und in Betrieb genommen werden. Dazu muss zunächst der Abluftschlauch durch einen Spalt in Fenster oder Tür nach draußen geführt werden, um die warme Abluft der Klimaanlage abzuleiten. Wird dieser Durchgang nicht effizient gedämmt, erhöht sich der Stromverbrauch einer solchen Klimaanlage unnötig, denn durch die dauerhafte Öffnung dringt ständig warme Umgebungsluft nach innen, sodass die Klimaanlage im schlimmsten Fall permanent arbeiten muss.

Eine vermeintliche Alternative ist ein kleiner Mauerdurchbruch, durch den der Abluftschlauch geführt wird. Wenn dieser tatsächlich vollständig abgedichtet wird, kann zwar an dieser Stelle keine warme Luft eindringen, es wird jedoch gleichzeitig ein Unterdruck im Raum erzeugt, der dazu führt, dass Luft von außerhalb angesaugt wird.

Eine mobile Klimaanlage ohne Außengerät kann flexibel aufgestellt werden, ihre Effizienz ist jedoch geringer als fest installierte Anlagen © Pavel Vorobev, stock.adobe.com
Eine mobile Klimaanlage ohne Außengerät kann flexibel aufgestellt werden, ihre Effizienz ist jedoch geringer als fest installierte Anlagen © Pavel Vorobev, stock.adobe.com

Jede Klimaanlage verursacht im Betrieb ein gewisses Arbeitsgeräusch, das umso lauter wird, je stärker die Anlage arbeitet. Bei einem Monoblock befinden sich Kondensator und Verdampfer in einem Gehäuse, der Lärm entsteht also direkt am Gerät. Wie hoch die Lärmemission ist, müssen Hersteller von Klimaanlagen für die Wohnung mit auf dem Energielabel ausweisen. Leise Geräte verursachen nicht mehr als 50 dB (Dezibel), lautere können auch 70 dB oder mehr unter Volllast erzeugen.

Leider ist die Effizienz von mobilen Klimaanlagen ohne Außengerät vergleichsweise eher gering, daher eignen sie sich nur für kleine Räume von 10 bis 15 m² und benötigen zudem – das zeigen Tests u. a. von Stiftung Warentest immer wieder – deutlich länger dafür, die Luft in einem Raum auf die gewünschte Temperatur herunterzukühlen, als ein Splitgerät. Das wirkt sich natürlich direkt auf die Betriebskosten aus, denn eine längere Laufzeit bedeutet mehr Stromverbrauch und damit höhere Energiekosten.

Ein geringer Stromverbrauch und eine hohe Energieeffizienz halten die laufenden Kosten für eine Klimaanlage in der Wohnung niedrig © Audrius Merfeldas, stock.adobe.com
Ein geringer Stromverbrauch und eine hohe Energieeffizienz halten die laufenden Kosten für eine Klimaanlage in der Wohnung niedrig © Audrius Merfeldas, stock.adobe.com

Eine mobile Klimaanlage ohne Außengerät bietet jedoch auch einige Vorteile: So kann die Klimaanlage in der Wohnung nahezu überall installiert und betrieben werden, sie ist also besonders flexibel in der Nutzung. Auch ist die Installation schnell und ohne Unterstützung durch einen Fachhandwerker möglich, einfach Abluftschlauch nach außen führen, Stecker einstecken, fertig.

Auch muss der Vermieter einer nachgerüsteten Klimaanlage in der Wohnung nicht zustimmen, da hierfür keine baulichen Veränderungen erforderlich sind. Und auch die Nachbarn werden durch das Betriebsgeräusch eines Monoblocks nicht gestört.

Mobile Klimaanlage ohne Außengerät/Monoblock

Vorteile

  • keine feste Installation erforderlich
  • schnelle Inbetriebnahme
  • günstiger Anschaffungspreis
  • keine baulichen Anpassungen erforderlich
  • keine Lärmemission nach Außen
  • ohne Einwilligung des Vermieters nachrüstbar

Nachteile

  • deutlich vernehmbares Betriebsgeräusch
  • hoher Energieverbrauch
  • nur für kleine Räume geeignet
  • hohe Betriebskosten

Mobile Klimaanlage mit Außengerät

Eine mobile Klimaanlage mit Außengerät stellt eine Mischung aus (mobilem) Monoblock mit nach außen geführtem Abluftschlauch und (fest installierter) Split-Klimaanlage dar. Sie besteht aus einem Klimagerät, das in dem zu klimatisierenden Raum aufgestellt wird und einer separaten Einheit, die z. B. den (lauten) Kompressor beinhaltet und außerhalb des Raumes aufgestellt oder montiert werden kann. Verbunden sind beide Teile über einen dünnen Abluftschlauch.

Die Vorteile einer mobilen Klimaanlage mit Außengerät ergeben sich vor allem dann, wenn das Außengerät einfach auf der Terrasse oder dem Balkon abgestellt werden kann. In diesem Fall ist es nicht erforderlich, vor der Installation der Klimaanlage in der Wohnung den Vermieter um Erlaubnis zu bitten, denn es müssen keine baulichen Veränderungen an der Fassade oder in der Wohnung vorgenommen werden.

Bei einer mobilen Anlage mit Außengerät wird der Kompressor an der Fassade montiert, die Verbindung zum Endgerät erfolgt über einen dünnen Schlauch © W PRODUCTION, stock.adobe.com
Bei einer mobilen Anlage mit Außengerät wird der Kompressor an der Fassade montiert, die Verbindung zum Endgerät erfolgt über einen dünnen Schlauch © W PRODUCTION, stock.adobe.com

Im Vergleich zu einem Monoblock ist die wahrnehmbare Lärmemission deutlich geringer, denn das laute Außengerät befindet sich nicht im gleichen Raum. Dennoch sollten Sie auch bei diesen Modellen auf die Lärmemission auf dem Energielabel achten und ein möglichst leises Modell wählen. Denn gerade in den Abend- und Nachtstunden könnten sich auch die Nachbarn durch eine sehr laute Klimaanlage gestört fühlen.

Auch die vergleichsweise geringen Kosten für die Anschaffung sind ein Argument für die mobile Klimaanlage mit Außengerät. Die Effizienz ist etwas besser als bei einer Klimaanlage ohne Außengerät, da der dünne Abluftschlauch nur einen kleinen Durchbruch benötigt und somit weniger warme Außenluft in den eigentlich zu kühlenden Raum gelangen kann. Dennoch reicht die Leistung solcher Geräte meist nur für die Klimatisierung von kleinen Räumen und benötigt im Vergleich mit einer Split-Klimaanlage deutlich länger, was sich auch in den Betriebskosten niederschlägt.

Mobile Klimaanlage mit Außengerät

Vorteile

  • Einwilligung des Vermieters nicht erforderlich bei Nutzung auf Balkon/Terrasse
  • keine baulichen Anpassungen erforderlich (bei Balkon/Terrasse)
  • günstiger Anschaffungspreis
  • schnelle Inbetriebnahme

Nachteile

  • deutlich vernehmbares Betriebsgeräusch
  • hoher Energieverbrauch
  • nur für kleine Räume geeignet
  • hohe Betriebskosten

Split-Klimaanlagen

Splitgeräte bestehen aus zwei Komponenten, dem Kühlgerät im Zimmer und dem Kompressor, der an der Außenwand angebracht wird. Die Verbindung zwischen beiden wird durch ein Rohr ermöglicht, das durch einen Wand- oder Deckendurchbruch mit dem außenliegenden Kompressor verbunden wird. Neben Singlesplit-Klimaanlagen können auch Multisplit-Klimaanlagen realisiert werden, mit denen gleich mehrere Räume unabhängig voneinander klimatisiert werden. Hierzu muss in jedem zu klimatisierenden Raum ein Innengerät installiert und über Leitungen (Strom, Kühlmittel) mit dem außen montierten Kompressor verbunden werden.

Eine Split-Klimaanlage besteht aus zwei getrennten Komponenten (innenliegende Kühleinheit, außenliegender Kompressor) und nutzt ein besonders effizientes Kältemittel © T.Kum, stock.adobe.com
Eine Split-Klimaanlage besteht aus zwei getrennten Komponenten (innenliegende Kühleinheit, außenliegender Kompressor) und nutzt ein besonders effizientes Kältemittel © T.Kum, stock.adobe.com

Spilt-Klimaanlagen sind deutlich teurer in der Anschaffung und müssen von einer Fachfirma angeschlossen und regelmäßig gewartet werden, dafür ist ihre Effizienz im Vergleich zu mobilen Klimaanlagen für die Wohnung erheblich höher. Damit sind Splitgeräte auch gut für große Räume geeignet, die sie zudem deutlich schneller herunterkühlen. Das ist möglich, da in Splitgeräten spezielle Kältemittel (sog. F-Gase) eingesetzt werden, die anders als die bei Monoblock-Geräten genutzten Kältemittel deutlich mehr Energie speichern und abgeben können.

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Moderne Split-Klimaanlagen für die Wohnung ermöglichen nicht nur, die Luft abzukühlen, sondern bieten auch zusätzlichen Komfort, etwa durch Bewegungssensoren, die verhindern, dass Personen im Raum dauerhaft direkt dem Strom der kühlen Luft ausgesetzt sind. Auch können die Anlagen per App gesteuert oder direkt in ein Smart-Home-Konzept eingebunden werden. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn es sich nicht um eine Singlesplit-Klimaanlage handelt (bei der eine Außeneinheit mit einer Inneneinheit verbunden ist), sondern um eine Multisplit-Anlage, die in jedem Raum ein individuelles Klima sicherstellen soll.

Split-Klimaanlagen

Vorteile

  • geringe Geräuschentwicklung in Innenraum
  • energie- und kosteneffizient
  • für große Räume geeignet
  • Sensorsteuerung vermeidet Zugluft
  • Einbindung in Smart-Home möglich
  • Klimatisierung von mehreren Räumen möglich

Nachteile

  • hohe Anschaffungskosten
  • hoher Installationsaufwand
  • Geräuschentwicklung am Kompressor
  • Genehmigung des Vermieters erforderlich
  • regelmäßige Wartung erforderlich

Klimaanlage mit Heizfunktion

Auch wenn gefühlt (und auch statistisch belegt) die Sommer in Deutschland immer wärmer werden, leben wir dennoch in einer gemäßigten Klimazone. Das bedeutet unter anderem, dass eine Klimaanlage, die nur an Hitzetagen betrieben wird, die meiste Zeit im Jahr nicht genutzt wird. Eine Klimaanlage mit einem reversiblen (umkehrbaren) Kältemittelkreislauf ermöglicht dagegen eine deutlich intensivere Nutzung, denn sie kann die Luft nicht nur herunterkühlen, sondern auch erwärmen. So kann die Klimaanlage im Winter oder in der Übergangszeit als Heizung fungieren.

Eine Klimaanlage mit Heizung kann jedes gewünschte Raumklima erzeugen © Pokoman, stock.adobe.com
Eine Klimaanlage mit Heizung kann jedes gewünschte Raumklima erzeugen © Pokoman, stock.adobe.com

Die Anforderungen sind bei einer solchen Klimaanlage vergleichbar mit denen anderer Splitanlagen: Auch hier wird pro Endgerät (zum Kühlen und Heizen) ein Mauerdurchbruch gemacht werden, um die Leitungen von und zum Kompressor verlegen zu können. Daher müssen Mieter vor der Installation einer solchen Klimaanlage mit Heizfunktion die Zustimmung des Vermieters einholen. Auch sollten Sie – egal, ob als Mieter, Vermieter oder Bauherr – bei der Auswahl besonders auf die Geräuschentwicklung achten und eine möglichst leise Anlage wählen, um Ärger mit den Bewohnern und Nachbarn zu vermeiden.

Klimaanlage mit Heizfunktion

Vorteile

  • Raum kann nicht nur gekühlt, sondern auch geheizt werden
  • Unterstützung der Zentralheizung
  • schnelle Erwärmung des Raumes möglich
  • Optimierung von Luftfeuchtigkeit und Luftqualität

Nachteile

  • hohe Anschaffungskosten
  • hoher Installationsaufwand
  • zusätzliche Stromkosten
  • Geräuschentwicklung am Kompressor
  • Genehmigung des Vermieters erforderlich
  • regelmäßige Wartung erforderlich
Neben dem Preis sollte vor allem die benötigte Leistung bei der Kaufentscheidung berücksichtigt werden © hedgehog94, stock.adobe.com
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