Strom im Garten – darauf kommt es an

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Es gibt viele gute Gelegenheiten, draußen elektrischen Strom aus der Leitung zu brauchen. Der Rasenmäher ist nur eines von vielen Gartengeräten, die mit Strom betrieben werden können. Außerdem können Lampen, Lichterketten, Elektrogrills und viele andere Dinge angeschlossen werden. Auch ein W-LAN-Repeater ist für immer mehr Leute im Garten wichtig. Mit anderen Worten: Eine Außensteckdose ist eine prima Sache. Aber wer eine solche installieren möchte, der muss einige Besonderheiten beachten.  Hier steht, worauf es ankommt.

Außensteckdosen müssen besonders geschützt sein
Außensteckdosen müssen besonders geschützt sein
Licht im Garten ist eine schöne Sache – aber nicht ganz unkompliziert bei der Einrichtung © Robert Kneschke, stock.adobe.com
Licht im Garten ist eine schöne Sache – aber nicht ganz unkompliziert bei der Einrichtung © Robert Kneschke, stock.adobe.com

Der Garten ist wie ein Feuchtraum

Das beginnt bei den Materialien. Vom Kabel bis zur Steckdose, alles muss für den Einsatz im Freien geeignet sein. Denn alles ist den verschiedensten Witterungseinflüssen ausgesetzt – Feuchtigkeit, Sonne, Temperaturschwankungen. Und das in einem ganz anderen Maße als im Haus. Das gute ist, dass es Installationsmaterial gibt, das für den Einsatz im Freien zugelassen ist. Genau dieses sollte man verwenden – und alles andere nicht. Generell kann man sagen, dass im Außenbereich für den Elektriker die gleichen Anforderungen zu erfüllen sind wie in einem Feuchtraum.

Oft ist zu sehen, dass am Wochenende für den Grill oder den Rasenmäher mit Verlängerungskabeln oder Kabeltrommeln hantiert wird. Da diese Kabel nicht dauerhaft verlegt werden, ist dies weder von der Genehmigung her noch sicherheitstechnisch ein Problem. Immerhin, eine Kabeltrommel muss auf jeden Fall abgedeckt werden, wenn es plötzlich Regen gibt. Und praktisch ist es nicht.

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Auch als Hingucker – die Energiesäule

Eine gute Lösung dagegen sind sogenannte Energiesäulen, die zumeist mehrere Steckdosen für elektrische Geräte beinhalten und selbstverständlich den Vorschriften entsprechen. In manchen dieser Säulen ist auch eine Lampe integriert. Die Energiesäulen können – und müssen – auf nahezu jedem Untergrund standsicher befestigt werden.

Nicht mit Strom versorgt werden dürfen von einer Energiesäule aus dauerhaft installierte elektrische Geräte wie die Pumpe für den Gartenteich oder der Motor für das ferngesteuerte Garagentor. Diese müssen in einem eigenen Stromkreis an die Hausinstallation angeschlossen werden, brauchen also ein eigenes Kabel zum Hauptverteiler.

Elektroinstallation im Garten: Vorschriften beachten
Elektroinstallation im Garten: Vorschriften beachten

Auf die Kabel kommt es an

Ob es nun zu einer Energiesäule führt oder zum Springbrunnen im Gartenteich – auch das Kabel für den Außenbereich muss bestimmte Anforderungen erfüllen. Es dürfen ausschließlich Kabel mit der Bezeichnung NYY-I verwendet werden. Jede Ader muss einen Querschnitt von mindestens 1,5 mm² haben, sofern die Länge des Kabels nicht 13 m überschreitet oder die Dauerbelastung nicht 2,8 kW überschreitet. Diese sind etwas dicker als die Kabel, die im Haus verlegt werden, und werden auch als Erdkabel bezeichnet.

Welches Kabel für welches Gerät im Garten
Welches Kabel für welches Gerät im Garten

Verlegt wird dieses im Erdreich, gerne in einem Sandbett, während Steine rundum zu vermeiden sind. Dabei sollen sie mindestens 60 Zentimeter unter der Erdoberfläche liegen, damit sie vor Frost, aber auch vor dem Spaten und anderen Gartengeräten geschützt sind. Über dem Kabel sollte ein rot-weißes Warnband aus PVC vergraben werden, und man kann die Leitung auch noch durch eine Reihe Ziegelsteine schützen.

Es ist nicht verpflichtend, aber eine Möglichkeit, Kabelschutzrohre zu verwenden, durch die das Erdkabel läuft. Das verursacht zusätzliche Kosten und erhöht den Aufwand. Es schützt aber die Kabel vor äußeren Einwirkungen. Und es erleichtert den Austausch der Kabel, wenn es zu einem späteren Zeitpunkt notwendig oder sinnvoll sein sollte. Das kann der Fall sein, wenn die vorhandenen für zusätzlich installierte Geräte nicht mehr ausreichend sind.

Erdkabel im Kabelschutzrohr – aber nicht tief genug verlegt © Stefanie, stock.adobe.com
Erdkabel im Kabelschutzrohr – aber nicht tief genug verlegt © Stefanie, stock.adobe.com

Steckdosen wiederum müssen zwingend einen Klappdeckel haben. Zum Schutz vor unerlaubten Manipulationen etwa durch ungebetene Besucher kann man abschließbare Steckdosen verwenden. Allerdings scheuen manche den Aufwand, irgendwo einen Schlüssel zu deponieren und diesen dann auch zu holen, wenn draußen Strom gebraucht wird. Das sollte man bedenken, bevor man die zusätzlichen Kosten für abschließbare Dosen in Kauf nimmt.

Auf die Prüfzeichen achten

Auch bei den Leuchten gilt, dass nicht alle für den Einsatz im Freien geeignet und zugelassen sind. Sie müssen der Norm DIN EN 60598 entsprechen und das VDE-Prüfzeichen haben. Zumeist reicht die Schutzart IP44 aus – diese Lampen sind geschützt gegen Spritzwasser und gegen das Eindringen von Fremdkörpern, die kleiner sind als ein Millimeter. Bei Bodeneinbauspots wird allerdings die Schutzart IP67 empfohlen – dann vertragen diese Spots sogar ein vollständiges Untertauchen.

Anforderungen für Energiesäulen im Außenbereich
Anforderungen für Energiesäulen im Außenbereich

Eine spezielle Vorschrift gibt es für Lichterketten und alle anderen Leuchtanlagen mit aufgesetzten Lampenfassungen. Diese müssen so montiert sein, dass die Öffnung nach unten zeigt und sich auch nicht durch Wind oder andere Einflüsse in eine andere Position bringen lassen. Nur so kann sichergestellt sein, dass kein Wasser eindringt.

Auf der Hand liegt natürlich, dass der Strom in einem Kabel irgendwie von der zentralen Verteilung im Haus durch die Wand ins Freie kommen muss. Man braucht eine Kabeldurchführung. Zu diesem Zweck bohrt man ein Loch durch die Hauswand, am besten mit einem leichten Gefälle von innen nach außen. Dann wird das Kabel durchgesteckt, und das Loch wird einer speziell für diese Zwecke verfügbaren Dichtmasse verschlossen. Zusätzlich kann man an der Außenwand eine ebenfalls speziell dafür vorgesehene Abdeckung anbringen.

Wanddurchführung für ein Erdkabel: Ein „Wassersack“ (U-Form) verhindert das Eindringen von Wasser in die Bohrung durch die Hauswand © Heinz Kerp
Wanddurchführung für ein Erdkabel: Ein „Wassersack“ (U-Form) verhindert das Eindringen von Wasser in die Bohrung durch die Hauswand © Heinz Kerp

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Schalter im Haus

Wichtig ist auch, dass alle elektrischen Installationen vor unbefugter Benutzung, Missbrauch und vor Manipulationen geschützt sein müssen. Am besten baut man zu diesem Zweck einen Schalter ein, der im Haus alle Pole der Leitung stromlos macht. Dafür kann man gut einen FI-Schutzschalter verwenden, der sich für den Außenstromkreis ohnehin vorgeschrieben ist. Denn dass zum Beispiel trotz Klappdeckel einmal Feuchtigkeit in eine Steckdose gelangt, das kann man nicht ganz ausschließen.

FI-Schutzschalter sind für Außeninstallationen sogar noch wichtiger als im Haus. Denn selbst in einer Installation, die alle Vorgaben einhält, kann es irgendwann, und sei es nach Jahren, dazu kommen, dass Wasser eindringt. Wasser leitet den elektrischen Strom, und das kann zu lebensgefährlichen Stromschlägen führen, wenn ein Mensch in Kontakt mit dieser Feuchtigkeit kommt, oder mit einem defekten Elektrogerät.

Funktionsweise eines FI-Schutzschalters
Funktionsweise eines FI-Schutzschalters

Die FI-Schutzschalter sollten auf eine Stromstärke von 16 Ampere ausgerichtet sein. Wenn allerdings Geräte werden sollen, die mehr Strom brauchen, müssen auch stärkere Erdkabel her. Denkbar ist dies bei elektrischen Kettensägen, Holzspaltern und ähnlichen Maschinen. Für manche Geräte ist sogar ein Kraftstromanschluss erforderlich. Diesen Aufwand zu betreiben, das empfiehlt sich aber nur, wenn sich die Nutzung solcher Maschinen wirklich abzeichnet.

Bewegungsmelder nicht falsch platzieren

Ein Wort noch zur Steuerung von Lampen und anderen elektrischen Geräten im Freien. Gerne werden dafür Bewegungsmelder verwendet. Dies kann sinnvoll sein, muss aber nicht. Wird beispielsweise eine vor einem Fenster liegende Außenlampe – etwa durch Passanten – ständig in Gang gesetzt, ohne dass es überhaupt notwendig wäre, kann das für den Bewohner des Raumes sehr nervig sein.

Solarleuchten kommen ohne aufwändige Verkabelung aus © Janet Worg, stock.adobe.com
Solarleuchten kommen ohne aufwändige Verkabelung aus © Janet Worg, stock.adobe.com

Zum Abschluss soll noch empfohlen werden zu prüfen, ob es wirklich für jede Anforderung immer die Lösung mit Strom vom Netz sein muss. Soll die eine oder andere Ecke stimmungsvoll ausgeleuchtet werden, reicht oft eine Solarleuchte aus. Und wenn es ein Gartenhäuschen gibt, kann eine kleine Solaranlage auf dem Dach genug Strom liefern, um das Innere der Hütte zu beleuchten. Das kann die umständliche Verlegung von Kabeln durch den Garten ersetzen.

Und ganz zum Schluss: Arbeiten an der Elektroinstallation sind gefährlich und sollten immer von einem Fachmann ausgeführt werden. Die Hinweise hier sind nicht als vollständige Anleitungen zu verstehen. Eine Haftung für Sach- oder Personenschäden wegen unsachgemäßer Arbeiten wird nicht übernommen.

Funktionsweise eines Bewegungsmelders mit Leuchte
Funktionsweise eines Bewegungsmelders mit Leuchte
Ein Bewegungsmelder ist ein nützliches Gerät, innen wie außen © AdKrieger, stock.adobe.com
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