Die Terrasse aus Holz selber bauen

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Eine Anleitung in zehn Schritten

Eine Holzterrasse zu bauen, ist für den geschickten Heimwerker durchaus machbar, denn diese Arbeit erfordert keine speziellen Fähigkeiten oder Kenntnisse. Sie nimmt allerdings ein wenig Zeit in Anspruch, deshalb sollten Sie großzügig sein und einige Tage einplanen. Nehmen Sie sich außerdem genügend Zeit für die Vorbereitungen und machen Sie sich Skizzen. Dieser Aufwand rechnet sich, denn er beschleunigt die Ausführung der einzelnen Tätigkeiten und verhindert Fehler, die sich oft nur mit großem Aufwand wieder beheben lassen.

Beim Eigenbau einer Terrasse können Sie all Ihre Ideen realisieren © papinou, stock.adobe.com
Beim Eigenbau einer Terrasse können Sie all Ihre Ideen realisieren © papinou, stock.adobe.com

Eine sorgfältige Planung ist schon allein für die Berechnung der Höhe einer Holzterrasse erforderlich. Sie besteht aus zahlreichen Schichten, deren Dicken zusammengerechnet die Gesamthöhe ergeben. Dies sind von unten nach oben:

  • eine etwa 20 Zentimeter hohe Lage Schotter
  • eine circa vier Zentimeter dicke Schicht Splitt
  • evtl. ein Unkrautvlies
  • Platten wie zum Beispiel Gehwegplatten
  • eine Unterkonstruktion aus Holz
  • und die Terrassendielen.

Tipp: Aus welchem Holz Sie Ihre Terrasse bauen können, erfahren Sie in unserem Ratgeber „Holzarten für den Terrassenboden“.

Querschnitt: Aufbau einer Holzterrasse
Querschnitt: Aufbau einer Holzterrasse

Für den Bau Ihrer Terrasse benötigen Sie folgende Werkzeuge und Materialien:

  • Zollstock
  • Absperrbandhalter, Metallstäbe oder Kanthölzer
  • Hammer
  • Schnüre
  • Maurerwinkel
  • Spaten oder Schaufel und Schubkarre
  • Schotter
  • Rüttler
  • Splitt
  • Richtlatte
  • Unkrautvlies
  • Terrassen- oder Gehwegplatten
  • Holz für die Unterkonstruktion
  • Unterlagspads
  • Dübel und Schrauben
  • Bohrmaschine
  • Akkuschrauber
  • evtl. eine Entwässerungsrinne
  • Säge
  • Schleifpapier
  • Holzschutzmittel
  • Abstandshalter
  • Terrassendielen
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Und so bauen Sie Ihre Holzterrasse:

1. Um den genauen Standort Ihrer Terrasse sowie die endgültige Höhe festzulegen, schlagen Sie Absperrbandhalter in den Boden und spannen zwischen den Haltern Schnüre. Sie sollten sich an der Vorderkante der Terrasse überkreuzen, damit die Absperrbandhalter Ihnen bei den folgenden Arbeiten nicht im Weg sind. Ob die Schnüre in einem rechten Winkel verlaufen, überprüfen Sie mit einem Maurer- oder Bauwinkel.

Sollten Sie keine Absperrbandhalter besitzen, können Sie auch stabile Kanthölzer, einfache Metallstäbe oder Ähnliches verwenden. Durch die gespannten Schnüre lässt sich mithilfe eines Zollstocks immer wieder überprüfen, ob eine Schicht die richtige Höhe hat. Die gewünschte Höhe markieren Sie am besten an der Hauswand und mithilfe einer Wasserwaage. Sie ergibt sich in der Regel von allein durch die bereits vorhandene Terrassentür. Die Breite der Terrasse ist im Idealfall auf die Breite der Dielen abgestimmt, damit Sie die letzte Reihe nicht auf ein schmaleres Maß schneiden müssen.

2. Sind die Schnüre gespannt, entfernen Sie die Erde mit einem Spaten oder einer Schaufel. Die Tiefe der Auskofferung ergibt sich durch die Gesamthöhe, die Sie durch eine Addition der Höhe sämtlicher Materialien für Ihre Terrasse errechnet haben.

Mit gespannten Richtschnüren bereiten Sie den Terrassenbau perfekt vor
Mit gespannten Richtschnüren bereiten Sie den Terrassenbau perfekt vor

3. Die entstandene Grube füllen Sie mit einer circa 20 Zentimeter hohen Lage Schotter. Durch ihn entsteht ein stabiler und fester Untergrund, der das Holz gleichzeitig vor Frost schützt. Diese Lage muss in Richtung des Gartens ein leichtes Gefälle haben, damit Regenwasser vom Haus weggeleitet wird. Es sollte zwei Prozent, also zwei Zentimeter pro laufenden Meter betragen. Der Schotter sollte keinen direkten Kontakt zur Hauswand haben. Verlegen Sie dort deshalb hochkant eine schmale Noppenfolie. Füllen Sie den Schotter außerdem in mehreren Lagen in die Grube und verdichten Sie jede Schicht mit einem Rüttler, bis sie trittfest ist.

4. Auf den Schotter bringen Sie eine etwa vier Zentimeter hohe Schicht Splitt auf und ziehen diese mit einer Richtlatte glatt.

5. Möchten Sie verhindern, dass zwischen den Holzdielen Unkraut sprießt, verlegen Sie auf dem Schotter zusätzlich ein Unkrautvlies. Achten Sie hierbei darauf, dass sich die Bahnen um etwa zehn Zentimeter überlappen, damit sich das Unkraut nicht einen Weg durch die Zwischenräume bahnt.

Auf den Platten liegen die Kanthölzer, an denen Sie die Dielen festschrauben © Ingo Bartussek, stock.adobe.com
Auf den Platten liegen die Kanthölzer, an denen Sie die Dielen festschrauben © Ingo Bartussek, stock.adobe.com

6. Auf dem Unkrautvlies beziehungsweise dem Splitt verlegen Sie Terrassen- oder Gehwegplatten in einem Abstand von etwa 50 Zentimetern. Sie geben der darauf folgenden Unterkonstruktion aus Holz den nötigen Halt. Die genaue Position der Platten hängt davon ab, welche Dielen Sie verwenden möchten und ob die Länge der Dielen für die gesamte Terrasse ausreicht. Benötigen Sie zwei oder noch mehr Dielen, müssen an den Stellen, an denen Sie die nächsten Dielen ansetzen, Terrassenplatten liegen. Dadurch liegen die Enden beider Dielen fest auf. Beachten Sie außerdem, dass die Hölzer der Unterkonstruktion mittig auf den Platten positioniert werden sollten.

Ein sorgfältig ausgeführter Unterbau gibt dem Fußboden den nötigen Halt © Thomas, stock.adobe.com
Ein sorgfältig ausgeführter Unterbau gibt dem Fußboden den nötigen Halt © Thomas, stock.adobe.com

7. Um die Hölzer für die Unterkonstruktion vor Feuchtigkeit zu schützen, legen Sie auf jede Terrassenplatte ein Unterlagspad. Danach befestigen Sie die Kanthölzer mithilfe von Dübeln und Schrauben auf den Terrassenplatten. Benötigen Sie für eine Reihe mehrere Kanthölzer, muss zwischen zwei Hölzern ein Abstand von einem bis zwei Zentimetern bleiben, damit sich das Holz ausdehnen kann. Der Abstand zur Hauswand sollte etwa drei Zentimeter betragen. Damit die Unterkonstruktion ausreichend stabil ist, sollten die Kanthölzer einen Querschnitt von mindestens 5 x 5 Zentimetern haben und in einem Abstand von etwa 50 bis 60 Zentimetern liegen. An den Terrassenkanten legen Sie die Kanthölzer möglichst weit nach außen, denn der Überstand der Dielen sollte möglichst gering sein.

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Hat die Terrasse die gleiche Höhe wie das angrenzende Zimmer, empfiehlt es sich, an der Tür eine Entwässerungsrinne zu montieren. Sie sorgt dafür, dass selbst bei Starkregen das Wasser zügig abläuft. Eine Entwässerungsrinne muss mindestens so breit wie die Tür sein.

8. Nun können Sie mit dem Zuschnitt und der Befestigung der Terrassendielen beginnen. Möchten Sie die Terrassendielen mit einer Stichsäge oder einer Kappsäge zuschneiden, drehen Sie die Dielen vor dem Sägen um, damit die Unterseite oben liegt. Dadurch verhindern Sie, dass die Dielen auf den später sichtbaren Oberseiten an den Enden ausreißen. Im Anschluss entgraten Sie die Schnittkanten mit etwas Schleifpapier und streichen sie mit einem Holzschutzmittel passend zur Oberfläche und Farbe der Dielen. An der Vorderkante der Terrasse sollten die Dielen über das endgültige Maß der Terrasse hinausragen. Auf diese Weise können Sie zum Schluss alle Terrassendielen gleichzeitig kürzen und ein perfektes Ergebnis erzielen.

Ein guter Holzschutz verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit © grafikplusfoto, stock.adobe.com
Ein guter Holzschutz verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit © grafikplusfoto, stock.adobe.com

Wenn Sie aufgrund der Größe Ihrer Terrasse Dielen auf Stoß verlegen, entsteht eine ruhige Optik, wenn Sie die benötigte Gesamtlänge zum Beispiel dritteln. Dann können Sie immer abwechselnd mit einer einen Meter und einer zwei Meter langen Diele beginnen. Es ist aber natürlich auch möglich, immer mit dem Reststück der letzten Reihe zu beginnen, sodass die Stöße sich an unterschiedlichen Stellen befinden. Solch ein Fußboden wirkt nicht ganz so akkurat und damit sehr natürlich.

Hinweis: Glatte Terrassendielen können Sie nach Belieben parallel oder in einem rechten Winkel zur Hauswand verlegen. Bei den Dielen mit Rillen ist dagegen das Gefälle zu beachten, damit das Regenwasser abfließen kann.

Nach dem Verlegen der Terrassendielen ist Ihr Fußboden fast fertig © Ingo Bartussek, stock.adobe.com
Nach dem Verlegen der Terrassendielen ist Ihr Fußboden fast fertig © Ingo Bartussek, stock.adobe.com

9. Die Dielen legen Sie auf Abstandshalter und schrauben sie auf der Unterkonstruktion fest. Denken Sie hierbei an das Vorbohren der Löcher, damit das Holz nicht reißt, und lassen Sie zwischen den Dielen einen Abstand von einigen Millimetern, damit sich das Holz bei Feuchtigkeit ausdehnen kann. Versenken Sie die Schrauben außerdem tief genug, damit sie nicht aus dem Holz ragen. Alternativ zu Schrauben können Sie auch Befestigungsclips verwenden. Sie haben den Vorteil, dass sie nach Fertigstellung der Terrasse nicht mehr sichtbar sind. Beim Verlegen der Dielen lassen Sie zur Hauswand einen Abstand von einem bis zwei Zentimetern, denn wie die Unterkonstruktion müssen sich die Dielen bei Feuchtigkeit ausdehnen können. Die Lücke verdecken Sie mit einer Leiste, wenn der Fußboden fertiggestellt ist.

Durch Abstandshalter entstehen gleichmäßige Fugen © Ingo Bartussek, stock.adobe.com
Durch Abstandshalter entstehen gleichmäßige Fugen © Ingo Bartussek, stock.adobe.com

Verwenden Sie beim Terrassenbau nur Schrauben aus Edelstahl, denn andere Metalle rosten und verursachen schwarze Flecken, die sich nicht mehr entfernen lassen. Noch besser sind Schrauben speziell für Holzterrassen. Bei Terrassendielen mit Rillen ist es außerdem wichtig, die Schrauben nicht in die Rillen zu setzen, denn dadurch dringt leicht Feuchtigkeit in das Holz.

Die Vorderkante und die Seiten verschließen Sie mit passend zugeschnittenen Dielen © js-photo, stock.adobe.com
Die Vorderkante und die Seiten verschließen Sie mit passend zugeschnittenen Dielen © js-photo, stock.adobe.com

10. An den Außenseiten entsteht meist ein Abstand zwischen den Dielen und dem Erdboden, sodass vom Garten die Unterkonstruktion sichtbar ist. Haben Sie keine Einfassung geplant, lässt sich dieser Abstand mit weiteren Terrassendielen verschließen, die Sie passend zuschneiden, hochkant unter die äußeren Terrassendielen setzen und mit diesen verschrauben. Damit das Holz keinen Kontakt zum Erdreich hat, sollten die Dielen einen Abstand von zwei Zentimetern zum Boden haben.

Beim Eigenbau einer Terrasse können Sie all Ihre Ideen realisieren © papinou, stock.adobe.com
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