Weinreben im eigenen Garten – rankendes und kletterndes Obst

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Weintrauben aus dem eigenen Obstgarten

Rankende Obstsorten unterscheiden sich hinsichtlich Pflanzung, Pflege und Ernte von Bäumen und Sträuchern. Der Platz für diese Sorten sollte gut gewählt sein, damit sie sich ideal entwickeln und viele Früchte bilden können. Bei Obstpflanzen wie Brombeeren ist außerdem ein kontinuierlicher Schnitt nötig, damit ihre Ranken nicht in kürzester Zeit den ganzen Garten überwuchern. In diesem und den nächsten Beiträgen gehen wir speziell auf Weinreben, Kiwi und Brombeeren ein.

Frische Brombeeren sind ein köstlicher Genuss. Sie schmecken aber auch wunderbar in Marmelade oder Saft © liubov, stock.adobe.com
Frische Brombeeren sind ein köstlicher Genuss. Sie schmecken aber auch wunderbar in Marmelade oder Saft © liubov, stock.adobe.com

Was macht rankende Obstsorten so besonders?

Rankende Obstsorten können Ihnen viele Vorteile bieten. Dazu gehören beispielsweise:

  • geringer Platzbedarf
  • gute Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Kulturen, die Halbschatten vertragen
  • Begrünung von Mauern oder Hauswänden
  • bequeme Ernte, da sie selbst bestimmen, in welcher Höhe die Früchte wachsen sollen
  • lassen sich als natürlicher und gleichzeitig nützlicher Sichtschutz verwenden

Weinreben werden dabei in unseren Breiten am häufigsten angebaut. Ihre Früchte werden zu Wein und Schaumwein gekeltert. Sie dienen als Grundlage für Cognac oder können in Form von Rosinen lange lagerfähig sein. Frische Trauben schmecken gut einfach so oder in köstlichen Desserts und Obstsalaten. Auch Brombeeren findet man fast in jedem Obstgarten. Ihre dunklen, glänzenden Früchte schmecken am besten frisch, können aber auch gut zu Marmelade und Saft verarbeitet werden. Die Kiwi stammt ursprünglich aus China und kam über den Umweg Neuseeland nach Europa. Da die meisten Pflanzen dieser Art frostempfindlich sind, lohnt sich der Anbau dieser Früchte nur in Regionen mit mildem Klima.

Eine Pergola, die Weinreben trägt, eignet sich perfekt für Tafeltrauben, aber auch für aromatische Keltertrauben © Christian Pauschert, stock.adobe.com
Eine Pergola, die Weinreben trägt, eignet sich perfekt für Tafeltrauben, aber auch für aromatische Keltertrauben © Christian Pauschert, stock.adobe.com

Weinanbau – einfach und sicher mit bewährten Züchtungen

Wein anzubauen, ist praktisch fast in ganz Deutschland möglich. Dazu können Sie in einer Weinbauregion selbst einen kleinen Weinberg anlegen. Aber auch auf dem flachen Land ist der Anbau von Weinreben gut möglich. Sie können etwa diese Reben an der Südseite Ihres Hauses ziehen, wo der geschützte und sonnige Standort für eine gute Reife der Trauben sorgt. Bei den Sorten wird zwischen Tafeltrauben und Reben für die Weinproduktion (Keltertrauben) unterschieden. Tafeltrauben sind oft größer und haben eine weniger feste Schale. Bei einigen Sorten können die Kerne weggezüchtet sein. Diese kernlosen Trauben kennen Sie sicher aus dem Supermarkt – sie schmecken besonders süß und aromatisch. Ihre Beeren sind dafür aber etwas kleiner als bei den kernhaltigen Sorgen.

Das Farbspektrum von Weintrauben geht von hellen, sogenannten weißen Farben über rote und rosa Nuancen bis zu dunkelroten, fast blauen Beeren. Dabei entwickeln die dunkleren Sorten einen intensiveren Geschmack als die hellen Trauben. Helle Trauben enthalten dafür ein feines Muskataroma. Sie sind außerdem reich an Vitaminen und Mikronährstoffen, die als gesundheitsfördernd gelten.

Tipp: Um Krankheiten wie Mehltau oder Reblaus vorzubeugen, sollten Sie nach Möglichkeit Rebsorten auswählen, welche dagegen resistent sind. So vermeiden Sie Ernteausfälle und brauchen keine Pflanzenschutzmittel zu verwenden.

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Hier folgt eine kleine Übersicht guter Rebsorten für Tafeltrauben, die alle frosthart sind und eine gute Resistenz gegenüber Pilzerkrankungen aufweisen:

  • Arkadia: sehr große Trauben mit heller Schale und fast ohne Kerne, feinfruchtiges Aroma
  • Centennial seedless: kernlose, große Trauben mit grünlich-gelber, dünner Schale, keine Kerne, feines Muskataroma
  • Muscat bleu: blaue Sorte, ovale, spitz zulaufende Beeren mit Kernen, tiefblaues Fruchtfleisch, mit Muskataroma
  • Romulus: kleine, runde Beeren mit dünner, gelber Schale, kernlos, feinfruchtiges Fruchtfleisch
  • Calastra: helle, kernarme Traube mit großen und festen Beeren, sehr aromatisch, mit feinem Muscatduft
  • Original: gelb-orange bis rosafarbene Traube mit dattelförmigen Beeren, mild und süß fruchtig
  • Moldawa: große ovale blaue Beeren, knackig, fein fruchtige und süß

Möchten Sie Keltertrauben für Wein anbauen, sind zugelassene pilzwiderstandsfähige Rebsorten zu empfehlen. Dies sind oft Neuzüchtungen, welche insbesondere gegen den gefürchteten, aus Amerika eingeschleppten Mehltau resistent sind. Bei älteren Sorten ist dies leider kaum noch der Fall, weshalb sich die Neuzüchtungen besser für einen biologischen Anbau eignen. Sie benötigen kaum Pflanzenschutzmittel, um die Mehltau-Erreger abzuwehren.

Unter den Tafeltrauben sind kernlose Weintrauben wegen ihres feinen Aromas und dem Fehlen der bitteren Kerne besonders beliebt © barmalini, stock.adobe.com
Unter den Tafeltrauben sind kernlose Weintrauben wegen ihres feinen Aromas und dem Fehlen der bitteren Kerne besonders beliebt © barmalini, stock.adobe.com

So ziehen Sie einen Rebstock aus einem Steckling

Einen neuen Rebstock können Sie im Fachhandel kaufen oder durch einen Steckling selbst vermehren. Dabei dürfen Sie die Vermehrung über einen Steckling nur in Gebieten durchführen, die nicht als Weinanbaugebiete gelten. Der Grund dafür ist die gefürchtete Reblaus, welche zu verheerenden Schäden in einem Weinberg führen kann. Stammt der Steckling von einer Rebsorte, die nicht gegenüber der Reblaus resistent ist, kann sich dieses Schadinsekt in Ihrer Kultur ausbreiten und von dort auf die Rebstöcke im Weinanbaugebiet übergreifen. Dazu gibt es im Bürgerlichen Gesetzbuch eine besondere Abteilung: die Reblaus-Verordnung.

Befindet sich Ihr Obstgarten nicht in einem Weinanbaugebiet, dürfen Sie Ihre Reben aus Stecklingen ziehen. Dabei gehen Sie wie folgt vor:

  • schneiden Sie in der Zeit zwischen Ende August und Anfang September ca. 15–20 cm lange Stecklinge vom diesjährigen Trieb der ausgewählten Mutterpflanze
  • diese Triebe sollten Blätter haben und kräftig ausgereift sein, ohne komplett verholzt zu sein
  • an den Stecklingen sollten sich 3–4 Knospen befinden
  • entfernen Sie alle Blüten, Fruchtansätze, Blätter und Seitentriebe, bis auf die obersten beiden Blätter
  • die verbliebenen Blätter können Sie zusätzlich etwas zurückschneiden (halbieren)
  • schneiden Sie die Stecklinge unterhalb der untersten Knospe schräg an
  • setzen Sie die Stecklinge so tief in die Anzuchterde (oder ein Gemisch aus Sand und Kompost), dass nur die beiden obersten Knospen herausschauen
  • mit Wasser versorgen und an einem hellen, aber nicht zu sonnigen Platz aufstellen

Lassen Sie die Stecklinge an einem frostfreien, aber kühlen Platz überwintern. Dort sollten die Temperaturen nicht über 12 °C steigen. Die Anzuchterde sollte dabei mäßig feucht gehalten werden, damit sich kräftiger Wurzeln entwickeln können. Ab Mitte Mai ist das Umpflanzen ins Freiland möglich.

Mit etwas Geduld können Sie aus einem Steckling einen neuen Weinstock ziehen © Studiomiracle, stock.adobe.com
Mit etwas Geduld können Sie aus einem Steckling einen neuen Weinstock ziehen © Studiomiracle, stock.adobe.com

Weinreben pflanzen

Für das Pflanzen Ihrer Weinrebe suchen Sie am besten einen Standort aus, der vollsonnig und warm ist. Am besten eignet sich dafür ein Platz in Ihrem Obstgarten, der windgeschützt und frei von Schatten ist. Perfekt sind beispielsweise Standorte vor einer Mauer oder einem Gebäude, die nach Süden, Südwesten oder Südosten ausgerichtet sind.

Als beste Pflanzzeit für Weinreben gelten die Monate April und Mai. Lockern Sie den Boden vor dem Pflanzen tiefgründig auf. Das Pflanzloch selbst sollte eine Tiefe von 50 cm und einen Durchmesser von ca. 30 cm haben. Dabei sollte der Abstand der Wurzeln zum Mauerwerk mindestens 30 cm betragen. Möchten Sie Ihre Weinreben in einer Reihe pflanzen, können diese in der Reihe einen Abstand von einem bis 1,50 m haben. Die Reihen sollten ca. 1,50 m voneinander entfernt sein. Bereiten Sie außerdem einen Stützpfahl für jede Rebe vor und halten Sie reichlich Wasser zum Angießen bereit. Beim Pflanzen von Reihen benötigen Sie zudem ein Drahtgestell, an dem später die Weinranken entlanggeführt werden.

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Die unterste Schicht des Pflanzlochs kann mit einer lockeren Mischung aus Gartenerde und Kompost befüllt werden. Das regt die Wurzelbildung Ihres neuen Weinstocks an. Wenn Sie die Rebe in das Pflanzloch setzen, achten Sie darauf, dass die etwas verdickte Stelle, wo sich die Veredelung befindet, ca. 5–10 cm aus der Erde herausschaut. Füllen Sie das Pflanzloch mit Erde und setzen Sie den Stützpfahl ein. Binden Sie die Rebe locker daran fest und wässern Sie die Pflanzung sorgfältig. Geben Sie der neu gepflanzten Weinrebe auch in den kommenden Wochen immer wieder Wasser (keine Staunässe!), damit sich die Wurzeln gut ausbilden können.

Tipp: Vor Beginn des nächsten Winters können Sie die anfangs noch etwas frostempfindliche Veredelung schützen, indem Sie Erde anhäufeln und diese mit Stroh oder Reisig abdecken.

Pflege Ihrer Weinstöcke über das ganze Jahr

Weinreben neigen dazu, lange und üppige Ausläufer zu bilden und sich häufig zu verzweigen. Das sieht zwar schön aus, steht jedoch einem reichen Fruchtansatz im Wege. Daher sollten Sie Ihre Weinstöcke regelmäßig zurückschneiden. Gehen Sie dabei wie folgt vor:

  • schneiden Sie die Weinreben kurz vor Einbruch des Winters, jedoch nicht bei Frost sowie im Sommer – niemals im Frühling
  • schneiden Sie im ersten Jahr den Hauptstock bis auf drei Knospen zurück
  • lassen Sie im zweiten Jahr nur zwei der kräftigsten neuen Triebe stehen, neue Triebe können Sie in der Wachstumsperiode immer wieder zurückschneiden
  • im Herbst wählen Sie von diesen beiden Trieben den kräftigeren aus und binden ihn an dem Gestell oder Stützstab an, den anderen Trieb können Sie vollständig entfernen
  • nun lässt sich der verbliebene, kräftige Haupttrieb zu einem schönen Weinstock erziehen

Nach dem dritten Jahr pflegen Sie Ihre Weinstöcke mit den folgenden Schnittmethoden:

  • Trauben wachsen nur an den neuen Seitenzweigen Ihres Weinstocks
  • schneiden Sie deshalb diese Zweige vor dem Winter zurecht
  • kürzen Sie sie über der ersten, gut ausgebildeten Knospe ein (das kann die zweite Knospe am Zweig sein, da sich die erste Knospe oft nicht richtig ausbildet)
  • zwischen den einzelnen Seitenzweigen sollte ein Abstand von mindestens 20 cm eingehalten werden – schneiden sie alle Triebe dazwischen weg
  • kontrollieren Sie in der Wachstumsperiode mehrmals die Weinranken. Neue Ranken, die sich in den Axelsprossen der Blätter bilden, werden entfernt. Sobald sich ein Fruchtansatz entwickelt, wird der Betrieb bis auf das zweite Blatt nach der Traube zurückgeschnitten
  • entfernen Sie alle Seitenzweige, die keine Trauben entwickeln

Tipp: Sollten sich an einem Zweig mehr als eine Traube entwickeln, können Sie die überzähligen Vorstände entfernen. Dadurch werden die verbleibenden Früchte kräftiger und können besser reifen.

Das Schneiden der Reben gehört zu den wichtigsten Pflegemaßnahmen Ihres Weinstocks © francescomou, stock.adobe.com
Das Schneiden der Reben gehört zu den wichtigsten Pflegemaßnahmen Ihres Weinstocks © francescomou, stock.adobe.com

Pflanzenkrankheiten beim Wein

Bei sorgfältig gezüchteten, neuen Rebsorten sind kaum Krankheiten zu befürchten. Trotzdem sollten Sie Ihre Pflanzung immer wieder kontrollieren und bei einem Befall entsprechende Maßnahmen ergreifen. Zu diesen Krankheiten gehören:

  • Echter Mehltau – eine Pilzkrankheit, die der Pflanze und den Früchten schaden kann. Sie ist an einem weiß-grauen Belag zu erkennen, der seinen feinen Fäden an Spinnweben erinnert.
  • Falscher Mehltau, auch Lederbeeren- oder Blattfallkrankheit genannt. Auch diese Krankheit wird durch einen Pilz verursacht. Auf den Blättern können sich bräunliche und gelbe Flecken zeigen. Die Beeren fangen an zu verschrumpeln, sie werden braun und fallen vom Stock.
  • Grauschimmel, auch Graufäule oder Grauschimmelfäule genannt – befällt die Früchte insbesondere bei sehr feuchtem Wetter und wenn der Weinstock nach Regen nicht schnell genug trocknen kann.
  • Reblaus – ist an Gallen an den Unterseiten der Blätter sowie an hellen Knötchen im Wurzelbereich zu erkennen. Bei einem Befall kümmert die Pflanze vor sich hin und stirbt ab, wenn keine Behandlung erfolgt.

Für Ihren Obstgarten ist es am besten, Weinsorten zu wählen, die resistent gegenüber Reblaus und Pilzen sind. Alle Behandlungsmethoden einmal erkrankter Pflanzen basieren auf Chemikalien, die Sie wahrscheinlich lieber nicht in Ihrem Garten haben möchten.

Weitere rankende Obstsorten: Kiwi und Brombeeren

Möchten Sie mehr zum Anbau, zur Pflege von Kiwi oder Brombeeren erfahren? Dann lesen Sie hier weiter.

In weiteren Artikeln erfahren Sie außerdem mehr über andere Obstsorten wie Birnen, Erdbeeren, Beerensträucher und Äpfel.

Kiwipflanzen benötigen Rankhilfen für einen aufrechten Stand. Mit einer Pergola können Sie Ihren Garten in eine üppige Fruchtoase verwandeln © Uwe, stock.adobe.com
Kiwi und Brombeere – rankende Obstsorten im Fokus

Exotische und heimische Früchte Kiwis stammen ursprünglich aus China bzw. Ostasien und wurden von dort zuerst in Neuseeland kultiviert, bevor… weiterlesen

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