Süße und saftige Birnen für Ihren Garten

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Obstsorten für den Obstgarten

Birnen gehören wie Äpfel, Quitten und Ebereschen zum Kernobst. Ein Birnbaum kann Wuchshöhen zwischen 15 und 20 m erreichen. Dabei ist seine Gestalt oft pyramidenförmig, kann jedoch auch eine ausladende Krone zeigen. Die Früchte bilden sich fast immer typisch birnenförmig aus. Sie können jedoch auch oval und in seltenen Fällen rund erscheinen. Wilde Birnen sind in Europa und Asien weit verbreitet. Aus diesen Sorten wurden Kulturformen gezüchtet, die heute im professionellen Anbau, in vielen privaten Gärten und auch in Form von Alleen an Straßen und Feldwegen zu finden sind.

Birnen sind sowohl frisch als auch in Form von Kompott, Saft oder Likör ein fantastischer Genuss © Christian Jung, stock.adobe.com
Birnen sind sowohl frisch als auch in Form von Kompott, Saft oder Likör ein fantastischer Genuss © Christian Jung, stock.adobe.com

Die im professionellen Anbau am meisten verbreiteten Birnensorten sind die Sorten Alexander Lucas, Conference und Williams Christ. Auch die Sorten Köstliche aus Charneux, Clapps Liebling, Vereinsdechantsbirne, Boscs Flaschenbirne und Gute Luise sind in Obstanbaubetrieben häufig anzutreffen.

Birnen – köstlich aromatisch und saftig

Hier stellen wir Ihnen einige Birnensorten für Ihren Obstgarten vor:

  • Williams Christ – benötigt eine andere Sorte zu Befruchtung. Die Früchte haben ein intensives Aroma und werden in der Zeit zwischen Ende August und Anfang September reif. Sie haben eine kurze Lagerzeit von ca. zwei Wochen, eignen sich jedoch gut für die Herstellung von Most oder Obstbrand.
  • Gute Graue – Erntezeit von Mitte August bis Mitte September. Diese saftig-aromatischen Birnen sind nur ca. zwei Wochen lagerfähig. Durch eine versetzte Ernte lässt sich der Genuss zeitlich ausdehnen.
  • Doppelte Philippsbirne – Reife zwischen Anfang September und Anfang November (je nach Lage und Witterung). Die Früchte haben einen weinartigen, süßen Geschmack und sind sehr saftig. Sie können 2–4 Wochen gelagert werden und eignen sich ausgezeichnet zur Herstellung von Saft und zum Einlegen.
  • Gellerts Butterbirne – wird ab Anfang September reif und kann sofort verzehrt oder bis Oktober gelagert werden. Diese sehr saftige und leicht aromatische Birne stellt keine großen Ansprüche an den Standort. Ihre Bäume können bis zu 100 Jahre alt werden.
  • Concorde – eine relativ junge Neuzüchtung (von 1977) mit guter Resistenz gegenüber Pflanzenkrankheiten und Schädlingen. Die Ernte findet Mitte bis Ende September statt, wobei die Früchte bis Ende Oktober lagerfähig sind. Sie schmecken leicht süß und sind etwas fester als andere Birnensorten.
  • Pastorenbirne – die saftigen, halbschmelzenden Früchte werden ab Oktober geerntet. Sie lassen sich bei kühlen Temperaturen über mehrere Monate lagern. Diese Birne benötigt eine andere Sorte zu Befruchtung.
  • Alexander Lucas – eine süße Birne mit saftigem, etwas körnigem und schmelzendem Fruchtfleisch. Sie wird ab Mitte September geerntet und besitzt gute Lagereigenschaften (ca. 2–3 Monate). Außerdem zeichnet sich diese Sorte durch regelmäßig hohe Erträge aus.
  • Gräfin von Paris – Reich fruchtende Winterbirne, die bis Mitte Oktober geerntet wird und bis in den Januar hinein lagerfähig ist
  • Nordhäuser Winterforelle – Winterbirne, gelbe bis hellrote Frucht, saftig, süß, sehr würzig
  • Großer Katzenkopf – Winterbirne, grün-rote Frucht, nur gekocht genießbar

Falls Sie die Birnen zu Most verarbeiten möchten, eignen sich dafür beispielsweise Sorten wie die Oberösterreicher Weinbirne, die Grüne Pichelbirne, die Schweizer Wasserbirne oder die Luxemburger Mostbirne.

Tipp: Für eine optimale Versorgung mit frischen, saftigen Birnen über lange Zeit im Jahr kann es sich lohnen, sowohl einen Baum mit früh tragenden Sommerbirnen als auch einen Baum mit lagerfähigen Winterbirnen zu pflanzen.

Eine möglichst schonende, an die Sorte angepasste Ernte der Früchte kann den Ertrag für das nächste Jahr fördern © Beton Studio, stock.adobe.com
Eine möglichst schonende, an die Sorte angepasste Ernte der Früchte kann den Ertrag für das nächste Jahr fördern © Beton Studio, stock.adobe.com

Birnensorten für den Anbau bei rauerem Klima

Einige alte Birnensorten zeichnen sich durch eine gute Frosthärte aus und eignen sich dadurch für den Anbau in weniger sonnigen Lagen mit kühlerem und feuchterem Klima. Zu diesen Sorten gehören beispielsweise:

  • Frühe aus Trévoux
  • Karcherbirne
  • Salzburger Birne
  • Sommerblutbirne
  • Geddelsbacher Mostbirne
  • Kirchensaller Mostbirne

Tipp: Einige dieser Sorten stammen ursprünglich aus Österreich bzw. Frankreich. Eventuell können Sie die Bäume über einen internationalen Versandhandel beziehen.

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Wie viel Platz braucht Ihr Birnbaum im Garten?

Ein Birnbaum hat im Vergleich zu Apfelbäumen eine etwas schlankere Wuchsform. Er benötigt ca. 5–7 m Abstand zu anderen Bäumen, zum Haus oder baulichen Anlagen. Birnen eignen sich ausgezeichnet als Spalierobst. Sie lassen sich dann gut an einer Hauswand oder an einer Mauer ziehen – am besten in Süd- oder Ostausrichtung. Die geschützte Lage und gespeicherte Wärme des Bauwerks lassen die Früchte besser reifen und noch süßer und saftiger werden, als bei einem freistehenden Baum.

Auch sonst ist ein Standort in voller Sonne für einen Birnenbaum günstig. Viel Licht und Wärme machen den Baum unempfindlicher gegenüber Krankheiten. Die Früchte werden saftiger und größer. Ein silikathaltiger, lehmiger Boden ist vorteilhaft für den Anbau von Birnen. Kalk wird weniger gut vertragen.

Tipp: Birnenbäume sind nicht selbstbefruchtend. Pflanzen Sie deshalb mindestens zwei Bäume in Ihrem Garten an, wenn sich keine weiteren Birnenbäume in der näheren Nachbarschaft befinden.

Wählen Sie den Standort für Ihren Birnenbaum sorgfältig aus. Er kann bis zu 200 Jahre alt werden und eine hohe, zwischen 3 und 7 m breite Krone entwickeln © Dusan Kostic, stock.adobe.com
Wählen Sie den Standort für Ihren Birnenbaum sorgfältig aus. Er kann bis zu 200 Jahre alt werden und eine hohe, zwischen 3 und 7 m breite Krone entwickeln © Dusan Kostic, stock.adobe.com

Schnitt für Birnenbäume

Birnenbäume vertragen den Schnitt gut. Sie lassen sich deshalb einfach als Spalier ziehen oder zu einem Busch formen. Mit einem gezielten und regelmäßigen Schnitt können Sie den Ertrag an Früchten positiv beeinflussen.

Der erste Schnitt findet beim Einpflanzen statt. Die günstigste Zeit dafür liegt zwischen November und März. Wurde der Birnbaum mit nackten Wurzeln gekauft, kürzen Sie deren Spitzen um einige Zentimeter ein. Kürzen Sie den Haupttrieb um 25–30 cm und korrigieren Sie gegebenenfalls auch die Seitentriebe, wenn diese zu lang erscheinen.

Alle 3–5 Jahre schneiden Sie die Krone des Birnbaums zurück. Dabei kann die Krone ca. um ein Viertel verkleinert werden. Entfernen Sie Wasserschosse, Äste, die sich gabeln, mit anderen kreuzen oder in das Innere der Krone wachsen. Achten Sie beim Schnitt darauf, die natürliche, pyramidenförmige Form der Krone zu erhalten. Ziel dieses Schnitts ist es, die Fruchtproduktion anzuregen und den Baum vor dem Befall von Pilzen und anderen Schädlingen zu schützen. Die Birnen sollen danach nahe der Krone Mitte gebildet werden.

Spalierobst benötigt mehr Pflege. Damit sich reichlich Früchte bilden, müssen die Spalierbäume jedes Jahr zurückgeschnitten werden. Die Früchte an einem Spalierbaum bilden sich an den kurzen, etwas schwächeren Ästen, die von den starken Leitästen abzweigen. Mit einem gezielten Schnitt fördern Sie die Bildung dieser Nebentriebe. Dieser Fruchtholzschnitt ist eine Wissenschaft für sich und erfordert eine genaue Beobachtung der Knospen und Zweige. Wenn Sie sich für Spalierobst entscheiden, sollten Sie sich entsprechende Literatur besorgen oder einen Lehrgang besuchen.

Sorgfältig gezogenes Spalierobst vor einer schönen Backsteinmauer © bringolo, stock.adobe.com
Sorgfältig gezogenes Spalierobst vor einer schönen Backsteinmauer © bringolo, stock.adobe.com

Tipp: Wenn Ihr Garten groß genug ist und Ihnen ein hoher Birnenbaum gefallen würde, können Sie auf den Schnitt auch einfach verzichten. Kontrollieren Sie den Baum trotzdem regelmäßig auf Krankheiten und abgestorbene Äste, die entfernt werden müssten.

Birnbaum selbst veredeln

Auch einen Birnbaum können Sie selbst veredeln. Sie benötigen dazu eine geeignete Unterlage, die sich entweder aus einem Sämling von der Birne oder von einer Quitte ziehen lässt. Außerdem benötigen Sie ein Edelreis und der Birnensorte, wie später in Ihrem Obstgarten wachsen soll. Gehen Sie dabei wie bei der Veredelung von Apfelbäumen vor. Setzen Sie das Edelauge ca. 10 cm über dem Boden in die Unterlage ein und lassen Sie es in Ruhe anwachsen. Da Birnen, wie schon erwähnt, nicht selbstbefruchtend sind, sollten Sie am besten gleich zwei neue Bäume ziehen, wenn Sie nicht bereits weitere Birnenbäume im Garten haben.

Stützen Sie das neu veredelte Bäumchen zu Beginn mit einem Stab, damit es schön gerade wachsen kann © Schlegelpictures, stock.adobe.com
Stützen Sie das neu veredelte Bäumchen zu Beginn mit einem Stab, damit es schön gerade wachsen kann © Schlegelpictures, stock.adobe.com

TIPP

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Durch welche Krankheiten sind Birnen gefährdet?

Leider sind Birnenbäume durch verschiedene Pflanzenkrankheiten gefährdet, die im Extremfall zum Absterben des Baums führen können. Als häufigste Krankheiten des Birnbaums sind bekannt:

  • Birnenblütenbrand
  • Baumkrebs
  • Birnengitterrost
  • Birnenverfall – Phytoplasmose
  • Feuerbrand

Der Birnenblütenbrand wird durch ein Bakterium verursacht. Es zeigen sich bereits auf der Blüte schwarze Punkte, die auch die Früchte befallen. Sie werden nicht reif und fallen frühzeitig vom Baum. Eine Behandlung ist mit Kupferpräparaten möglich.

Beim Birnengitterrost wird der Baum durch den Rostpilz befallen. Dieser Pilz zeigt sich auf den Blättern mit orangefarbenen Flecken. Er überwintert in Wacholderbüschen und verteilt seine Sporen über die Luft. Bei mäßigem Befall können Sie einfach die betreffenden Blätter entfernen und entsorgen. Ansonsten ist das Spritzen mit Ackerschachtelhalmsud oder einem chemischen Fungizid möglich. Vorbeugend können Sie darauf achten, dass sich keine Wacholderbüsche in der Nähe ihrer Birnenbäume befinden.

Der Erreger für Birnengitterrost wird von Wacholderbüschen übertragen – halten Sie deshalb zur Vorbeugung einen möglichst großen Abstand zwischen Wacholder und Birnbäumen ein © Tricky Shark, stock.adobe.com
Der Erreger für Birnengitterrost wird von Wacholderbüschen übertragen – halten Sie deshalb zur Vorbeugung einen möglichst großen Abstand zwischen Wacholder und Birnbäumen ein © Tricky Shark, stock.adobe.com

Ein Birnenverfall – Phytoplasmose zeigt sich in einem frühzeitigen Laubabwurf ab Juni und vielen vertrockneten Ästen. Diese Krankheit kann durch Insekten wie Blattläuse, Birnblattsauger oder Zikaden übertragen werden. Eine zusätzliche Versorgung mit Nährstoffen (Kompost, verrotteter Stallmist) kann den Baum stärken und die Krankheit mildern.

Bei Feuerbrand verfärben sich die befallenen Pflanzenteile dunkelbraun bis schwarz und fallen ab. Kleinere Bäume können dabei innerhalb eines Jahres absterben. Bei größeren Bäumen kann sich dies über mehrere Jahre hinziehen. Ist ein kleinerer Baum betroffen, roden Sie ihn am besten sofort. Bei größeren Bäumen schneiden Sie alle befallenen Äste bis ins gesunde Holz zurück. Falls das nicht hilft, müssen auch diese Bäume gerodet werden. Die Obstbaumkrankheit Feuerbrand ist meldepflichtig.

Baumkrebs ist am Stamm und an den Ästen zu sehen. Die Rinde des Birnbaums zeigt dann trockene, orange und braun gefärbte Flecken. Es können sich dicke Beulen bilden, die manchmal aufreißen. Stark befallene Bäume werden gerodet, bei schwächer befallenen Bäumen kann ein rigoroser Rückschnitt helfen. Die befallenen Pflanzenteile sollten verbrannt oder sicher entsorgt werden, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.

Möchten Sie mehr über andere Obstsorten wie Äpfel, Erdbeeren, Wein und Beerensträucher erfahren? Dann lesen Sie gerne unsere weiteren Beiträge zu diesen Themen.

Sauerkirschen wachsen meist etwas weniger stark als Süßkirschen und benötigten deshalb weniger Platz im Obstgarten © M. Schuppich, stock.adobe.com
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