Klassiker und ertragreiche Neuzüchtungen für Ihren Obstgarten

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Steinobst, Kernobst, Beerenfrüchte und rankende Obstsorten

In diesem Beitrag stellen wir Ihnen verschiedene Obstsorten vor. Dazu gehören bewährte Klassiker wie Boskop Äpfel, Williams-Christ-Birnen oder Mieze Schindler Erdbeeren. Sie erfahren mehr über ertragreiche Neuzüchtungen und über alte Sorten. Wussten Sie beispielsweise, dass es in Deutschland zurzeit ca. 1500 und weltweit ca. 4500 verschiedene Apfelsorten gibt? Im 18. und 19. Jahrhundert waren sogar bis zu 20.000 verschiedene Apfelsorten verbreitet.

Quitten zählen zu den Kernobstgewächsen © Vladyslav Siaber, stock.adobe.com
Quitten zählen zu den Kernobstgewächsen © Vladyslav Siaber, stock.adobe.com

Kernobst: Äpfel, Birnen, Quitten und Co.

Kernobst gehört zur Familie der Rosengewächse. Seine Früchte werden als Apfelfrucht bezeichnet und bilden sich in verschiedenen Formen aus. Kernobst zeichnet sich meist durch eine gute Lagerfähigkeit aus, welche durch Kühlung und durch die Reduktion des Sauerstoffgehalts im Lager noch gesteigert werden kann.

Zu den Kernobstgewächsen gehören beispielsweise:

  • Apfel (Malus sylvestris)
  • Birne (Pyrus communis)
  • Eberesche (Sorbus aucuparia)
  • Mispel (Mespilus germanica)
  • Quitte (Cydonia oblonga)

Bekannte und seltene Sorten für Äpfel und Birnen stellen wir Ihnen in zwei gesonderten Beiträgen vor. Hier gehen wir auch darauf ein, wie diese Bäume geschnitten und veredelt werden können. Außerdem erfahren Sie, wie Sie Pflanzenkrankheiten an Apfel- und Birnbäumen erkennen und bekämpfen.

Neben diesen bekannten Arten zählen auch Speierling, Felsenbirne, Weißdorn, Feuerdorn und verschiedene Mehlbeeren zum Kernobst. Sie haben kaum eine Bedeutung für den Obstgarten, wenn Sie die Früchte für Ihre Ernährung ernten möchten. Allerdings besitzen sie zum Teil eine gesundheitliche Wirksamkeit, die für die Erzeugung von pflanzlicher Medizin genutzt werden kann.

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Selten angebaut, aber köstlich: Eberesche, Mispel, Quitte und Speierling

Die Kernobstsorten Eberesche, Mispel und Quitte sind recht selten in unseren Obstgärten zu finden. Dabei liefern diese Pflanzen eine fantastische Grundlage für Saft, Most, Obstwein oder Marmelade.

Ebereschen oder Vogelbeeren mit ihren leuchtend roten Beeren sind häufig als Zierbäume in der Stadt, in Parkanlagen oder entlang von Alleen zu finden. Viele Menschen denken, dass die Beeren von diesem Baum giftig sind – das ist nicht richtig. Die Früchte der Eberesche sind in rohem Zustand schlecht verträglich und können Magenprobleme verursachen. Werden sie gekocht und zu Saft, Kompott oder Marmelade verarbeitet, wandelt sich die unverträgliche Parasorbinsäure in Sorbinsäure um, was den Beeren einen leicht süßlichen Geschmack verleiht. Sie sind dann auch sehr gut verträglich und enthalten immer noch sehr viel Vitamin C. Für den Anbau im eigenen Obstgarten sollten Sie die Essbare oder Mährische Vogelbeere (Sorbus aucuparia var. moravica, auch var. edulis oder var. dulcis) auswählen. Sie hat einen hohen Zuckergehalt und ist frei von Parasorbinsäure. Daher kann diese Vogelbeere auch roh verzehrt werden.

Ebereschen, auch Vogelbeeren genannt, enthalten sehr viel Vitamin C und lassen sich gut zu Saft und Marmelade verarbeiten © Olha Rohulya, stock.adobe.com
Ebereschen, auch Vogelbeeren genannt, enthalten sehr viel Vitamin C und lassen sich gut zu Saft und Marmelade verarbeiten © Olha Rohulya, stock.adobe.com

Die Mispel wird nur ca. 5–6 m hoch. Ihre ausladende, fast runde Krone trägt filzig behaarte Blätter, die im Winter abgeworfen werden. Zwischen Mai und Anfang Juni erscheinen kleine weiße Blüten, aus denen sich im Sommer kugelige, bräunlich-orange Apfelfrüchte entwickeln. Auch diese Früchte tragen einen feinen Flaum, der sich leicht abreiben lässt. Sie sind säuerlich und hart und werden erst nach dem ersten Frost oder nach einer längeren Lagerung essbar. Üblicherweise werden aus den Früchten der Mispel Saft oder Marmelade bereitet. In der Volksmedizin wurden Mispeln zur Behandlung von Durchfall, zum Senken von Fieber und zur Blutreinigung verwendet.

Die Früchte der Mispel sind klein, dafür aber oft zahlreich. Sie lassen sich roh sowie in Form von Marmelade und Saft genießen © samopauser, stock.adobe.com
Die Früchte der Mispel sind klein, dafür aber oft zahlreich. Sie lassen sich roh sowie in Form von Marmelade und Saft genießen © samopauser, stock.adobe.com

Quitten stammen ursprünglich aus dem Gebiet des Kaukasus. Ihre Kulturform bringt leuchtend gelbe, große und aromatisch duftende Früchte hervor. Sie sehen äußerlich ein wenig wie ein Apfel oder eine Birne aus, haben aber oft eine unregelmäßigere Form. Bei der Auswahl der Sorte für Ihren Obstgarten sollten Sie beachten, dass es sowohl selbstfruchtbare als auch selbstunfruchtbare Sorten gibt und entsprechend ein oder mehrere Exemplare kaufen. Die Früchte lassen sich bei einer schonenden und vorsichtigen Behandlung problemlos mehrere Monate lagern. Sie werden zum Ende des Sommers geerntet oder können bis in den November hinein am Baum bleiben und reifen. Aus Quitten können Sie zum Beispiel köstliche Marmelade, Kompott, Quittenbrot, Saft (und daraus Gelee), Likör, Wein oder Schnaps herstellen.

Tipp: Reife Quitten wurden früher als natürlicher Duftspender zwischen die Wäsche gelegt. Probieren Sie das gerne aus, wenn Sie auf chemisches Parfüm verzichten und trotzdem einen feinen, fruchtigen Duft auf Ihrer Wäsche haben möchten.

Steinobst: Pflaumen, Pfirsiche, Kirschen und noch viel mehr

Haben Sie bereits unsere Beiträge zu den Themen Äpfel, Birnen, Beerensträucher, Erdbeeren, Wein und weiteren Obstsorten gelesen? Dann können Sie in weiteren Artikeln auch Ihr Wissen zu Steinobst erweitern. Zum Steinobst gehören Sorten wie Aprikosen, Pflaumen, Pfirsiche und Kirschen. Sie bilden einen harten Kern aus, der den keimfähigen Samen schützt. Die saftige, oft köstlich süße Hülle um diesen Kern herum ist die Frucht, welche wir gerne genießen. Bei manchen Steinfrüchten ist der Samen essbar. Das ist zum Beispiel bei Mandeln, Aprikosen oder auch der Kokosnuss (die ebenfalls zu den Steinfrüchten zählt) der Fall.

Pflaumen sind nicht nur roh köstlich, sondern eignen sich perfekt für Kuchen und feine Marmelade © bojsha, stock.adobe.com
Pflaumen sind nicht nur roh köstlich, sondern eignen sich perfekt für Kuchen und feine Marmelade © bojsha, stock.adobe.com

Wildformen für Ihren Garten – Obst aus Feld und Flur

Wild wachsende Obstsorten sind oft wenig ertragreich, säuerlich oder hart. Sie wurden deshalb zu Kultursorten gezüchtet, die große und süße Früchte tragen. Doch gibt es einige Sorten, für die sich der Anbau auch im heimischen Obstgarten lohnt und die im Fachhandel und in Baumschulen angeboten werden. Dazu zählen beispielsweise:

  • Holunder
  • Schlehen
  • Weißdorn
  • Walderdbeeren
  • Brombeeren
  • Sanddorn

Holunder ist äußerst genügsam und robust. Er wächst als buschiger Baum, der 3–4 m hoch werden kann und eine Krone mit drei und mehr Metern Durchmesser bildet. Sowohl seine Blüten als auch die reifen Beeren eignen sich für den Verzehr. Sie können aus den Blüten Holundersekt oder Sirup herstellen. Die Beeren müssen vor dem Genuss gekocht werden. Aus dem Saft macht man Holundersuppe, Gelee oder einen würzigen, alkoholfreien Glühwein.

Sanddorn liefert sehr viel Vitamin C. In seinen Beeren sind viele weitere wichtige Mineralien und Vitamine enthalten. Er gedeiht am besten auf sandigen Böden. Die Beeren werden im Spätsommer und im Herbst geerntet und lassen sich zu Saft, Marmelade oder Likör verarbeiten. Getrocknet eignen sie sich ideal als fruchtiger Zusatz für Tee.

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Die Schlehe ist mit den Pflaumen verwandt. Ihre kleinen, blauen Früchte reifen erst spät und werden am besten nach dem ersten Frost geerntet. Dann schmecken sie etwas süßer und lassen sich besser verarbeiten. Sie wächst an Büschen, die maximal ca. 2 m hoch werden und mit Dornen besetzt sind. Diese Büsche eignen sich gut als Hecke an der Grundstücksgrenze. Wenn Sie die Schlehen nicht selbst ernten möchten, lassen Sie sie einfach am Strauch hängen. Sie bieten Vögeln im Winter eine gute Nahrungsquelle.

Walderdbeeren sind winzig klein, dafür beeindrucken sie mit einem unvergleichlichen Duft und einem süßen Aroma. Sie können die Pflanzen als Bodendecker zwischen andere Sträucher oder Bäume setzen. Reifezeit ist von Mitte Mai bis in den Juni hinein.

Walderdbeeren können eine fantastische Bereicherung für einen Naschgarten sein © encierro, stock.adobe.com
Walderdbeeren können eine fantastische Bereicherung für einen Naschgarten sein © encierro, stock.adobe.com

Beerensträucher – Vitamine in Hülle und Fülle

Beerensträucher sind pflegeleicht und benötigen relativ wenig Platz. Sie eignen sich dafür ideal für kleinere Grundstücke oder als Zwischenpflanzung in einem größeren Obstgarten oder Nutzgarten. Zu den bekanntesten und beliebtesten Sorten zählen:

  • Johannisbeeren
  • Stachelbeeren
  • Blaubeeren
  • Himbeeren
  • Brombeeren
  • Cranberry
  • Aronia
  • Preiselbeeren
  • Jostabeeren (eine Kreuzung zwischen Johannisbeeren und Stachelbeeren)

Auch Pflege und Schnitt sind relativ einfach und mit wenig Aufwand zu erledigen. Im Fachhandel finden Sie zahlreiche neue und alte Sorten. In unserem Beitrag Beerensträucher erfahren Sie mehr über die einzelnen Sorten und ihre Eigenheiten.

Tipp: Achten Sie beim Kauf von Beerensträuchern auf die Angaben zur Bodenbeschaffenheit. Einige Sorten vertragen beispielsweise keinen Kalkboden oder benötigen einen sehr sonnigen Standort.

Wein und andere rankende Obstsorten

Mit rankenden Obstsorten wie Wein, Brombeeren und Kiwi lassen sich interessante Lösungen für die Platzgestaltung in Ihrem Garten finden. Wein kann eine Hauswand oder eine Mauer begrünen. Er eignet sich auch für das Begrünen einer Pergola oder eines Rosenbogens. Ähnliches können Sie mit den rankenden Kiwi-Pflanzen erzielen. Sie benötigen allerdings ein mildes Klima und gedeihen nicht an jedem Ort.

Brombeeren bilden sehr lange Ruten, die Sie an einem Spalier oder entlang eines Zaunes wachsen lassen können. Möchten Sie bei der Pflege und Ernte nicht zerkratzt werden, wählen Sie eine stachellose Sorte aus. In unserem Beitrag zu rankenden Obstsorten erfahren Sie mehr über deren Anbau, Pflege und erhalten Tipps für die Ernte. Außerdem können Sie sich Anregungen zu Pflanzkonzepten für Ihren Obstgarten holen.

Ein Weinstock lässt sich gut an einer Mauer oder an der Hauswand ziehen – so sparen Sie Anbaufläche und erhalten eine zusätzliche köstliche Obstsorte, die sich auch zu einem eigenen Hauswein verarbeiten lässt © 5ph, stock.adobe.com
Ein Weinstock lässt sich gut an einer Mauer oder an der Hauswand ziehen – so sparen Sie Anbaufläche und erhalten eine zusätzliche köstliche Obstsorte, die sich auch zu einem eigenen Hauswein verarbeiten lässt © 5ph, stock.adobe.com
Viele der Inhaltsstoffe von Obst können eine gute Gesundheit, Vitalität und mentale Balance fördern © shaiith, stock.adobe.com
Frische Früchte in Hülle und Fülle im Obstgarten

Wer einen Obstgarten anlegen möchte, hat dazu viele Möglichkeiten. Sie können eine Streuobstwiese planen, viele verschiedene Beerensträucher pflanzen oder mit… weiterlesen

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