Kiwi und Brombeere – rankende Obstsorten im Fokus

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Exotische und heimische Früchte

Kiwis stammen ursprünglich aus China bzw. Ostasien und wurden von dort zuerst in Neuseeland kultiviert, bevor sie auch in unseren Breitengraden angebaut wurden. Der Kletterstrauch benötigt eine Rankhilfe und ist je nach Sorte sogar frostbeständig. Die Kiwipflanze ist grundsätzlich zweihäusig. Das bedeutet, Sie benötigen neben mehreren weiblichen Pflanzen mindestens eine männliche Pflanze für die Bestäubung der Blüten. Einzelne Sorten sind durch Mutationen selbstbefruchtend geworden. Allerdings bilden diese Sorten nur sehr kleine und vereinzelte Früchte aus. Wenn Sie eine reiche und regelmäßige Ernte erhalten möchten, bauen Sie sowohl männliche als auch weibliche Kiwipflanzen in Ihrem Obstgarten an.

Weibliche Kiwiblüten mit Stempel und den rudimentären Staubgefäßen © sonne_fleckl, stock.adobe.com
Weibliche Kiwiblüten mit Stempel und den rudimentären Staubgefäßen © sonne_fleckl, stock.adobe.com

Bei der Auswahl der Sorten berücksichtigen Sie am besten das regionale Klima. In wintermilden Gegenden können Sie großfruchtige Kiwi-Sorten anbauen, deren Früchte in diesen Regionen auch gut reifen. Die Sorten Heyward, Starella oder Atlas sind bis etwa -15° C frostbeständig. In Regionen mit kälterem Klima eignen sich Mini-Kiwis am besten für den Anbau. Spezielle Sorten vertragen dabei sogar Temperaturen bis zu -30° C. Als bekannteste unter diesen robusten und glattschaligen Sorten gilt die Bayern-Kiwi, die auch als Weiki bezeichnet wird.

Weitere weibliche Kiwisorten sind:

  • Abbot
  • Allison
  • Ambrosia
  • Bruno
  • Maki
  • Monty
  • Weiki

Zu den männlichen Befruchtungssorten zählen unter anderem:

  • Atlas
  • Matua
  • Nostino
  • Tomuri
  • Weiki

Tipp: Sie benötigen nicht für jede einzelne weibliche Kiwipflanze eine weitere männliche Befruchtungspflanze. Mit einem Schlüssel von ca. sechs weiblichen zu einer männlichen Pflanze wird genug Pollen produziert, um einen reichen Fruchtansatz zu fördern.

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Wann können Sie mit ersten Erträgen bei Ihren Kiwi-Pflanzen rechnen?

Wie bei Wein, Beerensträuchern oder Obstbäumen dauert es auch bei der Kiwi einige Zeit, bevor Sie nach der Neupflanzung erste Früchte ernten können.

Die meisten Sorten benötigen ca. vier Jahre, bis sie die köstlichen und vitaminreichen Kiwi ausbilden.

Falls Sie schneller Erfolge sehen möchten, können Sie auch die etwas kleinfruchtigeren Kiwibeeren ausprobieren. Ihr Wuchs ist etwas schwächer, weshalb sie sich außerdem gut für kleine Gärten eignen. Diese Sorten tragen bereits im zweiten Jahr nach der Pflanzung Früchte:

  • Cinderella
  • Issai
  • Jassei
  • Julia (Sachsenkiwi)

Es gibt die typischen großfruchtigen Sorten mit ihrer pelzigen Schale und grünem bis gelblichem Fruchtfleisch. Doch können Sie auch interessante Züchtungen mit anderen Farben im Fruchtfleisch, mit glatter und sogar mit essbarer Schale kaufen.

Standortbedingungen für die Pflanzung von Kiwi-Sträuchern

Die meisten Kiwis sind starkwüchsige Pflanzen, die bis zu 3 m lange Ranken ausbilden. Diese Ranken benötigen ein Gerüst aus Holz oder Draht, ähnlich, wie es für Weinreben verwendet wird. Sie sind sehr windempfindlich und sollten deshalb angebunden werden.

Für den Anbau eignet sich am besten ein warmer und sonniger Standort. Trotzdem sollten Sie dafür nicht unbedingt eine Südlage auswählen, denn der Boden um den Fuß der Pflanze sollte unbedingt beschattet sein. Kiwis sind Flachwurzler und würden schnell vertrocknen, wenn die Sonne permanent direkt auf den Boden scheint. Die gute Nachricht dabei ist, dass sich Kiwi deshalb auch im Kübel kultivieren lassen – das ist beispielsweise perfekt für Regionen mit rauer Wetterlage. Denn hier können Sie Ihre Kiwi im Winter an einen geschützten Ort bringen.

Der Boden für Ihre Kiwis sollte nährstoffreich, humos, sauer (idealer pH-Wert 4,5 bis 5,5), durchlässig und leicht feucht sein. Ideal ist ein typischer Waldboden, auf dem auch Himbeeren oder Blaubeeren gut gedeihen würden. Für die Pflanzung und Kübel eignet sich Rhododendronerde besonders gut.

Kiwipflanzen benötigen Rankhilfen für einen aufrechten Stand. Mit einer Pergola können Sie Ihren Garten in eine üppige Fruchtoase verwandeln © Uwe, stock.adobe.com
Kiwipflanzen benötigen Rankhilfen für einen aufrechten Stand. Mit einer Pergola können Sie Ihren Garten in eine üppige Fruchtoase verwandeln © Uwe, stock.adobe.com

Kiwi pflanzen

Der beste Zeitpunkt für das Pflanzen von Kiwi (vorgezogene Pflanze mit Wurzelballen aus der Baumschule) ist die Zeit nach den Eisheiligen. Vorher könnten Sie riskieren, dass Nachtfrost die empfindlichen Jungpflanzen zerstört. Heben Sie ein Pflanzloch aus, das den Wurzelballen bequem aufnehmen kann. Lockern Sie dabei auch den Boden rundherum bis zu einem Abstand von ca. einem halben Meter auf – das macht es den Wurzeln später leichter, sich auszubreiten.

Den Boden des Pflanzlochs können Sie ebenfalls noch extra auflockern und mit Rhododendronerde oder Humus füllen. Wässern Sie den Wurzelballen der Kiwipflanze einige Stunden, bevor sie eingepflanzt wird. Setzen Sie die Pflanze dann in das Pflanzloch und füllen Sie es mit Erde auf. Gießen Sie die Kiwipflanze an und versorgen Sie sie in den ersten Wochen regelmäßig mit Wasser, damit sie gut anwächst. Neben dem Pflanzloch stellen Sie einen Stützpfahl auf und installieren eine Rankhilfe. Binden Sie die Triebe der Kiwipflanze locker an und wiederholen Sie dies regelmäßig, wenn sich längere Ranken entwickeln.

Tipp: Sorgen Sie auch sonst für eine gute Bewässerung Ihrer Kultur, wenn das Wetter beispielsweise sehr heiß und trocken ist. Kiwi lieben zwar die Wärme, stammen aber aus einer subtropischen Region, die an ihrem natürlichen Standort viel Feuchtigkeit bietet.

Kiwipflanzen schneiden

Bei den etwas schwächer wüchsigen Kiwibeeren ist von Zeit zu Zeit lediglich ein Verjüngungsschnitt erforderlich. Alle anderen, starkwüchsigen Kiwipflanzen benötigen einen jährlichen Rückschnitt, ähnlich wie bei Weinreben. Das fördert die Entwicklung der Früchte, die außerdem viel Licht benötigen.

Gehen Sie beim Schneiden der Kiwi wie folgt vor:

  • beginnen Sie damit, sobald sich an den Seitenästen längere Verzweigungen bilden
  • der perfekte Zeitpunkt dafür ist entweder im Sommer oder im Winter
  • kürzen Sie den Haupttrieb, um seine Verzweigung anzuregen
  • kürzen Sie alle Seitentriebe auf fünf bis sieben Augen
  • lichten Sie altes Fruchtholz aus

Hinweis: Schneiden Sie Ihre Kiwi auf keinen Fall in den Monaten März und April zurück. In dieser Zeit würden die Triebe an den Schnittstellen stark bluten und der Pflanze viel Kraft rauben. Der Rückschnitt im Winter findet am besten im Januar oder Februar statt. Im Sommer können Sie dafür die Monate Juni, Juli und August nutzen.

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Brombeerranken gekonnt bändigen

Brombeeren gehören zu den heimischen Gewächsen, die wild am Feldrand, auf Schutthalden oder am Wegesrand wachsen. Für die Kultivierung in Ihrem Obstgarten eignen sich sowohl diese wilden Sorten mit ihren aromatischen dunklen Früchten als auch gezüchtete Sorten, die mit besonders großen Früchten, interessanten Farben, einer veränderten Reifezeit und dornenlosen Ranken beeindrucken.

Viele der Wildsorten neigen dazu, sehr zu wuchern. Sie bilden lange Ranken aus, die im Jahr mehrere Meter wachsen können. So bildet sich schnell ein dichtes Gestrüpp aus, dass sich nur schwer bändigen lässt. Außerdem können sich Brombeeren über Bodenausläufer und über Absenker aus den auf der Erde liegenden Ruten vermehren. Daher müssen Sie diese Pflanzungen immer gut im Blick behalten und zurückschneiden, wenn sie nicht den gesamten Garten übernehmen sollen.

Neuzüchtungen und bewährte Sorten sind daher oft weniger starkwüchsig. Sie eignen sich gut, um eine schöne, fruchttragende Hecke zu bilden oder um einen Zaun zu verbergen. Die meisten dieser Sorten benötigen eine Rankhilfe, da die Ruten sonst am Boden liegen würden.

Frische Brombeeren sind ein köstlicher Genuss. Sie schmecken aber auch wunderbar in Marmelade oder Saft © liubov, stock.adobe.com
Frische Brombeeren sind ein köstlicher Genuss. Sie schmecken aber auch wunderbar in Marmelade oder Saft © liubov, stock.adobe.com

Schnitt von Brombeerpflanzen

Brombeeren sollten regelmäßig geschnitten werden, um den Ertrag zu steigern und um die Form der Pflanze zu bestimmen. Sie bilden ihre Früchte nur am einjährigen Holz aus. Das bedeutet, die aromatischen Beeren wachsen nur an Zweigen, die bereits im Vorjahr gebildet wurden. Ältere Triebe verholzen und bilden keine Früchte mehr aus. So gehen Sie dabei vor:

  • Der erste Schnitt erfolgt unmittelbar nach der Pflanzung. Lassen Sie nur ein oder zwei der kräftigsten Triebe stehen, schneiden Sie alle anderen kurz zurück.
  • Schneiden Sie im Frühjahr alle abgetragenen und älteren Ruten der Pflanze radikal bis zum Boden zurück.
  • Nach der Ernte können Sie die im Sommer gebildeten jungen Ruten zurückschneiden. Lassen Sie dabei 3–5 Augen stehen. Kürzen Sie bei dieser Gelegenheit auch sehr lange, bereits fruchttragende Triebe. Das verbessert die Ernte und verhindert, dass diese Ruten Bodenabsenker bilden.

Das abgeschnittene Material können Sie zerkleinern und mit auf den Kompost geben, wenn sich keine Krankheitserreger daran befinden. Falls Sie eine Sorte mit Stacheln zurückschneiden möchten, tragen Sie dabei am besten dicke Schutzhandschuhe und Kleidung mit langen Ärmeln. Zum Transport der stacheligen Äste und Blätter eignen sich am besten Gefäße mit glatten Wänden oder eine Schubkarre.

Tragen Sie beim Schneiden von stacheligen Brombeerranken dicke Handschuhe und langärmlige Kleidung © etfoto, stock.adobe.com
Tragen Sie beim Schneiden von stacheligen Brombeerranken dicke Handschuhe und langärmlige Kleidung © etfoto, stock.adobe.com

Empfehlenswerte Brombeersorten für Ihren Obstgarten

Bestachelte, früh reifende Brombeersorten:

  • Silvan: schwachwüchsige Sorte, sehr große, köstliche Beeren, frostfest
  • Choctaw: mittelmäßig ertragreich, aufrecht wachsend, relativ kurze Ranken, sehr große Früchte, frostempfindlich
  • Wilsons Frühe: mittelstark, aufrecht wachsend, wenig Stacheln, süße und relativ kleine Beeren
  • Theodor Reimers: sehr ertragreiche, bewährte Sorte, stachelige, sehr lange Ranken, frostempfindliche, süße und relativ kleine Beeren

Brombeeren ohne Stacheln:

  • Waldo: ertragreich, mit langer Ernteperiode; große köstliche Früchte, kompakt wachsend
  • Loch Tay: aufrecht wachsende Ranken, kleine köstliche Beeren
  • Loch Ness: mittelstark, halbaufrecht wachsend, sehr reich tragend, aromatisch-süßer Geschmack, nicht resistent gegenüber falschem Mehltau und Brombeer-Stauche
  • Asterina: robust, sehr große feste Früchte, süß, mittelstark wüchsig
  • Navaho: große köstliche Früchte, sehr stark aufrecht wachsend, robust, rosa Blüten
  • Chester Thornless: sehr starkwüchsig, große köstliche Beeren, spät reifend
  • Thornless Evergreen: mittelgroße, feste Früchte, süßsäuerlich-aromatisch, etwas frostgefährdet

Baumschulen und Gartenbaubetriebe bieten regelmäßig interessante Neuzüchtungen an, bei denen beispielsweise auch Kreuzungen von Himbeeren und Brombeeren vertreten sind. In den Katalogen finden Sie die aktuellen Angebote, bei denen auch alle Eigenschaften dieser Züchtungen ausführlich beschrieben sind.

Planen Sie noch andere Neupflanzungen? In unseren weiteren Beiträgen erfahren Sie mehr über andere Obstsorten wie Birnen, Erdbeeren, Wein und Äpfel.

Ein Feigenbaum bildet mit seinem imposanten Wuchs und den schönen großen Blättern einen Blickfang in jedem Garten. Bereits im zeitigen Frühjahr beginnen sich die knubbeligen runden Fruchtansätze zu zeigen © Olga Iljinich, stock.adobe.com
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