Kirschen – super gesund und herrlich köstlich

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Kirschen zählen zu den schmackhaftesten Obstsorten, die es frisch nur für kurze Zeit zu genießen gibt. Sie gehören zur Pflanzengattung Prunus (Steinfrüchte), wie beispielsweise auch Pflaumen, Pfirsiche, Aprikosen und Mandeln. Dabei gibt es verschiedene Unterarten von Kirschen, zu denen die Süßkirsche, die Sauerkirsche, die Japanische Blütenkirsche und die Gewöhnliche Traubenkirsche gehören. Für den Obstbau sind lediglich Süßkirschen und Sauerkirschen interessant. Die Früchte der anderen Arten sind für uns entweder nicht genießbar und bitter oder zu klein.

Die Wildkirsche bzw. Vogelkirsche ist die Urform unserer heutigen Süßkirschen und Sauerkirschen © chermit, stock.adobe.com
Die Wildkirsche bzw. Vogelkirsche ist die Urform unserer heutigen Süßkirschen und Sauerkirschen © chermit, stock.adobe.com

Ursprung unserer Kirschsorten

Der Ursprung für unsere Süßkirschen und Sauerkirschen stammt von Wildkirschen, die als Wilde Vogelkirsche bezeichnet werden. Wildkirschen sind in Europa und Afrika heimisch und werden archäologischen Funden zufolge bereits seit vielen 1000 Jahren von den Menschen gegessen. Eine Kultivierung dieser Bäume fand ca. seit 800 vor Christus zuerst in Kleinasien und später in Griechenland statt. Dabei entwickelten sich nach und nach die heutigen, großfrüchtigen, ertragreichen und süßen Kirschsorten.

Für Süßkirschen werden hauptsächlich zwei Sorten unterschieden: Knorpelkirschen sind meist schwarz-rot oder gelegentlich auch hellgelb gefärbt. Ihr Fruchtfleisch ist rot oder gelb und hat eine feste Struktur. Herzkirschen sind wesentlich größer und zeigen Farben wie schwarz-rot, aber auch gelb oder hellrot. Ihr Fruchtfleisch ist sehr saftig und rot oder schwarz-rot. Sie sind etwas weicher als Knorpelkirschen.

Sauerkirschen teilt man ebenfalls in zwei Hauptsorten ein. Eine davon ist die Baum-Sauerkirsche und die andere ist die Strauch-Sauerkirsche, auch als Schattenmorelle bekannt. Von beiden Sorten gibt es zahlreiche weitere Untersorten und spezielle Züchtungen mit verschiedenen Eigenschaften und Erntezeitpunkten.

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Welche Kirschsorten sind für Ihren Obstgarten empfehlenswert?

Die Vielfalt an Kirschsorten für Süßkirschen und Sauerkirschen ist sehr hoch und wird permanent durch Neuzüchtungen bereichert. Die meisten Sauerkirschen sind selbstbefruchtend. Bei Süßkirschen ist es fast immer günstiger für einen guten Ertrag, wenn ein weiterer Kirschbaum als Befruchterbaum in der Nähe zur gleichen Zeit blüht. Im Folgenden stellen wir Ihnen einige alte und neue Sorten vor, die sich für den Anbau im heimischen Obstgarten eignen.

Alte Süßkirschsorten

Burlat: ertragreiche Frühkirsche, starkwachsend, resistent gegen Kirschfruchtfliege, als Befruchter geeignete Sorten sind Große Prinzessin und Hedelfinger, Reife Mitte Mai bis Mitte Juni, große, dunkelrote Früchte

Büttners Rote Knorpel: frostharte Spätkirsche, Befruchter: Hedelfinger, Schneiders, Reife Anfang Juli, sehr große, süße und würzige Früchte mit hellgelber Schale und roten Bäckchen

Döniessens Gelbe Knorpel: frostharte, späte Knorpelkirsche, Befruchter: Büttners Rote, Schneiders Späte, Reifezeit Mitte Juli bis Mitte August, mittelgroße, sehr süße und festfleischige Früchte

Kassins: frühe, stark wachsende und ertragreiche Herzkirsche, resistent gegen die Kirschfruchtfliege, dunkelrote große und saftige Früchte, Ernte Mitte Mai bis Mitte Juni

Oktavia: ertragreiche Sorte mit mittelstarkem Wuchs, Befruchter: Schneiders Späte, Große Prinzessin, festes süßes und automatisches Fruchtfleisch, Ernte Mitte bis Ende Juli

Regina: ertragreiche Sorte mit kompaktem Wuchs, Befruchter: Schneiders Späte, süß-aromatische, rotbraune bis dunkelrote Früchte mit festem Fruchtfleisch, Ernte Ende Juli bis Mitte August

Reife Herzkirschen in prächtigen Bündeln an einem Ast © Suzi, stock.adobe.com
Reife Herzkirschen in prächtigen Bündeln an einem Ast © Suzi, stock.adobe.com

Neue Süßkirschsorten

Johanna: dunkelrot, robust, mit mittelfestem Fruchtfleisch, aromatische große Früchte, Erntezeitpunkt Mitte bis Ende Juni

Karina: starkwüchsige und ertragreiche Knorpelkirsche, süße und aromatische, dunkelrote Früchte, Befruchter: Kordia, Hedelfinger, Summit, Ernte Ende Juli bis Mitte August

Katalin: frühe, bordeauxrote Knorpelkirsche mit regelmäßigen Erträgen, Befruchter: Regina, Sam. Linda, Ernte Ende Juli bis Mitte August

Merchant: mittelgroße Frühkirsche mit aromatischen dunkelroten Früchten, mittlerer Ertrag, Befruchter: Burlat, Sweetheart, Lapins, Ernte Mitte bis Ende Juni

Vanda: braunrote, große und süße Früchte, Befruchter: Kordia, Schneiders Späte, Erntezeitpunkt Anfang bis Mitte Juli

Alte Sauerkirschsorten

Heimanns Rubinweichsel: robust, mit großen, aromatischen und schwarzbraunen Früchten, keine besonderen Standortansprüche, Ernte Anfang bis Mitte Juli

Koröser Weichsel: resistent gegen Monilia, für durchlässige Böden in Wind- und Höhenlagen, benötigt als Befruchter eine weitere Süß- oder Sauerkirsche, große Früchte mit dunklem Saft, Ernte im Juli

Ludwigs Frühe: robuste und frosthart Sorte mit mittelgroßen, hellroten Früchten, moniliaresistent, Ernte Mitte Juni bis Mitte Juli

Morellenfeuer: mittelgroße, saftige und aromatische Weichselkirsche mit stark färbendem Saft, dunkelrot, kaum moniliagefährdet, selbstfruchtbar, Ernte im Juli

Schattenmorelle: dunkelrote, große Früchte mit sehr viel Saft und einem angenehmen säuerlichen Geschmack, Ernte Mitte bis Ende Juli

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Neue Sauerkirschsorten

Gerema: selbstfruchtbare, schwachwachsende Sorte, wenig anfällig gegen Monilia sowie gegen die Schrotschuss- und Sprühfleckenkrankheit, mittlere bis große schwarz-rote Früchte, Ernte im Juli

Karneol: mittelgroße und verhältnismäßig süße Sauerkirschen, die sich auch roh verzehren lassen, benötigt Befruchter: Schattenmorelle, Morellenfeuer, Koröser Weichsel, Ernte im August

Morina: große, gut steinlösende, braunrote Früchte mit festem Fruchtfleisch, wenig anfällig gegen Monilia und Stecklenberger Krankheit, Befruchter: teilweise selbstfruchtbar, empfohlen werden Lapins, Sam und Schneiders, Ernte im Juli

Saphir: sehr große Früchte, süß und fast schwarz, moniliaresistent, muss regelmäßig ausgerichtet werden, selbstfruchtbar, jedoch steigert ein Befruchter (Schattenmorelle) die Erträge deutlich, Ernte im Juli

Vowi: mittelgroße braunrote Früchte mit viel Saft, selbstfruchtbar, relativ robust gegenüber Monilia und Stecklenberger Krankheit, Ernte im Juli

Wie viel Platz braucht Ihr Kirschbaum im Garten?

Kirschbäume lassen sich sowohl als Niedrigstamm, Säulenzüchtung, Halbstamm, Hochstamm oder auch als Spalierobst ziehen. Daher hängt der benötigte Platz in Ihrem Obstgarten von der konkreten Sorte ab. Informieren Sie sich am besten beim Kauf über die Wuchsform und den entsprechenden Platzbedarf. Strauch-Sauerkirschen benötigen beispielsweise eine relativ kleine Fläche und wachsen nicht allzu hoch. Eine klassische Herzkirsche entwickelt einen hohen Baum mit starker Krone. Durch einen regelmäßigen Schnitt können Sie diese Form selbst beeinflussen.

Sauerkirschen wachsen meist etwas weniger stark als Süßkirschen und benötigten deshalb weniger Platz im Obstgarten © M. Schuppich, stock.adobe.com
Sauerkirschen wachsen meist etwas weniger stark als Süßkirschen und benötigten deshalb weniger Platz im Obstgarten © M. Schuppich, stock.adobe.com

Schnitt für Süßkirschen

Süßkirschen zeichnen sich durch einen starken Wuchs aus. Dabei können ihre Äste zwischen 30 und 60 cm pro Jahr zulegen und ein Hochstamm wird bis zu 30 m hoch. Bei diesen Höhen ist die Ernte schwierig, weshalb Sie Ihre Süßkirsche regelmäßig zurückschneiden sollten. Außerdem reifen die Früchte in einer lichten Krone besser und Krankheiten können sich weniger gut ausbreiten.

Die beste Zeit für den Schnitt der Süßkirsche ist unmittelbar nach der Ernte, spätestens jedoch bis Ende August an einem trockenen Tag. Alternativ ist der Schnitt auch im Frühjahr möglich – dann weckt diese Maßnahme jedoch das Wachstum des Baums an. Der Schnitt sollte jedes Jahr auf folgende Weise durchgeführt werden:

  • Äste, die ins Innere der Krone gerichtet sind, entfernen
  • herabhängende Äste stark kürzen
  • immer oberhalb eines jungen Seitentriebes, der nach außen gerichtet ist, schneiden
  • abgestorbenes, krankes und schlecht tragendes Holz entfernen
  • kurze Triebe mit quirlartigen Knospen stehen lassen – hier bilden sich später die meisten Früchte aus

Tipp: Verwenden Sie für den Schnitt immer scharfe, saubere Werkzeuge. Halten Sie es keimfrei, indem Sie die Schnittflächen vor einem Wechsel zu einem anderen Baum mit Brennspiritus durch desinfizieren.

Schnitt für Sauerkirschen

Sauerkirschen wachsen weniger stark als Süßkirschen. Sie benötigen lediglich einen Pflanzschnitt sowie alle 5–10 Jahre einen Erhaltungsschnitt. Diesen Schnitt führen Sie wie folgt aus:

Der passende Schnittzeitpunkt bei Sauerkirschen ist die Zeit zwischen November und März. Entfernen Sie totes Holz sowie kranke Zweige. Schneiden Sie alle Äste oder Zweige ab, welche ins Innere der Krone wachsen oder sich überkreuzen. Gestalten Sie die gesamte Krone, indem Sie alle verbliebenen Äste um einige Zentimeter einkürzen.

Kirschbaum selbst veredeln

Einen Kirschbaum können Sie selbst veredeln. Sie benötigen dazu eine geeignete Unterlage, die sich ausgezeichnet aus einem Sämling von einer Wildkirsche oder einfach aus einem ganz normalen Kirschkern ziehen lässt. Außerdem benötigen Sie ein Edelreis von der Kirschsorte, die später in Ihrem Obstgarten wachsen soll. Eine genaue Beschreibung dafür finden Sie in unserem Beitrag zu Veredelung und Vermehrung von Obstgehölzen vor.

Welche Pflanzenkrankheiten können Ihren Kirschbaum gefährden?

Leider sind Kirschbäume von zahlreichen Pflanzenkrankheiten gefährdet. Kontrollieren Sie Ihre Bäume deshalb regelmäßig auf Anzeichen wie gekräuselte Blätter, Befall von Blattläusen, den Austritt von Harz oder Wucherungen am Holz. Verwenden Sie nach Möglichkeit biologische Schädlingsbekämpfungsmittel, um Kirschfruchtfliege oder Kirschblattlaus im Zaum zu halten.

Zu den Pflanzenkrankheiten und Schädlingen für Kirschbäume gehören:

  • Bakterienbrand
  • Baumkrebs
  • Gummifluss
  • Nekrotischer Ringflecken-Virus
  • Monilinia
  • Röteln
  • Schrotschusskrankheit
  • Valsakrankheit
  • Sprühfleckenkrankheit
  • Kleiner Frostspanner
  • Kirschblattlaus
  • Kirschfruchtfliege

Tipp: Um die Kirschfruchtfliege zu bekämpfen, eignet sich das Aufhängen von sogenannten Gelbtafeln als Falle, die mit einer klebrigen Masse überzogen sind. Ihre gelbe Farbe gaukelt den Fliegen reifende Kirschen vor. Sobald sie sich auf die Tafeln setzen, bleiben sie auf dem leimigen Untergrund kleben. Bringen Sie die Gelbtafeln spätestens an, wenn sich die Früchte am Kirschbaum gelb zu färben beginnen.

Mit dem Aufhängen von sogenannten Gelbtafeln können Sie den Befall Ihrer Kirschen durch die Kirschfruchtfliege reduzieren © Henry Czauderna, stock.adobe.com
Mit dem Aufhängen von sogenannten Gelbtafeln können Sie den Befall Ihrer Kirschen durch die Kirschfruchtfliege reduzieren © Henry Czauderna, stock.adobe.com

Möchten Sie mehr über andere Obstsorten wie Äpfel, Erdbeeren, Wein oder Beerensträucher erfahren? Dann lesen Sie gerne unsere weiteren Beiträge zu diesen Themen.

Hier sehen Sie, wie Wasserschosser an einem Obstbaum entfernt werden © ueuaphoto, stock.adobe.com
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