Beerensträucher für den Obstgarten

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Beerensträucher sollten in keinem Obstgarten fehlen. Sie benötigen nur wenig Platz und liefern Jahr für Jahr zuverlässig eine reiche Ernte an süßen und saftigen Früchten. Bei der Pflege und bei der Auswahl der passenden Sorten für Ihre Region ist einiges zu beachten. Lesen Sie in diesem Beitrag, wie Himbeeren, Brombeeren, Johannisbeeren und Stachelbeeren am besten gedeihen.

Frische Brombeeren sind ein köstlicher Genuss. Sie schmecken aber auch wunderbar in Marmelade oder Saft © liubov, stock.adobe.com
Frische Brombeeren sind ein köstlicher Genuss. Sie schmecken aber auch wunderbar in Marmelade oder Saft © liubov, stock.adobe.com

Johannisbeeren – welche Sorten eignen sich für Ihren Obstgarten?

Johannisbeeren schmecken einfach köstlich und sind mit keiner anderen Frucht zu vergleichen. Es gibt rote, schwarze und weiße Johannisbeeren, die sich außer in der Farbe der Früchte in der Gestalt der Pflanzen und in ihrem Geschmack unterscheiden. Je nach Farbe haben Johannisbeeren einen anderen Geschmack und Duft. Rote Johannisbeeren schmecken etwas säuerlich. Schwarze Johannisbeeren schmecken herber und leicht bitter. Die weißen Sorten sind etwas süßer und kommen im Geschmack den roten Johannisbeeren nahe. Obwohl die schwarzen Beeren etwas herber schmecken, sind sie am gesündesten: Im Vergleich zu den roten Johannisbeeren enthalten sie 3 x so viel Vitamin C und 4 x so viel Vitamin A.

Im Fachhandel gibt es unzählige Sorten von Johannisbeeren. Sie können früh, mittel und spät tragende Pflanzen miteinander kombinieren, um möglichst lange frische Früchte zu ernten. Hier stellen wir Ihnen einige Sorten kurz vor:

  • Jonkheer van Tets: frühreifende rote Johannisbeere, starkwüchsig und reich tragend, saftige, aromatische, große Beeren, nicht für niederschlagsreiche Regionen, frostgefährdet
  • Rolan: Robuste Sorte mit großen, hellroten, festen Beeren, säuerlich-aromatischer Geschmack, mittelstark wüchsig
  • Rotet: Mittelspäte und robuste Sorte mit regenfesten roten Beeren, säuerlicher, aromatischer Geschmack; hohe Erträge
  • Vit Jätte: Reich tragende, weiße Johannisbeere mit großen, gelben Beeren; mild-süßer Geschmack
  • Primus: Weiße Johannisbeere, mittel bis spät reifend, süßer, sehr aromatischer Geschmack, ertragreich
  • Bona: Frühreifende schwarze Johannisbeere mit großen Früchten, ausgezeichneter Geschmack, tolerant gegenüber Mehltau
  • Ometa: Schwarze, mittelspäte bis späte Johannisbeere; große, aromatische Früchte, reich tragend, robust

Für einen besseren Ertrag sollten Johannisbeeren regelmäßig geschnitten werden. Bei roten und weißen Johannisbeeren führen sie dies direkt nach der Ernte durch. Schwarze Johannisbeeren erhalten im Sommer nur eine Auslichtung und werden erst Ende Februar geschnitten.

Entfernen Sie bei roten oder weißen Johannisbeeren die ältesten Haupttriebe in der Nähe des Bodens. Falls der Strauch zu dicht gewachsen ist, können Sie mit einem Auslichtungsschnitt für eine bessere Ernte sorgen. Dabei bleiben nur 2–3 der kräftigsten und neuen Haupttriebe stehen. Die meisten Früchte bilden sich bei diesem Pflanzen an den einjährigen Seitentrieben der zwei- oder dreijährigen Haupttriebe. Mit dem jährlichen Rückschnitt erreichen Sie, dass immer genügend junge Haupttriebe für einen reichen Fruchtansatz vorhanden sind.

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Schwarze Johannisbeeren werden im Sommer nur ausgelichtet und Ende Februar geschnitten. Die meisten Früchte bilden sie an ihren einjährigen, langen Haupt- und Seitentrieben und an kurzen Seitentrieben, die an zwei- bis dreijährigen Haupttrieben wachsen. Daher können alle Haupttriebe, die älter als drei Jahre sind, im Februar kurz über der Erde weggeschnitten werden.

Tipp: Wenn Sie mögen, können Sie aus einer ganz normalen Johannisbeere einen Hochstamm ziehen. Dazu kürzen sie einen Haupttrieb in einer Höhe von ca. 40 cm ein und entfernen bis zu einer Höhe von 30 cm alle Seitentriebe. Die Krone wird aus 4–6 Seitentrieben gebildet, die sich nach und nach immer weiter verzweigen.

Schwarze Johannisbeeren sind sehr reich an Vitamin C und Vitamin A © ajlatan, stock.adobe.com
Schwarze Johannisbeeren sind sehr reich an Vitamin C und Vitamin A © ajlatan, stock.adobe.com

Stachelbeeren für Kuchen, Marmelade und Saft

Die Sträucher von Stachelbeeren sind recht pflegeleicht und genügsam. Sie tragen viele köstliche Früchte, die sich sowohl zum roh essen als auch zum Backen, für Marmelade und Saft eignen. Allerdings ist die Ernte etwas mühsam, weshalb sich Stachelbeeren in Erwerbsanbau kaum durchsetzen können. In Ihrem Obstgarten sind diese köstlichen Früchte daher genau richtig, wenn Sie Stachelbeeren lieben. Es gibt grüne, gelbe und rote Stachelbeeren. Hier stellen wir Ihnen einige Sorten kurz vor:

  • Hönings Früheste: Sehr früh reifende, gelbe Stachelbeere, mittelgroße Früchte
  • Rolonda: späte rote Stachelbeere mit kleinen, dunklen, sehr gut schmeckenden Beeren
  • Careless: früh reifende Sorte mit hohem Ertrag und sehr großen, behaarten Früchten
  • Invicta: sehr früh reifende Sorte (ab Mitte Juni) mit mittelgroßen ovalen Früchten, eignet sich gut als Hecke
  • Grüne Hansa: mittelfrühe Ernte ab Anfang Juli, frostfest, regelmäßige und hohe Erträge, feines Aroma
  • Rote Triumph: mittelfrühe Blüte und Reife, regelmäßige und sehr hohe Erträge, große, ovale Früchte mit dunkelroter Färbung und sehr gutem Aroma

Die Stachelbeere bereits seit dem 15. Jahrhundert in Europa kultiviert. Leider sind fast alle Sorten gegenüber dem Amerikanischen Stachelbeermehltau anfällig. Neue Sorten können diesen Erreger gegenüber resistent sein, bringen dafür allerdings kleinere Früchte hervor.

Tipp: Falls Sie einen Naschgarten für Ihre Kinder anlegen möchten, können Sie sich nach Stachelbeersorten mit wenig ausgeprägten oder weichen Dornen umsehen.

Kulturheidelbeeren mit großen Früchten und gutem Ertrag

Kulturheidelbeeren sind in unseren Obstgärten noch nicht allzu lange vertreten. Sie wurden nicht, wie oft gedacht, aus den in unseren Wäldern heimischen Blaubeeren gezüchtet, sondern stammen von nordamerikanischen Sorten ab. Ihr Aroma ist etwas milder als der Geschmack wilder Blaubeeren. Dafür sind sie wesentlich größer und saftiger und lassen sich einfacher ernten.

Kulturheidelbeeren reifen oft nicht alle auf einmal, sondern nacheinander. Das ist prima, denn so können Sie die frischen Früchte über einen längeren Zeitraum hinweg genießen © Cachaco, stock.adobe.com
Kulturheidelbeeren reifen oft nicht alle auf einmal, sondern nacheinander. Das ist prima, denn so können Sie die frischen Früchte über einen längeren Zeitraum hinweg genießen © Cachaco, stock.adobe.com

Die Sträucher von Kulturheidelbeeren können je nach Sorte 50–70 cm, über 1 m und bis zu 2 m hoch werden. Je nach Sorte benötigen sie mindestens eine zweite Pflanze, wenn sie nicht selbstbefruchtend sind. Blaubeeren gedeihen am besten auf humusreichen, lockeren und etwas sauren Böden (pH-Wert zwischen 4 und 4,5). Falls Ihr Gartenboden diese Eigenschaften nicht aufweist, können Sie beim Pflanzen Rhododendron-Erde in das Pflanzloch geben, um die Bedingungen für die Beerensträucher zu verbessern. Spezielle Züchtungen kommen jedoch mit jedem Boden zurecht – diese sollten Sie zum Beispiel bevorzugen, wenn in Ihrem Obstgarten kalkreicher Boden vorhanden ist. Bekannte Sorten von Kulturheidelbeeren sind beispielsweise:

  • Duke
  • Denise Blue
  • Legacy
  • Darrow
  • Reka Blue
  • Hortblue
  • Kosmopolitan

Es werden ständig Neuzüchtungen angeboten, die mit noch besseren Eigenschaften und Resistenzen. Aufwarten. Am besten schauen Sie in die aktuellen Angebote der Baumschulen oder Fachmärkte für Gartenbau, um eine für Ihren Standort ideale Sorte auszuwählen.

Hinweis: Heidelbeeren müssen nicht jedes Jahr geschnitten werden. Sie können jedoch durch einen Erziehungsschnitt die Erträge steigern. Lichten Sie den Strauch etwas aus und entfernen Sie ältere Bodentriebe, sodass ca. 6–10 Haupttriebe stehen bleiben.

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So pflegen Sie Himbeeren richtig

Himbeeren kommen als Wildpflanze in unseren Wäldern vor. Ihr Verbreitungsgebiet zieht sich über ganz Europa bis in den Westen Sibiriens hin. Kulturzüchtungen bringen diese köstlichen Früchte in unseren Garten und bieten dabei zahlreiche Vorteile. Für Himbeeren gibt es unzählige Sorten, die entweder im Sommer, im Herbst oder mehrmals Früchte tragen. Sie können die typische hellrote Farbe zeigen. Doch es gibt auch gelbe oder dunkelrote, fast schwarze Himbeersorten. Einige dieser Sorten wären:

  • Himboqueen – sehr ertragreich, süße Früchte, starkwüchsig
  • Meeker – aromatisch, Früchte mit guter Haltbarkeit, anfällig gegenüber Frost und Austrocknung
  • Rubaca – süßer und aromatischer Geschmack bei hohen Erträgen, frosthart, sehr robust
  • Himbostar – robuste Sorte mit gutem Ertrag und leuchtend roten, süßen Beeren
  • Golden Queen – gelbe Himbeere, die im Sommer reift, sehr ertragreich und robust
  • Golden Everest – gelbe Herbsthimbeere, robust und frosthart, mit großen aromatischen Beeren

Himbeeren tragen die Früchte an einer einzelnen langen Rute, die ca. 1,50 m bis 1,80 m hoch werden kann. Üblicherweise wird die Kultur innerhalb eines Drahtrahmens gezogen. Dafür planen Sie ca. zehn Fruchtruten je Meter und binden sie an dem Drahtrahmen fest. Kleinere Sorten kommen auch ohne Stütze aus. Unmittelbar nach der Ernte werden die abgeernteten Triebe dicht über dem Boden abgeschnitten. Im Frühling bilden sich neue Fruchtruten, die wiederum reiche Ernte tragen können.

Frische Himbeeren sind im Laden oft sehr teuer – da lohnt sich der Anbau im eigenen Obstgarten auf alle Fälle © physyk, stock.adobe.com
Frische Himbeeren sind im Laden oft sehr teuer – da lohnt sich der Anbau im eigenen Obstgarten auf alle Fälle © physyk, stock.adobe.com

Cranberrys und Preiselbeeren

Zu Wildgerichten, aber auch zu gebackenem Camembert oder anderen Käse passt eine PreiselbeerKonfitüre ausgezeichnet. Der feinherbe, leicht bittere Geschmack dieser Früchte erzeugt ein einzigartiges Aroma, das bei keiner anderen Beerensorte zu finden ist. Moosbeeren, Canberrys oder Preiselbeeren lassen sich nicht nur im Wald sammeln, sondern auch in Ihrem Obstgarten kultivieren. Empfehlenswerte Sorten wären:

  • Cranberry Bergman – hoher Ertrag mit mittelgroßen und dunkelroten Früchten, flach wachsend, auch als Bodendecker geeignet
  • Cranberry Early Black – früh reifende Sorte, frosthart, aromatisch
  • Cranberry Stevens – gut für trockene Böden und raues Klima geeignet, sehr ertragreich
  • Preiselbeere Koralle – mittelgroße Früchte, ca. 30 cm hoher Strauch
  • Preiselbeere Sussi – große, dunkelrote Früchte, ca. 15–25 cm hoher Strauch

Tipp: Sowohl Preiselbeeren als auch Cranberrys sind immergrün und relativ niedrig wachsend. Sie eignen sich daher ideal als attraktiver Bodendecker, der ganz nebenbei köstliche Früchte liefert.

Aronia – echte Vitaminbomben, die auf jeden Boden gedeihen

Aroniasträucher stammen wie die Kulturheidelbeeren aus Nordamerika und sind noch nicht lange in unseren Gärten heimisch. Der Wildstrauch kann eine Höhe von ca. 2 m erreichen. Bei Zuchtformen wird diese Höhe durch einen Rückschnitt begrenzt, damit sich die Beeren leichter ernten lassen. Die rohen Früchte schmecken recht herb und sollten wegen des Blausäuregehalts nicht in größeren Mengen verzehrt werden. Erst nach einer Verarbeitung durch Dampfentsaften oder dem Kochen von Marmelade kann diese Frucht regelmäßig und unbedenklich genossen werden. Durch den sehr hohen Gehalt an Vitaminen gelten die Beeren in manchen Gegenden als Heilmittel. Die Pflanzen sind äußerst widerstandsfähig und genügsam. Hier eine kurze Vorstellung bekannter Sorten:

  • Hugin – winterhart und sehr robust, kleinwüchsig
  • Viking –ebenfalls sehr robust
  • Nero – derzeit die ertragreichste und auch am häufigsten angebaute Sorte, ebenfalls robust und winterhart
  • Aron –reich fruchtend, mit sehr vielen, aber kleinen Früchten
Aroniabeeren eignen sich ideal für die Zubereitung von Saft und Marmelade. Getrocknet dienen sie als vitaminreiche Zugabe in einem aromatischen Früchtetee © Melica, stock.adobe.com
Aroniabeeren eignen sich ideal für die Zubereitung von Saft und Marmelade. Getrocknet dienen sie als vitaminreiche Zugabe in einem aromatischen Früchtetee © Melica, stock.adobe.com

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