Düngen und Bewässern – für gesunde Pflanzen und gute Erträge

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Mit Beginn des Ackerbaus begannen sich die Menschen damit zu beschäftigen, wie sie von den genutzten Flächen auch nach einer längeren Zeit der Nutzung ausreichend Getreide, Gemüse und Obst ernten können. Durch Beobachtungen und Ausprobieren erkannten sie, dass Stallmist, Humus, bestimmte Mineralien und ein Fruchtwechsel wie beispielsweise die Vier-Felder-Regel die Erträge steigerten. Heute können wir auf einen großen Erfahrungsschatz und auf wissenschaftliche Erkenntnisse zurückgreifen, um im Nutzgarten für üppig wachsende Pflanzen und Früchte zu sorgen. Lesen Sie im folgenden Ratgeber, wie Sie Ihre Erträge mit Düngen und Bewässerung steigern.

Mit einem gezielten Konzept zum Düngen lassen sich die Erträge im Nutzgarten deutlich steigern © alicja neumiler, stock.adobe.com
Mit einem gezielten Konzept zum Düngen lassen sich die Erträge im Nutzgarten deutlich steigern © alicja neumiler, stock.adobe.com

Warum sollten Sie Ihre Pflanzen düngen?

Wenn Sie mit Ihrem Nutzgarten Erfolg haben möchten, ist eine kontinuierliche Versorgung der Pflanzen mit Nährstoffen und Wasser eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen. Ausgeruhte, mit Humus angereicherte Erde bietet genügend Nährstoffe und Mineralien, damit sich Obst und Gemüse ideal entwickeln. Doch nach einigen Jahren intensiver Nutzung kann der Boden ausgelaugt sein, was zu Minderwuchs führt und Krankheiten begünstigen kann. Die zusätzliche Zufuhr von organischem und/oder mineralischem Dünger unterstützt die natürliche Regeneration und kann außerdem die Bodenstruktur verbessern (beispielsweise durch Gründüngung). Außerdem lassen sich mit einem individuellen Bewässerungskonzept der Ertrag steigern und die Pflanzengesundheit stabilisieren.

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Was ist besser – organischer oder mineralischer Dünger?

Um diese Frage zu beantworten, grenzen wir zuerst die Begriffe ab. Zu organischem Dünger gehören:

  • Reifer Humus
  • Mulch mit Rasenschnitt oder anderen Grünabfällen
  • Gründüngung (dabei werden bestimmte Pflanzen als Zwischenfrucht angebaut und später in den Boden eingearbeitet)
  • Hornspäne, Horngries oder Hornmehl
  • Knochenmehl
  • Stallmist und anderer Tierdung
  • Schafswolle
  • Melasse, Vinasse (Nebenprodukte der Zuckerproduktion)
  • Kräuterjauche
  • Presskuchen (Rückstände, die bei der Herstellung pflanzlicher Öle anfallen)

Mineralischer Dünger wird bevorzugt in der konventionellen Landwirtschaft verwendet. Doch auch für die Privatwirtschaft kann die Anwendung dieser Dünger eine gezielte Nährstoffversorgung des Bodens unterstützen. Zu den mineralischen Düngern gehören unter anderem:

  • Blaukorn oder Grünkorn (Volldünger mit Stickstoff, Kalium, Phosphor, Schwefel und Magnesium)
  • Kalkammonsalpeter
  • Mineralische Flüssigdünger mit unterschiedlicher Zusammensetzung

Mineralischer Dünger ist dort hilfreich, wo schnell ein bestimmter Nährstoff ersetzt werden soll. Die Einbringung ist sehr einfach und mit wenig Aufwand und Kosten verbunden. Allerdings kann es Ihnen mit mineralischem Dünger leichter passieren, dass Sie zu viel des Guten tun und den Boden überdüngen. Die Schäden sind an welkenden Pflanzen zu sehen, können aber auch in tieferen Schichten oder im Grundwasser verborgen bleiben. So leiden viele konventionell genutzte Flächen durch eine andauernde Überdüngung unter einer zu hohen Nitratbelastung – das möchten Sie in Ihrem Nutzgarten möglicherweise nicht fortführen.

Blaukorn-Dünger wird auch in Privatgärten gerne verwendet – achten Sie jedoch immer auf eine korrekte Dosierung und gehen Sie sparsam mit diesem Düngemittel um © schulzie, stock.adobe.com
Blaukorn-Dünger wird auch in Privatgärten gerne verwendet – achten Sie jedoch immer auf eine korrekte Dosierung und gehen Sie sparsam mit diesem Düngemittel um © schulzie, stock.adobe.com

Mit organischem Dünger lassen sich ausgewogenere Ergebnisse erzielen, welche einen gesunden Boden mit reicher Versorgung an Mikroorganismen und Kleinstlebewesen fördert. Allerdings benötigen Sie für sichtbare Ergebnisse eventuell etwas mehr Geduld als beim Düngen mit Blaukorn und Flüssigdünger. Das kann sich jedoch auf lange Sicht lohnen, denn ein organisch-biologisch betriebener Nutzgarten liefert Ihnen wirklich gesunde Lebensmittel und kann zudem pflegeleichter sein.

Organische Dünger stehen mineralischen Düngern in nichts nach und bieten gegenüber diesen einige wichtige Vorteile, wie beispielsweise:

  • Anregung bzw. Belebung von Bodenorganismen
  • fördern den Aufbau von Humus und anderen organischen Bodenbestandteilen
  • haben oft eine echte Langzeitwirkung
  • der langsame Abbau der organischen Dünger kann für eine gleichmäßigere Nährstoffabgabe sorgen
  • Nährstoffverluste werden automatisch ausgeglichen
  • neben den Hauptnährstoffen Stickstoff, Kalium und Phosphor finden sich in organischen Düngern viele weitere Mineralstoffe wie Eisen oder Mangan, welche hohe Erträge und eine gute Pflanzengesundheit besser unterstützen
  • das Risiko von Überdüngung ist hier wesentlich geringer als beim Einsatz von mineralischen Düngern
  • Organische Dünger sind meistens umweltfreundlich, sie reduzieren in einem nützlichen Kreislauf außerdem die Müllbelastung, da Abfälle sinnvoll verwertet werden

Tipp: Wenn Sie Ihren Garten neu übernommen haben und möglichst bald Erfolge im Nutzgarten sehen möchten, kann eine anfängliche, vorsichtige Versorgung mit mineralischen Düngern hilfreich sein. Die Analyse von Bodenproben hilft Ihnen dabei, das richtige Maß zu finden.

So wirken die einzelnen organischen Düngersorten

Die Nutzung organischer Dünger ist eine wichtige Voraussetzung für eine nachhaltige Bodenbewirtschaftung. Sie sind nicht nur in der Lage, Ihre Pflanzen mit allen nötigen Nährstoffen zu versorgen, sondern verbessern die Vitalität und Struktur des Bodens auf lange Sicht. So wirken einige dieser organischen Düngersorten:

Pferdemist wird gerne und häufig im Garten verwendet. Er enthält nahezu alle benötigten Nährstoffe in ausreichender Menge und kann gleichzeitig die Bodenvitalität verbessern. Dieser organische Dünger eignet sich speziell für starkzehrendes Gemüse wie Tomaten, Kürbisse, Zucchini und Mais sowie für Obstgehölze. Pferdemist sollte nicht frisch verwendet werden, sondern mindestens ein Jahr ablagern. Er lässt sich ausgezeichnet im Komposthaufen untermischen, um die Rotte zu beschleunigen und den Humus mit Nährstoffen anzureichern.

Rinderdung: Der Stallmist von Rindern wird sowohl in der konventionellen Landwirtschaft als auch in der Privatwirtschaft zur Düngung von Ackerflächen oder Beeten verwendet. Er kann als ausgewogener, organischer Volldünger bezeichnet werden, der alle wichtigen Nährstoffe für Pflanzen enthält. Er kann direkt für das Beet verwendet oder dem Kompost zugesetzt werden. Gekörnter oder pelletierter Rinderdung lässt sich als Langzeitdünger nutzen. Unbehandelter Rinderdung ist in der Regel ungetrocknet und wird direkt mit dem Boden bzw. der Erde vermischt.

Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl: Der Rohstoff für Hornspäne stammt aus gereinigten und sterilisierten Schlachtabfällen wie Rinderhufen und -hörnern sowie Klauen von anderen Weidetieren wie Schafen oder Ziegen. Diese organischen Dünger liefern in erster Linie Stickstoff. Die Düngewirkung setzt umso schneller ein, je feiner die Korngröße ist. Verwenden Sie daher Hornmehl, wenn Sie Ihre Pflanzen zeitnah mit Stickstoff versorgen wollen. Für eine Langzeitwirkung eignen sich Hornspäne oder Horngries besser. Sie können auf die Beete von Starkzehrern oder in den Kompost eingearbeitet werden.

Hornspäne sind ein Klassiker unter den organischen Langzeitdüngern © Martina, stock.adobe.com
Hornspäne sind ein Klassiker unter den organischen Langzeitdüngern © Martina, stock.adobe.com

Knochenmehl: Dieser organische Dünger wird wie Hornspäne aus Schlachtabfällen (Knochen) hergestellt. Er enthält insbesondere größere Mengen an Phosphor und Kalzium. Knochenmehl kann dichte, wenig sandige Böden verbessern. Damit die Nährstoffe aus dem Knochenmehl freigesetzt werden, ist eine gesunde Bodenfauna mit lebendigen Mikroorganismen nötig, welche die Stoffe aufschließen. Arbeiten Sie das Knochenmehl gut in den Boden ein und sorgen Sie für eine gründliche Vermischung. Als Dünger eignet es sich für die meisten Obst- und Gemüsepflanzen gut in Verbindung mit Hornspänen.

Schafswolle: In diesem etwas ungewöhnlichen und noch selten verwendeten Dünger sind unter anderem Stickstoff, Kalium und Schwefel enthalten. Schafswolle kann die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens verbessern, da sie selbst sehr viel Wasser (bis zur 3,5-fachen Menge des Eigengewichtes) aufnehmen und nach und nach wieder abgeben kann. Sie eignet sich fast für alle Pflanzenarten, außer für Arten, die saure Böden bevorzugen.

Melasse und Vinasse: werden in kommerziellen Düngertypen als Zumischung und seltener als reiner Dünger verwendet. Sie fallen als Nebenprodukte bei der Herstellung von Zucker an. Dabei enthält Melasse noch relativ viel Zucker, bei Vinasse ist der Anteil sehr gering. Vinasse fördert durch den enthaltenden Restzucker die Aktivität der Bodenorganismen, welche dann die bereits im Boden enthaltende Nährstoffe wirkungsvoller spalten und pflanzenverfügbar machen. Beide Düngerarten enthalten außerdem Stickstoff und Kalium sowie Spuren von Phosphor und Magnesium. Düngen Sie damit Starkzehrer wie Tomaten und Kräuter.

Aus Brennnesseln lässt sich eine die Pflanzen stärkende und Schädlinge abwehrende Kräuterjauche herstellen © fotoliaanjak, stock.adobe.com
Aus Brennnesseln lässt sich eine die Pflanzen stärkende und Schädlinge abwehrende Kräuterjauche herstellen © fotoliaanjak, stock.adobe.com

Kräuterjauchen: lassen sich mit einfachen Mitteln selbst herstellen und bieten neben der Düngewirkung einen zusätzlichen Schutz vor Schädlingen wie Blattläusen. Bekannt ist beispielsweise Brennnesseljauche, die sich als Stickstofflieferant bei starkzehrenden und mittelzehrenden Pflanzen wie Kohl, Gurken, Kürbis und Tomaten eignet. Eine Kräuterjauche stellen Sie her, indem die Kräuter in einem Gefäß mit kaltem Wasser angesetzt werden. Dabei mischen Sie frische Kräuter in einem Verhältnis von 1:10 mit Wasser, für getrocknete Kräuter verwenden Sie ein Verhältnis von 0,1:10. Eine Prise Urgesteinsmehl kann die Geruchsbildung beim Reifen der Kräuterjauche mildern. Neben Brennnessel können Sie unter anderem Beinwell, Löwenzahn, Kamille, Pfefferminze, Rainfarn, Rhabarber, Salbei, Thymian, Zinnkraut, Schachtelhalm oder Zwiebel für das Ansetzen einer Kräuterjauche verwenden.

Kompost: Auf dem Kompost entsteht durch die Verrottung von pflanzlichem Material wertvoller Humus. Er eignet sich ideal für fast alle Pflanzen in Ihrem Nutzgarten, um den Boden zu verbessern. Die im Kompost enthaltenden Nährstoffe schwanken sehr stark und hängen von Faktoren wie dem kompostierten Material, der Lage des Komposthaufens und seiner Aufbereitung ab. Reifer Humus kann einen Stickstoffgehalt zwischen 1 und 1,8 Prozent aufweisen.

Gründüngung: Bei dieser Methode werden Pflanzen als Zwischenfrucht angebaut, die Stickstoff aus der Luft aufnehmen und in den Boden abgeben. Sie lockern außerdem mit ihren Wurzeln den Boden auf und verbessern die Struktur für eine bessere Wasser- und Luftdurchlässigkeit.

Eine Gründüngung mit Bienenfreund und Sonnenblumen verbessert nicht nur Ihren Boden im Nutzgarten, sondern liefert Insekten und Vögeln eine reichhaltige Nahrungsquelle © SusaZoom, stock.adobe.com
Eine Gründüngung mit Bienenfreund und Sonnenblumen verbessert nicht nur Ihren Boden im Nutzgarten, sondern liefert Insekten und Vögeln eine reichhaltige Nahrungsquelle © SusaZoom, stock.adobe.com

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Welche Gemüsesorten sind Starkzehrer mit einem erhöhten Nährstoffbedarf?

Sogenannte Starkzehrer laugen den Boden stärker aus als andere Pflanzen und können daher einen höheren Bedarf an zusätzlichen Nährstoffen und einer Düngung haben. Unter anderem gehören dazu folgende Arten der Pflanzenfamilien:

  • Kreuzblütler (Kohlsorten, Speiserüben, Radieschen, Rettich, Rucola)
  • Kürbisgewächse (Gurken, Kürbis, Melonen (Wasser- und Zuckermelonen), Zucchini)
  • Fuchsschwanzgewächse (Echter Spinat, Mangold, Rote Bete, Zuckerrübe)
  • Korbblütler (Artischocke, Endivie)
  • Lauchgewächse (Lauch, Porree)
  • Doldenblütler (Möhren, Sellerie, Fenchel)
  • Mittagsblumengewächse (Neuseeländer Spinat)
  • Nachtschattengewächse (Aubergine, Kartoffel, Paprika (auch Peperoni und Chili), Tomate)
  • Süßgräser (Zuckermais)

Tipp: Für die aufgeführten Sorten kann eine abwechselnde Fruchtfolge mit Schwachzehrern oder Leguminosen eine ausgewogene Nährstoffversorgung bieten. Standorttreue Nutzpflanzen wie Rhabarber, Spargel oder Erdbeeren benötigen hingegen eine Düngung auf dem jeweiligen Beet. Für Erdbeeren können Sie alle drei Jahre den Standort wechseln, indem Sie Absenker an einer anderen Stelle neu pflanzen.

Standorttreue Nutzpflanzen wie Erdbeeren benötigen eine Düngung auf dem jeweiligen Beet © mirkograul, stock.adobe.com
Standorttreue Nutzpflanzen wie Erdbeeren benötigen eine Düngung auf dem jeweiligen Beet © mirkograul, stock.adobe.com

Wie oft ist es nötig, Dünger auf das Beet zu bringen?

Halten Sie sich bei der Verwendung von mineralischem Dünger an die Angaben der Hersteller hinsichtlich Dosierung und Häufigkeit der Düngergabe. Bei organischem Dünger genügen normalerweise Zugaben einmal im Jahr, da diese Dünger meist eine komfortable Langzeitwirkung besitzen. Falls Sie Hornspäne, Urgesteinsmehl oder Knochenmehl in den Kompost geben, können Sie diese gleichmäßig verteilen, indem Sie immer nach einer grünen Schicht mit Pflanzenabfällen von ca. 20 cm eine dünne Schicht dieser Dünger aufstreuen.

Tipp: Frischen Humus graben Sie am besten unmittelbar vor der Bestellung Ihrer Beete unter. Das kann auch mehrmals im Jahr geschehen, wenn Sie eine entsprechende Fruchtfolge planen und genügend kompostiertes Material zur Verfügung haben.

Ist eine zusätzliche Bewässerung sinnvoll?

Eine zusätzliche Bewässerung kann die Erträge und die Pflanzengesundheit nachhaltig verbessern, wenn nicht genügend natürliche Niederschläge fallen. Wie Sie dieses Vorhaben am besten realisieren, erfahren Sie in unserer Beitragsserie „Gartenbewässerung“, wo wir Ihnen verschiedene Speicher- und Verteilerkonzepte vorstellen.

Organische Abfälle aus Garten und Haushalt lassen sich mit wenig Aufwand in wertvollen Humus verwandeln © Skórzewiak, stock.adobe.com
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