Gartengestaltung mit Hochbeeten
Wer ein Hochbeet hat, weiß, dass hiermit rückenschonend gegärtnert wird und sich sehr ertragreich Gemüse anbauen lässt. Doch Hochbeete können noch weitaus mehr und sind heute in vielen Gärten ein wichtiger Teil der Gestaltung. Ein Überblick.

Hochbeet am Sitzplatz
An einem Sitzplatz ein Hochbeet zu errichten oder, umgekehrt, einen Sitzplatz an einem Hochbeet einzurichten, macht durchaus Sinn. Hier können duftende Kräuter oder wohlriechende Sommerblüher etwa die Nase verwöhnen. Auch als Windschutz ist diese Kombination bei der entsprechenden Bepflanzung und in exponierter Lage geeignet.
Wird das Beet aus Steinen errichtet, dann kann es an sonnigen Tagen in der Übergangszeit wunderbar die Wärme speichern und dem Sitzenden den Aufenthalt im Freien angenehmer machen.
Hang abfangen und Terrasse abtrennen mit Hochbeeten
Gleicht der Garten nicht einem dicht bewachsenen Dschungel, ist keine hohe Sichtschutzhecke oder ein Zaun vorhanden, dann sitzt man manchmal auf kleineren Grundstücken wie dem sprichwörtlichen Präsentierteller.

Die Terrasse ganz oder teilweise mit einem Hochbeet zu begrenzen, kann durch wüchsige Bepflanzung durchaus Privatsphäre schaffen. Zudem hat ein Hochbeet in dieser Position den Vorteil, dass es den Garten optisch von der Terrasse abtrennt.

Hochbeete sind auch ideal, um Grundstücke in Hanglage besser nutzbar zu machen. Viel Aufwand, der sich allerdings lohnen kann. Hier wird dann die Terrassierung etwa mit L-Steinen vorgenommen. Die Flächen gleichen dann übereinander angeordneten Hochbeeten.

Schließlich, bei entsprechender Untergrundvorbereitung, können Hochbeete aus Holz den Hang als Gemüsegarten erobern.

Optischer Raumteiler
Aus der englischen Gartenkunst stammt die Idee, einen Garten in verschiedene Räume aufzuteilen. Zur Aufteilung werden traditionell Mauern oder Hecken eingesetzt. Höhere Raumteiler versperren ab einer gewissen Höhe den Blick in das andere Gartenzimmer. Dies lädt zur Entdeckung ein, was sich dahinter verbirgt. Als eher niedriger Raumteiler lassen sie den Blick in das nächste „Zimmer“ noch frei, die optische Abtrennung ist aber deutlich.

Diese Räume sind in der Regel unterschiedlich bepflanzt oder, wie hier auf dem Bild, grenzen wunderschön einen Sitzplatz ab. Ein weiteres Beispiel dafür, dass Hochbeete eine gestalterische Funktion einnehmen können. Gerne dann üppig blühend bepflanzt.

Blühendes Hochbeet als Sichtschutz im Vorgarten
Nicht nur hinter dem Haus im Garten machen Hochbeete Sinn, auch im Vorgarten machen sie durchaus etwas her. Auf dem Bild wird beispielhaft gezeigt, dass üppig bepflanzte Hochbeete aus rustikalen Steinen attraktiv und einladend aussehen. Handelt es sich um offenes Gelände, dann kann das gezeigte Beispiel auch als Windschutz dienen.

Kleiner urbaner Garten durch Hochbeete erst möglich
In Großbritannien haben Gärten selbst auf kleinsten urbanen Flächen Tradition. Sie nennen sich „Courtyard Gardens“. Diese Hofgärten, meist im eng bebauten urbanen Raum eingerichtet, sind oft auf befestigtem Untergrund errichtet.
Auf diesen Flächen setzt man gerne auf Hochbeete, sowohl als gestalterisches Element, als auch um das Problem des befestigten Untergrunds zu umgehen. Ein weiterer Vorteil der hohen Beete ist, dass man das Pflanzsubstrat entsprechend aufbereiten kann, um zahlreiche Pflanzen – im Courtyard Garden sind es meistens Blühpflanzen – auf kleinstem Raum integrieren zu können. Schließlich können die Pflanzen unter Umständen näher zum Licht gebracht werden, was beispielsweise bei hohen, das Grundstück umschließenden Mauern sinnvoll ist.

Es gibt allerdings auch einige größere Gärten, die als Hofgärten bezeichnet werden. Die bekanntesten hierunter finden sich im englischen Windsor Castle oder der spanischen Alhambra.
Absoluter Trend: Rooftop Garden für Stadtgemüse
Flachdächer von Industriegebäuden sind ziemlich nutzlos, es sei denn, sie beherbergen Solaranlagen. In den Metropolen dieser Welt ist es mittlerweile ein Trend, Gemüse in größerem Stil auf Flachdächern anzubauen. Frisch und verbrauchernah, gleichzeitig ohne mehr oder minder lange Transportwege. „Urban Farming“ oder „Urban Agriculture“ nennen sich die Trends. Die wichtigsten Hilfsmittel für den sogenannten Rooftop Garden (Dachgarten) sind Hochbeete. Die Voraussetzung ist selbstredend eine ausreichende Traglast.

Ähnlich machen das die auch in Deutschland sehr beliebten Gemeinschaftsgärten. Hier werden auf allen möglichen, in der Regel versiegelten Freiflächen von einer Gruppe interessierter Blumen in Hochbeete gepflanzt und Gemüse angebaut.
Hochbeete für das Klima in der Architektur
Pflanzen nehmen Kohlendioxid auf und geben Sauerstoff ab. Sie verdunsten viel Wasser, was die Umgebungsluft merklich verbessert. Diese und weitere Vorteile hat das im letzten Jahrzehnt umgesetzte Bauprojekt namens „Vertikaler Wald“ genutzt, um ein einmaliges wie nachhaltiges Wohnerlebnis zu bieten. Selbst die größten Bäume sind bei diesem Bauprojekt in speziell entwickelte Hochbeete gepflanzt. So wird leicht das Stadtklima verbessert, insbesondere derer, die in den beiden Gebäuden leben.

Die Bepflanzung der zwei Hochhäuser entspricht einer Pflanzenanzahl, wie man sie in einem ein Hektar großen Waldstück findet. Bewaldete Hochhäuser finden sich heute in mehr und mehr Städten weltweit.
Exkurs: Hochbeetfüllung
Begeisterte Hochbeetbesitzer schätzen die erhöhte Konstruktion aus mehreren Gründen. Einer davon: die vielen Vorteile in Sachen Gemüseanbau. Welche das sind, dass erfahren Sie hier.

Viel Anteil am erfolgreichen Gärtnern mit dem Hochbeet hat die passende Füllung, also die Auswahl der Materialien, die vor der Bepflanzung eingefüllt werden. Klassisch im Gemüseanbau im Hochbeet ist das sogenannte Vier-Schicht-System, welches für eine optimale Nährstoffversorgung sorgt. Der große Nachteil dieser Methode: Der Inhalt sackt innerhalb eines Jahres um viele Zentimeter ab, da sich der Inhalt mit der Zeit zersetzt. Weiterer Masseverlust folgt in den darauffolgenden Jahren. Der verlinkte Artikel klärt auch über alternative, einfachere Befüllungen auf.

TIPP
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Soll ein Hochbeet mit Blühpflanzen bestückt sein, hier sind insbesondere Mehrjährige gemeint, dann ist bei dieser klassischen Füllung die Nährstoffversorgung für die allermeisten Pflanzen zu hoch. Auch das kontinuierliche Absinken des Substrates ist von Nachteil. Die mehrjährigen Pflanzen sinken mit der Erde ab und das Auffüllen ist kaum möglich.
Für die Bepflanzung eines Hochbeetes als Blumenbeet ist Muttererde ein Alternative. Muttererde gibt es bei zahlreichen Baustoffhändlern, auf Wunsch mit Anlieferung und gemischt mit Kompost. Letzteres ist auch eine gute Wahl für den Gemüseanbau. Die Preise, exklusive Lieferung und mit regionalen Unterschieden, liegen bei 10 bis etwa 40 Euro (mit Kompost) pro Kubikmeter.
Tipp: Ob Blumentopf mit Blumenerde, frisch angelegter Garten oder eben ein Hochbeet mit Mutterboden: Das lockere Erdreich senkt sich immer. Wenn Sie dem Erdreich 2, 3 Wochen nach dem Einfüllen Zeit geben sich zu setzen, es wässern und dann erst bepflanzen sowie eventuell nochmals Erde nachfüllen, dann ist Absenken nicht mehr so dramatisch.
Gerade bei mehreren oder großen Hochbeeten ist diese Füllung eine gute Wahl, da die Kosten überschaubar sind. Kleinere Hochbeetprojekte indes können auch mit einigen Säcken Pflanzen- oder Blumenerde aufgefüllt werden.
Praxistipp: Der Handel präsentiert seinen Kunden auch Hochbeeterde. Das klingt zwar ideal, aber sie ist vergleichsweise teuer, unterscheidet sich kaum von günstigerer Pflanzerde und ist nicht zwingend nötig. Etwas Kompost und/oder natürliches Urgesteinsmehl untermischen ist völlig ausreichend für ein schönes Pflanzmedium.

Die Vor- und Nachteile des Gemüseanbaus im Hochbeet
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