Gabionen sicher errichten

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So stehen die Drahtkörbe felsenfest

Aus Gabionen eine Grundstückseinfassung zu bauen, ist relativ einfach, denn im Prinzip müssen Sie die Gabionen nur miteinander verbinden und mit Steinen befüllen. Einige Punkte sollten Sie jedoch beachten, damit Ihre Gabionenwand sicher steht und keine Gefahr darstellt. Dies ist bei der Aufstellung an der Grundstücksgrenze besonders wichtig, denn dort könnten Nachbarn und Passanten verletzt werden. Ziehen Sie deshalb gegebenenfalls einen Statiker hinzu. Beachten Sie außerdem, dass für sehr hohe Gabionen oft eine Genehmigung erforderlich ist. Die nötigen Auskünfte erteilt das Bauamt Ihrer Gemeinde.

In Zickzack-Form aufgestellt wirkt eine Gabionenmauer weniger streng © ThomBal, stock.adobe.com
In Zickzack-Form aufgestellt wirkt eine Gabionenmauer weniger streng © ThomBal, stock.adobe.com

In diesen Fällen benötigen Sie ein Schotterbett oder ein Fundament

Für kleine Gabionen mit einer Höhe von bis zu einem Meter ist meist kein Fundament erforderlich. Eine entscheidende Rolle spielt jedoch der Untergrund. Ist er sehr locker, könnten die Gabionen an einigen Stellen absacken. Eventuell kann es jedoch schon ausreichen, den Boden zu verdichten und eine Unterlage zu verwenden. Hierfür eignen sich zum Beispiel Betonplatten oder günstige Gartenfliesen. Auch bei sehr schmalen Gabionen, die kippen könnten, empfiehlt sich eine sorgfältige Vorbereitung des Untergrunds. Als schmal gelten Gabionen mit einer Tiefe von weniger als 30 Zentimetern.

Eine kleine Gabionenmauer braucht kein Fundament © maho, stock.adobe.com
Eine kleine Gabionenmauer braucht kein Fundament © maho, stock.adobe.com

Bei einem relativ dichten und tragfähigen Untergrund und nicht allzu hohen Gabionen reicht ein Schotterfundament. Solch ein Fundament legen Sie folgendermaßen an:

1. Spannen Sie zunächst zwischen Holzpflöcken oder Metallstäben Maurerschnüre, an denen Sie sich orientieren können. Das Fundament sollte mindestens zehn Zentimeter breiter als Ihre Gabionen sein.

2. Das Erdreich heben Sie bis in eine Tiefe von mindestens 40 Zentimetern aus. Ist der Boden sehr locker, sodass Ihnen immer wieder Erde in die Auskofferung fällt, helfen lange Bretter, die Sie wie eine Schalung hochkant in die Grube stellen.

Mit dem Erdstampfer lässt sich der Boden verdichten © Ralf Geithe, stock.adobe.com
Mit dem Erdstampfer lässt sich der Boden verdichten © Ralf Geithe, stock.adobe.com
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3. Den Boden der Auskofferung verdichten Sie von Hand mit einem Stampffuß oder Erdstampfer oder elektrisch mit einer Rüttelplatte.

4. Nun befüllen Sie die Grube mit Schotter. Arbeiten Sie hierbei in mehreren Etappen und füllen Sie zunächst eine Schotterschicht in einer Höhe von maximal zehn Zentimetern ein. Diese Schicht verdichten Sie ebenfalls mit dem Stampffuß, bevor Sie die nächste Lage Schotter einfüllen.

Ein Betonfundament sollte ebenfalls zehn Zentimeter breiter als die Gabionen sein und eine Tiefe von 80 Zentimetern haben. Für solch ein Fundament benötigen Sie meist eine Schalung, damit sich der zähflüssige Beton nicht mit dem angrenzenden Erdreich vermischt. Denken Sie bei der Anfertigung der Schalung daran, diese genau auszurichten, denn die Oberkanten der Bretter sind die spätere Oberkante des Fundaments.

So sichern Sie schmale Gabionen durch Pfosten

Ein schlanker Sichtschutz aus Gabionen lässt sich durch Pfosten stabilisieren © Hermann, stock.adobe.com
Ein schlanker Sichtschutz aus Gabionen lässt sich durch Pfosten stabilisieren © Hermann, stock.adobe.com

Möchten Sie schlanke Gabionen zum Beispiel als Sichtschutz verwenden, empfiehlt es sich, die Gabionen durch einbetonierte Pfosten zu sichern. Über diese Pfosten stülpen Sie die Drahtkörbe, die Sie im Anschluss mit Steinen befüllen. Nach Fertigstellung des Sichtschutzes sind die Pfosten daher nicht mehr sichtbar. Dennoch verleihen sie ihm eine hohe Stabilität und verhindern ein Umkippen der Wand.

Mit dem Erdbohrer sind die Löcher für Punktfundamente schnell gebohrt © schulzfoto, stock.adobe.com
Mit dem Erdbohrer sind die Löcher für Punktfundamente schnell gebohrt © schulzfoto, stock.adobe.com

Stabile Pfosten aus Metall können Sie wahlweise in Punktfundamente oder ein längeres Streifenfundament setzen. Die einfachere Variante sind zylindrische Punktfundamente, die einen Durchmesser von etwa 30 Zentimetern und eine Tiefe von circa 80 Zentimetern haben sollten. Damit die Pfosten sicher stehen, müssen sie mindestens 40 Zentimeter tief in den Beton gesetzt werden. Denken Sie daher beim Kauf der Pfosten daran, 40 Zentimeter zur benötigten Länge hinzuzurechnen. Bis zur Oberkante der Drahtkörbe müssen die Pfosten nicht reichen. Damit sie eine ausreichende Standsicherheit gewährleisten, sollten sie jedoch mehr als zwei Drittel in die Gabionen ragen. Der ideale Abstand zwischen mehreren Pfosten beträgt etwa einen Meter.

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Hinweis: Auf einem Untergrund, der durch beispielsweise eine Pflasterung bereits befestigt ist, lassen sich stabilisierende Pfosten mithilfe von Pfostenschuhen, Dübeln und Schrauben fixieren.

Die Gabionen zusammenbauen und aufstellen

Durch Spiralen entsteht eine feste und durchgängige Verbindung © strubel, stock.adobe.com
Durch Spiralen entsteht eine feste und durchgängige Verbindung © strubel, stock.adobe.com

Beim Verbinden mehrerer Gabionen ist es wichtig, die Montageanleitung zu lesen, denn die Verbindungselemente unterscheiden sich von Hersteller zu Hersteller. Einige verwenden Klammern, andere Spiralen, Ringe oder Ösen und Stäbe. In der Montageanleitung finden Sie außerdem detaillierte Informationen, wie Sie die Gabionen zusammenbauen.

Für tiefe Gabionen sind meist Distanzhalter erhältlich. Sie verhindern, dass die Steine die Drahtkörbe im mittleren Bereich nach außen drücken. Dadurch würden sie bauchig aussehen. Mit Distanzhaltern verbinden Sie die beiden langen Seiten im Inneren der Gabionen. Nach dem Befüllen der Drahtkörbe sind Distanzhalter daher nur noch an den Stellen sichtbar, an denen sie in die Maschen der Gabionen greifen.

Distanzhalter setzen Sie am besten an den Stellen, an denen das Drahtgitter verschweißt wurde. Dort haben sie den größten Effekt. Der Abstand zwischen mehreren Distanzhaltern sollte 25 bis 30 Zentimeter betragen.

Bei hohen Gabionen benötigen Sie mehrere Reihen Distanzhalter in unterschiedlichen Höhen. Um sich das Einfüllen der Steine nicht unnötig zu erschweren, montieren Sie jedoch zunächst nur die unterste Reihe und alle anderen beim Befüllen.

Die Gabionen mit Steinen befüllen

Bei großen Steinen ist Handarbeit angesagt © Martin Debus, stock.adobe.com
Bei großen Steinen ist Handarbeit angesagt © Martin Debus, stock.adobe.com

Der letzte Arbeitsschritt besteht aus dem Befüllen der Gabionen. Zuvor sollten Sie die Gabionen jedoch sorgfältig mit der Wasserwaage oder einem anderen Werkzeug ausrichten. Nachträgliche Korrekturen sind aufgrund des hohen Gewichts der Steine nicht möglich. Spritzen Sie die Steine außerdem vor dem Einfüllen mit einem Wasserschlauch ab, denn an ihnen haftet meist Staub und anderer Schmutz. Mit sauberen Steinen sehen Gabionen sehr viel schöner aus als mit staubigen. Zudem kommen ohne Staub die Farben der Steine besser zur Geltung.

  • Kleinere Steine lassen sich einfach in die Gabionen schütten. Größere Steine müssen Sie jedoch meist von Hand in die Drahtkörbe legen.
  • Haben Sie sich für Steine in recht unterschiedlichen Größen entschieden, sieht es besser aus, wenn unten vor allem große Steine und im oberen Bereich die kleineren liegen.
  • Bei unregelmäßig geformten Bruchsteinen legen Sie die ebenen Seiten an das Gitter. Auf diese Weise verbleiben an den Außenseiten weniger Hohlräume.

Achten Sie beim Einfüllen der Steine darauf, dass die Distanzhalter an der gewünschten Stelle bleiben. Sie werden oft nur eingehängt und können sich entsprechend leicht wieder lösen.

Ist die Befüllung abgeschlossen, schließen Sie die Gabionenkörbe mit den zugehörigen Deckeln. Es kann jedoch sein, dass Sie die Deckel noch einmal öffnen müssen, wenn die Steine sich gesetzt haben. Idealerweise sind daher noch Steine übrig, um die oben entstandenen Hohlräume zu schließen.

Verleihen Sie Ihrem Gabionenzaun einen besonderen Look mit Glassteinen © ThomBal, stock.adobe.com
Schöne Steine für Gabionen

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