Warum sich der Gemüseanbau nicht nur für den Geldbeutel lohnt

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Gemüse aus dem eigenen Garten

Ein chinesisches Sprichwort sagt: „Wenn du ein Leben lang glücklich sein willst, werde Gärtner.“ Nun, es muss ja nicht gleich ein Profi aus uns werden, denn auch der Hobbygärtner ist laut Studien bereits zufriedener und lebt gesünder. Erst recht, wenn er Gemüse anbaut. Wobei Sie richtig viel Geld sparen können. Diese und weitere Gründe dafür, Gemüse selbst anzubauen.

Je frischer Gemüse ist, desto mehr Nährstoffe enthält es © alicja neumiler, stock.adobe.com
Je frischer Gemüse ist, desto mehr Nährstoffe enthält es © alicja neumiler, stock.adobe.com

Selbst angebautes Gemüse: Frischer geht es nicht

Wer kennt sie nicht, die gar nicht mehr so knackigen Radieschen in der Gemüsetheke mit dem welken Laub. Auch die Zucchini fühlt sich manchmal etwas weicher an und der Salat hat schon seine besten Tage hinter sich. Und wenn der Anschnitt vom Spargel, gleich ob grün oder weiß, oder der vom Brokkoli trocken aussieht, dann ist das Gemüse schon einige Tage alt. Es ist belegt, dass Obst und Gemüse ab dem Moment der Ernte wertvolle Inhaltsstoffe verlieren. Insbesondere unter Wärme- und Lichteinfluss, aber schlichtweg auch über die Zeit bauen sich die begehrten Vitamine und andere wichtige Inhaltsstoffe ab.

Vitamine und andere Inhaltsstoffe von Obst können uns gesund und leistungsfähig erhalten © Konstantin Yuganov, stock.adobe.com
Welche Inhaltsstoffe machen Obst so gesund?

Obst enthält zahlreiche Inhaltsstoffe, die entweder direkt überlebenswichtig sein können oder die Gesundheit fördern. Zu diesen Stoffen gehören beispielsweise Vitamine… weiterlesen

50 Prozent können das pro Tag an Verlust sein. Man kann sich ausrechnen, dass etwas nicht unbedingt aus Übersee kommen muss, um unter „Vitaminmangel“ zu leiden. Zudem wird vieles, das wir an Obst und Gemüse kaufen können, nicht vollreif geerntet. Damit sind die gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe selten auf dem möglichen Maximalniveau. Mal vom dadurch fehlenden Geschmack ganz abgesehen, der nur bei den wenigsten Produkten irgendwann doch noch durch Nachreifen kommt. Beispiele von zu früh geernteten Lebensmitteln, die nicht mehr nachreifen:

  • Obst: Erdbeeren, Brombeeren, Himbeeren, Tafeltrauben, Zitrusfrüchte (hier kann sich nur noch die Farbe ändern), Kirschen, Ananas etc.
  • Gemüse: Tomaten (nur die Schale reift nach), Auberginen, Paprika, Brokkoli und andere Kohlsorten, Möhren oder Gurken.
Dieses Obst reift nicht nach
Dieses Obst reift nicht nach
Dieses Gemüse reift nicht nach
Dieses Gemüse reift nicht nach

Unabhängig davon, ob reif oder nicht: Nur frisch geerntet und zeitnah verarbeitet genießen Sie den vollen Geschmack und das Maximum an Inhaltsstoffen. Und dies gelingt nur bei eigenem Gemüseanbau. Apropos Geschmack:

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Über Geschmack lässt sich streiten

Unreif ernten ist eines, die Sorte etwas anderes, dass den Geschmack von Gemüse beeinflusst. Die Tiroler Tageszeitung titelte mal im Interview mit Agrarfachleuten: „Obst und Gemüse: Wo ist nur der Geschmack hin?“ Die Fachleute erklärten das mit dem sogenannten „Long-Shelf-Life“-Effekt, also dem Umstand, dass Obst und Gemüse möglichst lange halten – im Regal und zuvor auf der Anreise – und gut aussehen sollen. Hierfür gab es extra jahrzehntelange Züchterarbeit mit dem Schwerpunkt „Haltbarkeit“. Der Geschmack blieb hierbei meist auf der Strecke.

Vielfalt, die man nicht im Handel erhält © Dorthe Naumann, stock.adobe.com
Vielfalt, die man nicht im Handel erhält © Dorthe Naumann, stock.adobe.com

Solche Züchtungen haben meist einen oder mehrere aromatischen Vorreiter. So wie bei den Tomaten. Im Handel sommers wie winters meist durch eher neutralen Geschmack gekennzeichnet, so sind die tausenden von ursprünglichen Sorten oft dünnschalig, saftig-süß oder angenehm säuerlich, haben mal mehr Saft als Salattomate oder weniger, was sie ideal zum Einkochen macht. Nur allzu selten gibt es bei ausgesuchten Händlern mal diese Vielfalt auch zu kaufen. Und das hat dann meist sprichwörtlich seinen (geschmacklosen) Preis.

Billiger, vielfältiger und vor allem geschmackvoller wird das beim Gemüseanbau im eigenen Garten. Da stehen zahlreiche Gurken-, Zucchini- und Kürbissorten, eine große Vielfalt an Kartoffeln und unzählige Tomatensorten zur Auswahl, die viel besser als kaufbares Einheitsgemüse schmecken. Einen Teil dieser Vielfalt gibt es als Jungpflanzen in ausgesuchten Gärtnereien, besser noch als Samen. Leider sind die meisten alten Sorten und fantastische Neuzüchtungen praktisch nur in auf solche Samen spezialisierten Onlineshops erhältlich.

Übrigens: Wer ein Problem mit der Säure von Tomaten hat: Es gibt auch sehr milde Sorten für den Eigenanbau, die empfindlichen Menschen keine Probleme bereiten.

Mehr Nährstoffe: Alte Sorten & nachhaltiger Anbau

Das meiste Gemüse im Handel ist nicht nur auf Haltbarkeit getrimmt, sondern so gezüchtet, dass der Ertrag höher ist und es schneller wächst. Zumindest, wenn es aus konventioneller Landwirtschaft stammt. Der Nachteil: So Gemüse enthält weniger wertvolle Inhaltsstoffe, auch aus dem Grund, dass sie auf kargen Böden mit jeder Menge Kunstdünger rasend schnell wachsen. Was aber schnell wächst, also schneller, als es die Natur vorsieht, speichert und bildet weniger Wertvolles.

Konventionelle Landwirtschaft und Eigenanbau
Konventionelle Landwirtschaft und Eigenanbau

Hier sind es insbesondere sekundäre Pflanzenstoffe, denen allerlei positive Eigenschaften auf die Gesundheit zugesprochen werden. Sie stärken das Immunsystem, wirken sich positiv auf den Blutdruck, den Cholesterinspiegel, selbst bei Diabetes aus.

Dagegen wächst eine typische alte Gemüsesorte, die es mitunter bereits seit Hunderten von Jahren gibt, meist langsamer. Ist der Boden dazu noch natürlich, beispielsweise mit Kompost aufbereitet, anstatt mit Kunstdünger für Turbowuchs, dann sind das zwei Faktoren, die dafür sorgen, dass das Gemüse mehr wertvolle Nährstoffe aufnimmt oder bildet.

Im Handel ist solch ein Gemüse selten, zumal man ja nicht „hineinschauen“ kann. Allenfalls aus dem Bioanbau können Sie jede Menge gesunde Inhaltsstoffe erwarten.

Alte Gemüsesorten, die auf nachhaltig bewirtschafteten Böden wachsen, sind inhaltsreicher © maxbelchenko, stock.adobe.com
Alte Gemüsesorten, die auf nachhaltig bewirtschafteten Böden wachsen, sind inhaltsreicher © maxbelchenko, stock.adobe.com

(Gemüse-)Gärtnern ist gesund

Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass Menschen, die in der Nähe von Grünanlagen leben, einfach entspannter sind. Das gleiche gilt für den Aufenthalt im Garten. Nicht wenige Hobbygärtner sagen sogar, dass die Gartenarbeit, besonders aber die Aussaat, meditativ wirkt. Es lenkt vom Stress des Alltags nachhaltig ab, frische Luft inklusive. Kein Wunder, dass eine Untersuchung zur Zufriedenheit mit dem Job ergab, dass Floristen und Gärtner am glücklichsten sind.

Gärtnern ist gesund, stärkt das Immunsystem und macht entspannter © Joerch, stock.adobe.com
Gärtnern ist gesund, stärkt das Immunsystem und macht entspannter © Joerch, stock.adobe.com

Da die Gartenarbeit einen hohen therapeutischen Wert hat, gibt es insbesondere in den USA und auch in Großbritannien sozialtherapeutische Projekte, die gezielt auf Gartenarbeit mit Patienten wie depressive Menschen setzen. Denn: Gartenarbeit soll Endorphine, also Glückshormone ausschütten. Ein Umstand, warum das Gärtnern auch bei dementen Menschen gerne und erfolgreich eingesetzt wird.

Übrigens: Bei der Gartenarbeit, Beispiel Unkraut jäten oder Pflanzarbeiten, verbrennt unser Körper im Schnitt 300 Kalorien.

Und dann war da noch Vitamin D

Vitamin D ist essenziell für ein gesundes und wehrhaftes Immunsystem. Es werden zwar immer Lebensmittel bei der Thematik aufgelistet, die den sekundären Pflanzenstoff enthalten, doch allein über die Nahrung ist der menschliche Körper nicht ausreichend versorgt. Was aber hilft: Mindestens 20 Prozent der Hautoberfläche 20 Minuten lang ungeschützt der Sonne auszusetzen. Täglich und, selbstredend, wenn die Sonne scheint.

In Zeiten von Lockdowns wollte eine Studie wissen, wie lange sich die Deutschen wöchentlich im Freien aufhielten. Bis zu 10 Stunden waren Viele durchschnittlich in Parks, auf Wiesen und in Wäldern unterwegs. Gartenbesitzer dagegen 25 Stunden. Weil sie den Garten in Schuss hielten und sicher auch zur reinen Entspannung. Und das ist jede Menge Zeit, um seine Vitamin D-Speicher für die kalte Jahreszeit aufzufüllen.

Mit dem Gemüseanbau Geld sparen

Im Jahr 2021 rechnete die Seite Umweltdialog.de mittels eines Anbaukalkulators und der Wahl von Standardgemüse – von Kirschtomaten über Kürbisse bis zu Möhren oder Salat – aus, wie viel man mit 60 m² Anbaufläche sparen könnte. Auf den Supermarktpreis umgerechnet waren dies 974 EUR Kosteneinsparungen bei einem Wareneinsatz – Samen, Anzuchterde etc. – von etwas über 50 EUR. Bei den zu erwartenden Preissteigerungen könnte diese Einsparung deutlich höher ausfallen.

Wer Gemüse selbst anbaut, kann einiges an Geld sparen © phpetrunina14, stock.adobe.com
Wer Gemüse selbst anbaut, kann einiges an Geld sparen © phpetrunina14, stock.adobe.com

Und sie zogen einen weiteren Vergleich. So haben sie errechnet, dass 252 m² ausreichend sind, um genug Gemüse und Kräuter für den Jahresbedarf einer dreiköpfigen Familie, 1.200 Kg, anzubauen. So viel Fläche haben sicher die wenigsten Gartenbesitzer, doch die Zahlen zeigen das Potenzial, das der eigene Gemüseanbau hat. Das gilt natürlich genauso für Obst. Insbesondere bei den mehrjährigen Pflanzen wie Apfelbäume oder Beerensträucher.

Fazit: Es gibt einige Gründe, die es interessant machen, das eigene Gemüse im Garten und auch auf dem Balkon anzubauen. Allein der frische Geschmack und die große Vielfalt sind für viele Menschen bereits ausreichend Gründe, um Jahr für Jahr aufs Neue damit zu starten.

Praxistipps für Anfänger und Fortgeschrittene erhalten Sie in der Rubrik „Gemüseanbau“.

Lieblingsgemüse einfach selbst anbauen © yanadjan, stock.adobe.com
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