Der Nutzgarten: Gemüse, Kräuter und Obst erfolgreich anbauen

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Ein Garten kann einfach nur eine grüne Oase zur Entspannung sein oder aber er wird dazu genutzt, zumindest einen Teil der benötigten Nahrungsmittel selbst zu produzieren. Gleich, wie viel Platz dafür vorhanden ist, ein eigener Nutzgarten ist einfach großartig und frisch Geerntetes mit unvergleichlichem Geschmack belohnen für die dafür nötige Arbeit. Ein Überblick für den Eigenanbau.

Ganz gleich wie groß ein Nutzgarten ist, Essbares selbst anzubauen macht einfach Spaß und das Ergebnis überzeugt © zmijak, stock.adobe.com
Ganz gleich wie groß ein Nutzgarten ist, Essbares selbst anzubauen macht einfach Spaß und das Ergebnis überzeugt © zmijak, stock.adobe.com

Laut einer Umfrage, dem „Stihl Garten-Barometer 2020“, möchten über zwei Drittel der Gartenbesitzer ihr eigenes Gemüse und Kräuter anbauen. Zudem wünschen sich etwa 60 Prozent Naschobst aus dem eigenen Garten und idealerweise den einen oder anderen Obstbaum. Einer der Gründe mag sein, dass mehr und mehr Menschen wissen möchten, wo ihre Lebensmittel herkommen, wie sie produziert und transportiert werden. Daher ist es heute wieder voll im Trend, aromatisches Gemüse, würzige Kräuter und saftig-frisches Obst anzubauen. Und sei es nur auf kleiner Fläche oder vielleicht auch nur in einem Hochbeet. Der Anbau von selbstgezogenen Leckereien gelingt übrigens auch wunderbar in Töpfen und Kübeln, was die wachsende Zahl der begeisterten Balkongemüse-Gärtner belegt.

Gemüse aus dem eigenen Garten: Die Top-Sorten

Die Auswahl an Gemüsesorten in Form von Samen ist fast unbegrenzt. Kleiner ist die Auswahl an Setzlingen und jungen Pflanzen in gut sortierten Gärtnereien, dennoch wird hier jeder Gemüse-Fan fündig.

Gemüse aus dem eigenen Anbau begeistert durch Frische und Geschmack. Zu den einfachsten Gemüsesorten im Anbau zählen Radieschen © Ralf Geithe, stock.adobe.com
Gemüse aus dem eigenen Anbau begeistert durch Frische und Geschmack. Zu den einfachsten Gemüsesorten im Anbau zählen Radieschen © Ralf Geithe, stock.adobe.com

Zu denjenigen Gemüsepflanzen, die sich wirklich sehr einfach säen lassen und schnell Erfolg bringen, zählen Radieschen und Rucola. Bereits wenige Wochen nach der Aussaat ist die einfache Arbeit von Erfolg gekrönt.

Etwas länger dauert es, bis Sie ausgesäten Salat ernten können. Salat keimt bei ungefähr 15 Grad Bodentemperatur sehr zuverlässig, dagegen mag der Salatsamen den Hochsommer weniger und keimt entsprechend schlechter. Schneller und absolut zuverlässig gelingt der Salatanbau mit Setzlingen aus der Gärtnerei.

Tipp: Wer wenig Platz in seinem Nutzgarten hat, der pflückt seinen Salat portionsweise. Das funktioniert nicht nur bei speziellen Pflücksalaten, sondern auch bei kopfbildenden Salaten. Dies ermöglicht es, dem zarten Grün neue Blätter nachzuschieben, was den Ertrag bei einer Pflanze mindestens verdoppelt.

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Lohnend, weil ertragreich und unkompliziert, ist Mangold, den es nicht nur mit weißem, sondern auch mit schön farbigen Stielen in rot, gelb und orange gibt. Auf der Fensterbank ab Februar vorgezogen oder zwischen April und Juni direkt gesät, kann die zweijährige Pflanze gut im Freien überwintern. Kurz über dem Boden vor den ersten Frösten abgeschnitten und mit Reisig oder Vlies bedeckt, treibt er im Frühjahr für eine weitere Ernte üppig aus, ehe er so etwa ab Mai oder Juni in die Blüte geht. Danach stirbt die Pflanze ab. Nach der Blüte können die Samen geerntet und erneut gesät werden. So beginnt der Zyklus aufs Neue. Auch von ihm gibt es oft Setzlinge, sollten Sie sich die Aussaat nicht zutrauen. Tipp: Mangold macht sich mit seinen dekorativen Blättern auch gut im Blumenbeet oder zusammen mit Sommerblühern im Balkonkasten.

Bohnen, Erbsen und Zuckerschoten sind ebenfalls unkomplizierte, vergleichsweise ertragreiche Pflanzen. Der Clou: Sie kommen auch auf sehr mageren Böden zurecht, da ihre Wurzeln fähig dazu sind, ihren eigenen Dünger in Form von Stickstoff zu bilden. Die Samen werden nach Anleitung ab März – sortenabhängig und siehe Aussaatempfehlungen auf der Packung – in die Erde gesteckt. Buschbohnen, Erbsen und Zuckerschoten mögen eine Stütze aus Reisig oder ein Rankgitter. Stangenbohnen entsprechend hohe Stangen, aus denen man mit Schnüren ein Spalier oder einen Obelisken zum Klettern errichtet.

Einfach im Anbau auch für Anfänger und lohnen sich: Zuckerschoten sind ein ertragreiches Anfängergemüse, das im Handel vergleichsweise teuer ist © Brent Hofacker, stock.adobe.com
Einfach im Anbau auch für Anfänger und lohnen sich: Zuckerschoten sind ein ertragreiches Anfängergemüse, das im Handel vergleichsweise teuer ist © Brent Hofacker, stock.adobe.com

Tipp: Im alten Bauerngarten wie dem traditionellen englischen Cottagegarten war und ist es üblich, dass auch dekorative Blühpflanzen inmitten der Anbauflächen wachsen. Das sieht nicht nur hübsch aus, sondern hat auch einen guten Grund: Pollen- und nektarreiche Blumen locken Bestäuber wie Wildbienen in das Obst- und Gemüsebeet, was den blühenden Obst- und Gemüsepflanzen zugutekommt. Sie werden noch häufiger bestäubt, was den Ertrag steigert. Ein weiterer Grund: Manche Blühpflanzen, Stichwort Mischkultur, sorgen für Schutz vor Fressfeinden oder fördern die Gesundheit benachbarten Gemüsepflanzen.

Tomaten, Gurken und Zucchini gehören zu den beliebtesten Gemüsesorten in Deutschland. Nicht jeder traut sich an den Anbau dieser drei Sorten, dabei ist es recht einfach. Während mancher Hobbygärtner mit der Anzucht in den eigenen vier Wänden verzweifelt, da die Bedingungen selten ideal sind, gibt es spätestens mit einer Pflanze aus der Gärtnerei wenig Probleme. Das Wichtige beim Tomatenanbau:

  • Tomaten sind „hungrige“ Pflanzen. Sie wachsen rasant und tragen viele Früchte am warmen Standort, daher muss die Erde nährstoffreich sein. Zudem ist regelmäßige Düngen (flüssig, z. B. flüssiger Tomaten- oder Gemüsedünger) angesagt.
  • Tomaten benötigen etwas Platz. Mindestens 50 cm Abstand zur nächsten Pflanze sind nötig. Anbau im Topf: 25 L große Töpfe sind Minimum.
  • Sie sollten ausgegeizt werden. Geiztriebe entstehen zwischen Haupttrieb und Blattachseln. Das hält sie gesünder und macht sie ertragreicher. Ausnahme: Buschtomaten werden nicht ausgegeizt.
  • Man sollte nicht gleichzeitig Kartoffeln anbauen, da diese zu Krautfäule neigen. Eine Krankheit, die für Tomaten meist mit Totalverlust endet.

Gurken und Zucchini sind dagegen einfach aus Samen zu ziehen. Ab Anfang, Mitte April einfach normale Pflanzerde in einen größeren Topf (12 cm+) geben, zwei Samen etwa 2, 3 cm tief stecken, hell und warm aufstellen und kontinuierlich feucht halten. Der Profi nimmt hier gleich mehrere Samen pro Topf, um sicherzugehen, dass auf jeden Fall etwas keimt; die schwächere Pflanze wird entfernt. Die rasch wachsende Pflanze wird etwa ab Mitte Mai gesetzt, also dann, wenn keine Spätfröste dank der Eisheiligen mehr drohen, und behandelt wie die Tomaten. Gleich, ob im Beet, Hochbeet oder Topf.

In der Mischkultur geht es kunterbunt zu. Aber mit System © Cornelia Kalkhoff, stock.adobe.com
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Frische Kräuter aus dem Nutzgarten

Wer gerne kocht, weiß es zu schätzen, die eigenen, frischen Lieblingskräuter zu ernten. Zumal die Auswahl durch aromatische Züchtungen praktisch jährlich wächst. Zu den wichtigsten Kräutern im Garten zählen sicherlich die vielseitige Petersilie und der würzige Schnittlauch. Das Tolle an den beiden Würzkräutern ist, dass sie vom Schatten bis zum vollsonnigen Platz praktisch überall zurechtkommen.

Frisch geerntete Kräuter aus eigenem Anbau sind einfach herrlich © exclusive-design, stock.adobe.com
Frisch geerntete Kräuter aus eigenem Anbau sind einfach herrlich © exclusive-design, stock.adobe.com

Nicht nur Liebhaber der mediterranen Küche schätzen Thymian, Oregano, Rosmarin und Salbei. Wobei die Blüten dieser Pflanzen allesamt von Bienen geschätzt werden. Sie gedeihen im Halbschatten, schätzen vollsonnige Standorte aber noch mehr. Was Nährstoffe und Wasser angeht, sind sie allesamt genügsam und die Erde darf ruhig eher mager sein, dafür durchlässiger, da sie Staunässe nicht so mögen.

Für viele Kräutergärtner dürfen zudem Dill, Pfefferminze und Basilikum nicht fehlen. Auch sie sind recht unkompliziert, doch Vorsicht bei Pfefferminze. Das wüchsige Kraut wächst vom Schatten bis zum sonnigen Standort praktisch überall, doch es hat enormen Verbreitungswillen über Wurzelausläufer. Daher ist es ratsam, dieses aromatische Grün in einem Topf anzubauen. Während Dill und Basilikum unkompliziert durch Aussaat gelingen, sollte man bei der Minze auf Pflanzen aus der Gärtnerei setzen.

Eigenes Obst anbauen

Herrlich frisches Obst aus eigenem Anbau? Früher war es in typischen Bauerngärten üblich, dass dort schöne große Apfel-, Birnen- oder Pflaumenbäume standen. Dazu noch diverse Obststräucher und natürlich Erdbeeren, etwa für den hausgemachten Marmeladenvorrat.

Viele Hobbygärtner wünschen sich etwas Naschobst aus dem eigenen Garten. Erdbeeren gehören zu den Favoriten © Britta Kromand, stock.adobe.com
Viele Hobbygärtner wünschen sich etwas Naschobst aus dem eigenen Garten. Erdbeeren gehören zu den Favoriten © Britta Kromand, stock.adobe.com

Heute stellt sich für viele das Problem, dass entweder die Gärten etwas zu klein für einen oder mehrere große Obstbäume sind oder man einfach keinen Garten hat, allenfalls eine Terrasse oder gar einen Balkon. Doch da hat die grüne Branche Abhilfe geschaffen, denn es gibt beispielsweise schwachwüchsige Obstbäume, die auf entsprechende Unterlagen veredelt sind. Selten werden sie höher als zwei Meter.

Zudem gibt es Säulenobst. Während es bei Äpfeln tatsächlich stets schmal wachsende, rein natürliche Mutationen gibt, sind Säulenkirschen, -Birnen oder -Pflaumen Züchtungen, die eher schlank bleiben, dennoch einen jährlichen Schnitt benötigen, um die schlanke Form beizubehalten. Das Säulenobst wird etwa 1,5 bis 2,5 Meter hoch und ist selbst für die Kübelbepflanzung auf Balkonien geeignet.

Solche schlanken Züchtungen gibt es auch bei Beerensträuchern wie Johannisbeere und Stachelbeere. Und dann ist da noch die anfangs erwähnte Erdbeere. Je nach Sorte tragen sie vom Frühsommer bis in den Herbst aromatische Früchte und gedeihen selbst im Balkonkasten oder Topf.

Weitere Obstfavoriten, die auf eher wenig Nutzgartenfläche, im Topfgarten und Balkonien gedeihen:

  • Physalis/Andenbeere
  • Heidelbeeren
  • Maibeere/Honigbeere
  • Netz-/Zuckermelonen
  • Gojibeere
  • Kumquat (bis ca. – 12 Grad frosthart)
  • Spalierobst

TIPP

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Wie viel Fläche darf es sein?

Heute gibt es wenige Gartenbesitzer, die nahezu unbegrenzt Platz haben, um sich ihren Nutzgarten einzurichten mit dem Ziel, Selbstversorger zu werden. So hat laut Statista etwa die Hälfte aller Gartenbesitzer maximal 299 m² Gesamtfläche zur Verfügung. Die durchschnittliche Gartengröße läge, laut einer Studie der Hochschule Geisenheim, bei 377 m². Da bleibt nicht viel Platz für den Lebensmittelanbau, wenn man noch eine Terrasse, vielleicht ein Gartenhaus und Blumenbeete anlegen möchte.

Wer zum Selbstversorger mit eigenem Garten avancieren möchte, benötigt einen guten Plan und ausreichend Anbaufläche © Milan, stock.adobe.com
Wer zum Selbstversorger mit eigenem Garten avancieren möchte, benötigt einen guten Plan und ausreichend Anbaufläche © Milan, stock.adobe.com

Wer zum Selbstversorger avancieren möchte, benötigt pro Person mindestens 40 m² Anbaufläche. Diese muss allerdings dann nach ausgeklügeltem Plan genutzt werden, Lagersorten und frostresistentes Wintergemüse inklusive.

Doch, so viel Platz ist auch gar nicht nötig, um dennoch einiges an Essbarem anzubauen, dass den wöchentlichen Einkauf spürbar reduziert. Wenn ein Zwei-Personen-Haushalt lediglich 10 m² – oder entsprechend mehr bei größerer Personenzahl – möglichst optimal für den Gemüseanbau nutzt, dann gibt es jede Woche einige tolle Lebensmittel aus eigenem Anbau. Soll es auch Obst sein, dann ist entsprechend mehr Platz nötig.

Zeitaufwand für Nutzgarten-Pflege

In Sachen Arbeitsaufwand gilt eine Faustregel, wonach je 10 Quadratmeter Anbaufläche eine halbe bis ganze Stunde Zeit pro Woche eingeplant werden sollte. Bei der Vorbereitung der Beete im Frühjahr, in Aussaat-, Pflanz- und Erntezeiten ist der Aufwand entsprechend höher.

Tipp: Je gründlicher im zeitigen Frühjahr Unkräuter entfernt werden, desto weniger ist diesbezüglich in der Gartensaison der weitere Aufwand.

Nutzgarten auf hohem Niveau

Darf es etwas rückenschonender und effektiver als im Gemüsebeet sein? Dann sind Hochbeete eine Überlegung wert. Hier beträgt die übliche Arbeitshöhe etwa 80 cm. Auch und gerade wer mit Kindern gärtnert, kann auch niedrigere Varianten kaufen oder bauen.

Hochbeete ermöglichen nicht nur <a href=rückenschonendes Arbeiten. Sie gelten auch als besonders effektiv und erhöhen den Ertrag © Garden Guru, stock.adobe.com“ class=“wp-image-16634″/>
Hochbeete ermöglichen nicht nur rückenschonendes Arbeiten. Sie gelten auch als besonders effektiv und erhöhen den Ertrag © Garden Guru, stock.adobe.com

Vorteile von Hochbeeten, neben der rückenschonenden Arbeit mit ihnen:

  • Das Substrat für die Füllung bestimmt jeder selbst.
  • Besonders nährstoffreiche Füllungen sind für hungrige Pflanzen wie Zucchini, Kürbis, Tomaten und Kohlsorten ideal. Dies ist bei der sogenannten „Drei-Schicht-Füllung der Fall“.
  • Früherer Beginn der Aussaat und Pflanzung, da sich das Erdreich schneller als der Gartenboden erwärmt.

Warum der Gemüseanbau im Hochbeet so effektiv ist, welche weitere Vorteile Hochbeete bieten und viele Anbautipps finden Sie im Dossier zum Thema „Hochbeet“.

Weiterführende Links:
Warum Kompost so wertvoll für den Garten ist
Topf- und Balkongarten: Mit wenig Raum zum Erfolg

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