Gartenbewässerung – Brunnen bauen oder sanieren

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Wenn Sie Ihren Garten bewässern möchten, kann ein Brunnen dafür die ideale Lösung bieten. Viele Grundstücke, welche bereits länger als Garten genutzt werden, verfügen bereits über einen eigenen Brunnen. Falls nicht, lässt sich fast überall ein neuer Brunnen anlegen. Welche Genehmigungen Sie dafür benötigen und worauf Sie beim Bau achten müssen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Ein Brunnen für die Gartenbewässerung ist praktisch © bilderhexchen, stock.adobe.com
Ein Brunnen für die Gartenbewässerung ist praktisch © bilderhexchen, stock.adobe.com

Vorhandenen Brunnen sanieren

Sofern sich bereits ein Brunnen auf ihrem Grundstück befindet, haben Sie Glück. Oft lässt sich der Brunnen mit wenig Aufwand wieder in Betrieb nehmen.

Wurde das Wasser bisher mit einer Handschwengelpumpe gefördert, kann es sein, dass diese nach einer längeren Stillstandszeit nicht mehr funktioniert. Der Grund dafür könnten Ablagerungen im Inneren der Pumpe oder defekte Dichtungen sein. Gießen Sie etwas Wasser in das Oberteil der Pumpe und betätigen Sie den Handhebel mehrere Male. Oft beginnt das Gerät dann wieder zu arbeiten und fördert das frische Wasser empor. Defekte Dichtungen lassen sich nur austauschen, indem Sie die gesamte Pumpe demontieren. Manchmal kann es sich lohnen, eine neue Pumpe kaufen und einzubauen, besonders wenn auch die Metallteile bereits korrodieren.

Außerdem kann es vorkommen, dass sich der Grundwasserspiegel nicht mehr auf der ursprünglichen Höhe befindet. Dann fördert die Pumpe kein Wasser, auch wenn alle Teile absolut in Ordnung sind. Abhilfe kann hier eine weitere Bohrung schaffen, welche die restlichen Meter bis zum Grundwasserspiegel überwindet.

Befindet sich bereits ein Brunnen auf Ihrem Grundstück, kann es sich lohnen, diesen zu sanieren © HWO, stock.adobe.com
Befindet sich bereits ein Brunnen auf Ihrem Grundstück, kann es sich lohnen, diesen zu sanieren © HWO, stock.adobe.com

Handelt es sich um einen gemauerten Brunnen, der über eine größere Öffnung verfügt, könnte es sein, dass hier Verunreinigungen oder Schutt eingefüllt wurden. Hier kann es helfen, diese Verfüllung zu beseitigen. Allerdings muss dabei sorgfältig darauf geachtet werden, das Bauwerk zu sichern und bei Bedarf weitere Brunnenringe einzusetzen.

Tipp: Eine Brunnensanierung lassen Sie am besten von einem fachlich versierten Handwerksbetrieb ausführen, wenn Sie selbst keine Erfahrungen damit haben. Steigen Sie nie ohne entsprechende Sicherungsmaßnahmen in einen Brunnenschacht. Locker sitzende Steine oder fehlende Brunnenringe können das Bauwerk bei Erschütterungen beschädigen oder zum Einsturz bringen, was zu schlimmen Unfällen führen würde.

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Neuen Brunnen bauen

Einen neuen Brunnen zu bauen, ist oft gar nicht so schwer, wie es auf den ersten Blick scheint. Zahlreiche Unternehmen haben sich auf diese Arbeiten spezialisiert und können innerhalb kurzer Zeit die entsprechenden Dienste anbieten.

Die Kosten für den Brunnenbau hängen zum einen von der Tiefe des Grundwasserspiegels ab. Außerdem müssen Sie Faktoren wie den Anfahrtsweg, den gewünschten Durchmesser der Bohrung, eventuelle Schwierigkeiten durch die Bodenbeschaffenheit und eventuell nötige Zusatzgeräte (Tiefbrunnenpumpe) berücksichtigen. Hier sehen Sie einige Preisbeispiele:

  • einfache Brunnenbohrung mit einer Tiefe von 6 m – kostet ca. 1000–1500 € (mit Rohren, Dichtungen und Filter)
  • Bohrung für einen Tiefbrunnen mit Tiefe von 20 m kostet ca. 4000 €
  • Brunnenbohrung in eigener Regie mit Ausleihe des Gerätes kostet ca. 200–300 € sowie Ihre Arbeitszeit

Tipp: Allein für eine Gartenbewässerung lohnt es sich nicht in jedem Fall, einen neuen Brunnen zu bohren. Wenn Sie jedoch das Wasser auch in Ihrem Haushalt verwenden können, lässt sich hier eine Menge Geld sparen. Wird Ihnen der Brunnenbau zu teuer, können Sie auch über einen Gartenwasserzähler nachdenken.

Welche Brunnentypen gibt es?

Beim Brunnenbau werden folgende Typen unterschieden:

  • Rammbrunnen
  • Bohrbrunnen
  • Quellfassung
  • Schachtbrunnen
  • Horizontalfilterbrunnen

Für einen privaten Brunnenbau werden am häufigsten Rammbrunnen oder Bohrbrunnen angelegt. Dabei können Sie mit einem Rammbrunnen Tiefen bis zu maximal 7 m erreichen. Dies ist auch nur dann möglich, wenn der Untergrund locker ist, zum Beispiel aus Sand besteht. Ein Rammbrunnen eignet sich nicht für eine Versorgung mit Trinkwasser, da die Filter dieser Brunnen nicht fein genug eingestellt werden können. Außerdem kann das Wasser in dieser Tiefe durch Landwirtschaft oder andere Emissionen verunreinigt sein. Als Gießwasser für Ihren Garten kann es sich jedoch durchaus eignen.

Mit einem Bohrbrunnen lassen sich die Grundwasserschichten in größerer Tiefe anzapfen. So erhalten Sie auf einer Tiefe von 20 m mit relativer Sicherheit sauberes Wasser, welches sich auch als Trinkwasser nutzen ließe. Falls Sie dies vorhaben, sollten Sie das Wasser aus dem Brunnen regelmäßig in einem Labor auf Schadstoffe untersuchen lassen.

Eine Quellfassung wird dann angelegt, wenn Sie eine oberirdische Quelle zur Wasserentnahme nutzen möchten. Diese Abdeckung kann aus Lehmschichten oder auch aus Beton bestehen. Sie dient dazu, Verunreinigungen vom Quellwasser fernzuhalten und kann außerdem die Entnahme des Wassers erleichtern. Quellwasser kann ebenfalls durch benachbarte Landwirtschaft oder andere Einflüsse verunreinigt sein und eignet sich nur bedingt und nach regelmäßigen Laborüberprüfungen als Trinkwasser.

Das Ausschachten war lange Zeit die bevorzugte Methode, einen Brunnen anzulegen. Dabei wird ein Loch in den Boden gegraben, welches Stück für Stück immer tiefer ausgebaut wird. Die Wände stützen die Brunnenbauer entweder mit vorgefertigten Betonelementen oder, so wie früher, mit gemauerten Steinen ab. Ein Schachtbrunnen wird maximal bis auf eine Tiefe von 10 m gebaut. Diese Methode sollte nur von fachlich versierten Personen ausgeübt werden, denn technische Probleme beim Bau (zum Beispiel Wassereinbruch oder Absacken der Wände) können zu Unfällen führen.

In einem Horizontalfilterbrunnen wird das Grundwasser über ein horizontal in der Erde verlaufendes Rohr aufgefangen. Es gelangt über Filtersysteme in einen Sammelschacht und kann von dort mittels Pumpen fortlaufend entnommen werden. Dieses System ist sehr anfällig gegenüber Veränderungen des Grundwasserspiegels und wird für Privathaushalte nur selten verwendet.

Ein Schachtbrunnen wird meist mit vorgefertigten Betonelementen, den sogenannten Brunnenringen, befestigt © hydebrink, stock.adobe.com
Ein Schachtbrunnen wird meist mit vorgefertigten Betonelementen, den sogenannten Brunnenringen, befestigt © hydebrink, stock.adobe.com

Wie tief ist der Grundwasserspiegel?

Eine wichtige Voraussetzung für Ihren Brunnenbau ist die Tiefe des Grundwasserspiegels. Die Daten dafür lassen sich auf unterschiedliche Weise recherchieren. So können Sie beispielsweise beim zuständigen Wasserversorger eine Auskunft erbitten. Außerdem veröffentlichen die Landesbehörden für fast jedes Gebiet im Zuge der Geoinformationsdienste Karten, in denen die Höhen der Grundwasserspiegel eingetragen sind.

Falls Sie wissen, dass Ihre Nachbarn bereits einen Brunnen auf dem Grundstück betreiben, können Sie einfach nachfragen, wie tief diese Brunnen gebohrt wurden. Fragen Sie außerdem, wie es mit der Förderleistung aussieht. Kommt kontinuierlich genug Wasser an oder ist die Förderleistung nicht zufriedenstellend? Bei Wassermangel könnte es sein, dass Ihr Brunnen noch tiefer gebohrt werden muss.

Alternativ können Sie auch direkt beim Brunnenbauer in Ihrer Region nachfragen. Durch die ständige Praxis wissen diese Firmen genau, wie tief der Grundwasserspiegel an Ihrem Grundstück liegen könnte. Sie geben Ihnen auch eine verlässliche Auskunft, ob der Neubau eines Brunnens auf Ihrem Grundstück von den geologischen Bedingungen her überhaupt möglich ist.

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Müssen Sie vor dem Bau eine Genehmigung einholen?

Um einen Rammbrunnen oder Bohrbrunnen für den Garten zu bauen, genügt es häufig, eine einfache Mitteilung an die zuständige Gemeinde zu machen. Wenn Sie das Wasser nur zum Gießen verwenden wollen, sind in der Regel keine weiteren Schritte nötig. Dieses Verfahren kostet meist nur eine kleine Bearbeitungsgebühr oder ist kostenfrei.

Anders sieht es aus, wenn Sie das Brunnenwasser auch als Trinkwasser verwenden möchten. Dann können weitere Einträge und Genehmigungsverfahren auf Sie zukommen. Das könnten beispielsweise Nachweise in Form von Laboranalysen sein. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Gemeinde, welche Nachweise und Anträge nötig sind, wenn Sie das Brunnenwasser auch als Trinkwasser nutzen möchten. Tun Sie dies, bevor Sie sich für den Brunnenbau entscheiden, um eventuelle Zusatzkosten in Ihrer Kalkulation einzubeziehen.

Wenn Sie das Brunnenwasser auch als Trinkwasser verwenden möchten, benötigen Sie dafür eine separate Genehmigung Ihrer Gemeinde oder Trinkwasserbehörde © bigfoot, stock.adobe.com
Wenn Sie das Brunnenwasser auch als Trinkwasser verwenden möchten, benötigen Sie dafür eine separate Genehmigung Ihrer Gemeinde oder Trinkwasserbehörde © bigfoot, stock.adobe.com

Angebote vergleichen

Sobald alles vorbereitet ist, können Sie damit beginnen, Angebote verschiedener Brunnenbauer einzuholen. Achten Sie beim Vergleich dieser Angebote auf folgende Fakten:

  • Sind alle Kosten inbegriffen? (wie zum Beispiel Material, Arbeitsleistungen, Pumpe und Anfahrt)
  • Was passiert, wenn der Brunnenbauer nicht auf Wasser trifft?
  • Welche Methode wird zum Brunnenbau verwendet?
  • Welche Bedingungen müssen Sie auf der Baustelle zur Verfügung stellen? (Breite der Zufahrt, Belastbarkeit der Zufahrt, Aufstellfläche für das Bohrgerät, Stromanschluss)
  • Was passiert mit dem Aushub?

Klären Sie Ungereimtheiten vor der Auftragsvergabe ab und entscheiden Sie sich nicht allein nach dem günstigsten Preis. Auch eine gute Kommunikation und gute Referenzen können für eine bestimmte Firma sprechen.

Selbst bohren – ist das eine gute Idee?

Wenn Sie Ihr Brunnenbauprojekt möglichst preiswert realisieren möchten, bietet das Bohren in eigener Regie dafür eine interessante Variante. Entsprechende Geräte können Sie bereits ab 40 € pro Tag in einem Baumaschinenverleih ausborgen. Zu diesen Kosten kommt außerdem noch das Material für die Leitungen, Dichtungen, Filter und für die Pumpe hinzu.

Den Brunnen selbst zu bohren, empfiehlt sich nur, wenn Sie dafür nur eine relativ geringe Tiefe erreichen müssen. Soll die Bohrungen tiefer als 8 m reichen, ist es besser, eine Fachfirma damit zu beauftragen. Außerdem sollten Sie technisch versiert sein und bereits einige Erfahrungen mit Bauprojekten haben. Das Bohrgerät muss sicher und fest aufgestellt werden, damit es sich beim Betrieb nicht selbstständig machen kann. Gefahren bestehen beispielsweise, wenn Sie auf festes Gestein stoßen oder wenn Sie eine stark wasserführende Ader treffen. Außerdem besteht immer das Risiko, unterirdisch verlegte Leitungen zu beschädigen. Für deren Reparatur müssen Sie in diesem Falle selbst haften.

Tipp: In einem dicht besiedelten Gebiet kann es cleverer sein, eine Brunnenbaufirma mit Bohrungen und Installation für Ihren Gartenbrunnen zu beauftragen. Häufig führen Abwasser- oder Stromleitungen über das Grundstück, die nicht immer korrekt in den Plänen eingezeichnet sind. Bei Beschädigungen dieser Leitungen haftet die Bohrfirma dafür.

Mechanische oder elektrische Pumpe nutzen?

Bereits vor Start des Projektes Brunnenbau sollten Sie sich dafür entscheiden, welche Art von Pumpe sie später für die Wasserförderung verwenden möchten. Für einen Gartenbrunnen mit Tiefe bis 8 m kann eine Handschwengelpumpe durchaus genügen. Das ist besonders dann vorteilhaft, wenn das Grundstück keinen Stromanschluss besitzt.

Wenn Sie größere Flächen bewässern möchten oder die Bewässerung automatisieren wollen, wäre es günstiger, eine elektrische Pumpe für Ihren Brunnen zu installieren. Bedenken Sie dabei allerdings, dass hier Zusatzkosten für die Elektroenergie entstehen. Außerdem benötigt eine elektrische Pumpe regelmäßig eine Wartung und hält nur eine bestimmte Zeit, bevor sie durch ein neues Gerät ersetzt werden muss.

Tipp: Fragen Sie Ihren Brunnenbauer, ob auch eine Kombination von mechanischer und elektrischer Pumpe möglich ist. Dann müssen Sie beispielsweise für die Entnahme eines Eimers voll Wasser nicht extra die Elektropumpe einwerfen, sondern können herrlich nostalgisch das Wasser mit der Handpumpe fördern.

Je nach Typ und Tiefe des Brunnens lassen sich verschiedene Pumpensysteme für die Förderung des Wassers nutzen © pvhcreativ, stock.adobe.com
Je nach Typ und Tiefe des Brunnens lassen sich verschiedene Pumpensysteme für die Förderung des Wassers nutzen © pvhcreativ, stock.adobe.com

Eignet sich das kalte Tiefenwasser zum Gießen?

Das Wasser aus einem Brunnen kann relativ kalt sein, besonders wenn der Brunnen sehr tief ist. Wenn Sie mit diesem kalten Wasser Ihre Pflanzen gießen, wird das zum Beispiel im Hochsommer ungünstig sein. Planen Sie deshalb eventuell einen Zwischenspeicher, wie eine Regentonne oder eine Zisterne ein. Füllen Sie das Brunnenwasser dort ein und lassen Sie es ein bis zwei Tage ruhen, bis sich der Speicher auf Umgebungstemperatur erwärmt hat. Nun können Sie unbesorgt auch die empfindlichen Tomaten und andere Pflanzen gießen, ohne ihnen einen Kälteschock zu verpassen.

Mit einer Tropfbewässerung bringen Sie das Wasser gezielt und dosiert zu jeder Pflanze © asferico, stock.adobe.com
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