Farbe für die Wand

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Ran an die Wände: Highlights setzen mit Farben und Tapeten

Weiße Wände bringen Ruhe in die Wohnräume, wirken aber schnell auch langweilig. Mit Farbfeldern und Tapeten bringen Sie im Handumdrehen Abwechslung an die Wände – wir zeigen, welche Farbe sich für welche Räume eignen und wie sie wirken.

Schlafzimmer mit blauer Wandtapete © virtua73, stock.adobe.com
Schlafzimmer mit blauer Wandtapete © virtua73, stock.adobe.com

Überlegungen vor dem Streichen

Die richtige Farbwahl für ein Zimmer ist nicht zu unterschätzen, denn jede Farbe hat eine bestimmte Auswirkung auf unser Wohlbefinden. Farben beeinflussen unsere Gefühle und entscheiden, ob wir uns ein einem Raum gerne aufhalten oder nicht. Selbstverständlich gibt es trotzdem keine „verbotenen“ Farben, der persönliche alleine Geschmack zählt. Es empfiehlt sich jedoch, sich vor dem Streichen zu überlegen, wie wo welche Farbe wirkt. Außerdem sollten Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Welche Farben mag ich besonders gerne?
  • Was machen bestimmte Farben mit mir?
  • Wie lange und oft halte ich mich in dem entsprechenden Zimmer auf?
  • Welche Wirkung möchte ich erzielen?
  • Wie groß ist der Raum?
  • Welche anderen Farben herrschen darin vor (Fußboden, Möbel)?
  • Möchte ich den kompletten Raum streichen oder nur eine Wand / einen Teil farblich verändern?

Probieren Sie jede Farbe zunächst an den dafür vorgesehenen Wänden aus und lassen Sie sie mehrere Tage auf sich wirken. Nur so können Sie auch sehen, wie sich die Farbe durch verschiedene Lichteinstrahlungen im Laufe des Tages verändert und ob sie Ihnen langfristig gefällt.

Die Wirkung von Farben und welche wo am besten passt

Helle Beige- und Grautöne: Wem Weiß zu langweilig ist, wer es jedoch auch nicht zu farbig mag, dem seien die Farben Beige und Grau empfohlen. Sie passen zu jedem Zimmer, strahlen Ruhe aus, wirken wohnlich und harmonieren mit sämtlichen Böden und Möbeln. Weiterer Pluspunkt: Auch in kleinen Zimmern wirken diese Farben nicht drückend. Da es sich um sehr neutrale Töne handelt, gefallen sie meist allen Familienmitgliedern, sodass sie sich perfekt für Gemeinschaftsräume wie Wohnzimmer, Esszimmer und Flur eignen.

Wohnzimmer © niklask19312049, stock.adobe.com
Grau im Wohnzimmer wirkt wohnlich und harmoniert mit allen Möbeln © niklask19312049, stock.adobe.com

Warme Gelb- und Apricottöne: Sie passen ebenfalls hervorragend in alle Wohnräume, lassen sich gut kombinieren und sorgen für eine gemütliche Stimmung. Während Gelb die Räume optisch vergrößert, für Kreativität und Konzentration steht und somit perfekt für Kinderzimmer oder Büros ist, sagt man Orange eine gesellige, appetitanregende Wirkung nach – ideal also für das Esszimmer.

Achten Sie jedoch darauf, dass die Farben im Pastell-Bereich bleiben und nicht zu kräftig werden, sonst wirken Gelb und Orange sehr grell, was vor allem im Wohnbereich schnell störend sein kann. Wer sich für nur eine farbige Wand oder eine Teil-Fläche entscheidet und einen optischen Akzent setzen möchte, der kann jedoch ruhig die kraftvolle Variante wählen.

Kräftige Rottöne: Ihnen wird eine anregende, leidenschaftliche, optimistische, warme und vitalisierende Wirkung nachgesagt. Dabei gilt jedoch: Weniger ist mehr! Wer sich für einen Rotton entscheidet, sollte sich auf nur eine Wand konzentrieren, sonst wirkt das Rot zu erdrückend. Außerdem eignet sich die Farbe vor allem für „aktionsreiche“ Räume, wie beispielsweise die Küche, weniger jedoch für Ruheräume wie das Schlafzimmer.

Moderne Landhausküche © Alterfalter, stock.adobe.com
Rottöne in der Küche wirken warm und vitalisierend © Alterfalter, stock.adobe.com

Natürliche Grüntöne: Sie erinnern an die Natur und wirken daher beruhigend, harmonisierend und ausgleichend auf uns. Deshalb können Sie bei der Verwendung von grünen Farben kaum etwas falsch machen – sie eignen sich sowohl für das Wohnzimmer als auch für Büro und Schlafzimmer. Allerdings sollten Sie sich bei sehr dunklen Varianten nicht für alle Wände entscheiden. Tauchen Sie nur eine Wand oder eine Zimmerecke in das satte Grün, sonst wird es optisch zu überladen.

Verschiedene Blautöne: Diekühlen Farben wirken vitalisierend und stresshemmend. Vor allem in der Pastellvariante sollen sie zudem schlaffördernd und beruhigend sein, weshalb sie sich gut für das Schlafzimmer und Kinderzimmer eignen. Verwenden Sie Blau in den Wohnräumen, achten Sie darauf, dass Sie zu einem wärmeren, dunkleren Ton greifen, damit die Zimmer wohnlich bleiben. Accessoires und Möbel aus Holz und in Naturtönen schwächen die Kühle außerdem ab.

Kinderzimmer mit blauer Wandfarbe © Tilo Grellmann, stock.adobe.com
Blau im Kinderzimmer wirkt beruhigend © Tilo Grellmann, stock.adobe.com

Anregende Lilatöne: Hier entscheidet die Intensivität über die Wirkung: Leichtes, pastelliges Lila wirkt frisch und anregend, ausgleichend, kreativitätsfördernd und ist daher ideal für das Kinderzimmer oder Büro. Ein dunkles Lila hingegen ist geheimnisvoll, entspannend und glamourös und somit perfekt geeignet für das Schlafzimmer oder das Wohnzimmer. Aber auch hier gilt: Verwenden Sie den kräftigen Ton nur sparsam, sonst wird er schnell aggressiv.

Generell gilt: Je dunkler die Wandfarbe, desto kleiner wirkt der Raum. Wählen Sie eine helle Farbe, vergrößern Sie den Raum optisch.

Es muss nicht immer die ganze Wand sein

Wer sich für helle Natur-, Grau- und Beigetöne entscheidet, kann getrost das komplette Zimmer damit streichen. Alle anderen Farben wirken schöner, wenn sie nur an manchen Wänden zu sehen sind bzw. wenn sie farblich abgesetzt werden. Das hat übrigens auch Auswirkungen auf den Raum: Wenn Sie oben an der Decke einen ca. 10 cm hohen weißen Streifen lassen, wirkt der Raum höher, eleganter und die Farbe drückt nicht. Eine schöne Variante ist übrigens auch, das Zimmer – beispielsweise einen langen Flur – nur halbhoch zu streichen: unten die dunklere Farbe, oben die hellere, zum Beispiel Weiß. Dabei sollten Sie die Raumhöhe jedoch nicht exakt teilen – optisch schöner sind beispielsweise die Aufteilung in ein Drittel dunkle Farbe und zwei Drittel helle Farbe. Besonders praktisch ist diese Vorgehensweise auch im Kinderzimmer, denn am unteren dunklen Teil sieht man Kinderhände und Schmutz nicht so schnell.

Das Comeback der Tapete

Wenn wir von farbiger Wandgestaltung sprechen, gibt es neben der klassischen Farbe auch noch eine andere Möglichkeit – die des Tapezierens. War die Tapete in den letzten Jahren verpönt, erfährt sie aktuell ein Comeback. Das liegt zum einen daran, dass das Tapezieren dank rückstandslos abziehbarer Vlies-Tapeten und innovativen Materialien deutlich einfacher geworden ist, zum anderen aber auch daran, dass es mittlerweile unzählige geniale Tapetenmotive gibt – weit weg vom großformatigen Sonnenuntergang der 70er-Jahre.

Die Hersteller bieten für jeden Raum und jeden Geschmack vielfältige Varianten an, dabei gibt es Motive, die so echt wirken, dass man kaum glauben kann, dass es sich um eine Tapete handelt. Wie beim Streichen gilt auch hier: Probieren Sie ein Muster vorher an der jeweiligen Wand aus und lassen Sie es auf sich wirken.

Schlafzimmer mit goldener Tapete © Robert Kneschke, stock.adobe.com
Highlight im Schlafzimmer: eine goldene Tapete © Robert Kneschke, stock.adobe.com

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