Kreditvergabe Voraussetzungen

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Wer ein Darlehen erhalten möchte, muss zuvor einige Voraussetzungen erfüllen, beispielsweise im Hinblick auf die Bonität.

Die meisten Verbraucher haben keine Probleme damit, von der Bank einen passenden Kredit ausgezahlt zu bekommen. Trotzdem muss sich der Kreditgeber an bestimmte Auflagen halten. Daraus resultiert, dass Kredite nur unter bestimmten Voraussetzungen vergeben werden. Welche das sind, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.

Modernes Einfamilienhaus © js-photo, stock.adobe.com
Modernes Einfamilienhaus © js-photo, stock.adobe.com

Überblick über die Voraussetzungen zur Kreditvergabe

Zunächst möchten wir Ihnen einen kurzen Überblick darüber geben, welche Voraussetzungen im Allgemeinen zu erfüllen sind, wenn Sie von Ihrer Bank ein Darlehen haben möchten. Ein wenig sind die Bedingungen auch von der Kreditart abhängig. Insgesamt betrachtet handelt es sich dennoch um relativ einheitliche Voraussetzungen, insbesondere:

  • Ausreichende bis gute Bonität
  • Keine negative Schufa
  • Regelmäßiges Einkommen
  • Abhängiges Beschäftigungsverhältnis außerhalb der Probezeit
  • Sicherheiten (optional)
  • Eigenkapital (je nach Darlehensart)

Im Folgenden möchten wir etwas näher auf die einzelnen Voraussetzungen eingehen, damit Sie für sich persönlich beurteilen können, ob Sie vermutlich bei der Bank gute Chancen haben, eine Kreditzusage zu erhalten.

Bonität: Kreditwürdigkeit als Grundvoraussetzung

Es gibt zwei Grundvoraussetzungen, die Sie bei jeder Bank erfüllen müssen, um ein Darlehen zu erhalten. Eine dieser Voraussetzungen ist Ihre Kreditfähigkeit. Was bedeutet das? Kreditfähig sind alle natürlichen Personen, die voll geschäftsfähig sind. Die volle Geschäftsfähigkeit wiederum erlangen Sie mit Vollendung des 18. Lebensjahres, also mit Beginn der Volljährigkeit. Nur ganz wenige Personen fallen unter die Ausnahmen, die selbst ab dem 18. Lebensjahr nicht voll geschäftsfähig sind. Dazu gehören zum Beispiel dauerhaft geistig behinderte Menschen oder Personen, die unter Vormundschaft gestellt sind.

Die zweite Grundvoraussetzung für die Kreditvergabe ist eine ausreichende Kreditwürdigkeit, auch als Bonität bezeichnet. Ob Sie kreditwürdig sind oder nicht, machen die Banken meistens an mehreren Faktoren fest. Sind Sie der Bank bereits persönlich bekannt, hat sich der Mitarbeiter sicherlich in der Vergangenheit bereits ein Bild zu Ihrem persönlichen Auftreten und Ihren finanziellen Verhältnissen gemacht. Dann kann er bereits gut einschätzen, ob Sie eine ausreichende Bonität haben. Etwas schwieriger wird es bei Neukunden oder unter der Voraussetzung, dass Sie den Kredit online bei einer bisher nicht bekannten Bank beanspruchen. Dann gibt es allerdings weitere Merkmale, anhand derer die Kreditgeber eine ausreichende Bonität festmachen.

Schufa-Auskunft: Negative Einträge als Knock-out Kriterium

Unter anderem zählten die Daten, die über Sie in der Schufa gespeichert sind, zu den weiteren Merkmalen, anhand derer die Banken Ihre Kreditwürdigkeit einschätzen. Die Schufa ist bekanntlich ein Kreditbüro, welches in Deutschland mehrere 100 Millionen einzelne Datensätze zu mehr als 60 Millionen Einwohnern gespeichert hat. Dazu gehören neben den rein persönlichen Daten und neutralen sowie positiven Merkmalen insbesondere negative Schufa-Merkmale.

Sollte ein derartiges Merkmal in Ihrer Schufa-Abfrage auftauchen, ist die Wahrscheinlichkeit nur noch gering, dass Sie von der Bank einen Kredit erhalten. Dies gilt natürlich insbesondere für sehr hohe Darlehenssummen, wie sie bei einem Immobilienkredit typisch sind. Was aber sind eigentlich negative Schufa-Merkmale? Zu den negativen Einträgen, die sich möglichst nicht in Ihrer Schufa-Auskunft befinden sollten, zählen insbesondere:

  • Mahnbescheid
  • Vollstreckungsbescheid
  • Eidesstattliche Versicherung
  • Eröffnung eines Privatinsolvenzverfahrens
  • Haftbefehl
  • Säumige bzw. unerledigte Kredite

All diese Merkmale deuten die Banken so, dass Sie in der Vergangenheit mindestens einmal oder sogar mehrfach nicht dazu in der Lage waren, Ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Die meisten Kreditgeber machen sich in dem Zusammenhang auch nicht die Mühe, im Einzelfall zu prüfen, wie es zu dem negativen Eintrag gekommen ist. Manchmal stecken tatsächlich größere finanzielle Probleme dahinter, manchmal allerdings auch eher eine Lappalie. Haben Sie zum Beispiel einen Bescheid über ein Ordnungsgeld bekommen, weil Sie falsch geparkt haben und waren Sie nicht dazu bereit, dieses Bußgeld zu zahlen, kann das bereits die Eintragung eines Mahnbescheides in die Schufa zur Folge gehabt haben.

Tipp: Sollten Sie dem Einholen einer Schufa-Auskunft nicht zustimmen, werten die meisten Banken dies genauso, als wenn sich ein negatives Merkmal in den Schufa-Daten befinden würde. Daher ist es auf jeden Fall empfehlenswert, wenn Sie einen Kredit haben möchten, dass Sie Ihr Einverständnis zum Einholen der Schufa-Abfrage geben.

Ausreichendes Einkommen muss vorhanden sein

Eine ebenfalls zwingende Voraussetzung, die zum Erhalt eines Immobilienkredites und anderer Darlehen erfüllt sein muss, ist das Vorhandensein eines regelmäßigen Einkommens. Manche Kreditgeber lassen sich lediglich die Höhe des Einkommens nachweisen, was zum Beispiel anhand folgender Unterlagen möglich ist:

  • Gehaltsabrechnung
  • Arbeitsvertrag
  • Gehaltsbescheinigungen des Arbeitgebers
  • Gehaltsbuchungen auf dem Kontoauszug

Andere Banken möchten neben dem Einkommensnachweis zusätzlich eine Einnahmen- und Ausgabenrechnung haben bzw. erstellen diese selbst. In diesem Fall werden neben dem Einkommen sämtliche Fixkosten pro Monat aufgelistet. Daran kann die Bank gut erkennen, ob das Einkommen überhaupt ausreichend hoch ist, damit davon alle Ausgaben nebst der zukünftigen Darlehensrate getragen werden können. Das Ergebnis der Einnahmen- und Ausgabenrechnung wird auch als frei verfügbares Einkommen bezeichnet. Wie hoch Ihr Einkommen letztendlich sein muss, darüber gibt es keine einheitlichen Aussagen seitens der Kreditgeber. Für gewöhnlich gelten allerdings monatliche Nettoeinkommen zwischen mindestens 1.500 und 2.000 Euro als ausreichend.

Lohn- und Gehaltsabrechnung © Stockfotos-MG, stock.adobe.com
Lohn und Gehalt als Voraussetzung für einen Kredit © Stockfotos-MG, stock.adobe.com

Arbeitsverhältnis: Abhängiges Beschäftigungsverhältnis oft erwünscht

Den Kreditgebern sind nicht nur die Einkünfte wichtig, sondern darüber hinaus gibt es mittlerweile zahlreiche Banken, die einen Blick auf die Art der Einnahmen werfen. So macht es für manche Kreditgeber durchaus einen Unterschied, ob Sie Einkünfte aus einer nicht selbstständigen Tätigkeit (abhängige Beschäftigung) oder als Selbstständiger bzw. Freiberufler erzielen. Insbesondere die zwei zuletzt genannten Gruppen (Freiberufler und Selbstständige) haben es zunehmend schwerer, von der Bank ein Darlehen zu erhalten. Dies gilt ganz besonders für großvolumige Kredite, wie es im Bereich der Immobilienfinanzierung üblich ist. Die Bank bevorzugen beim Beschäftigungsverhältnis entweder Beamte oder Angestellte, die sich nicht mehr innerhalb der Probezeit befinden und einen unbefristeten Arbeitsvertrag vorweisen können.

Allgemeine Voraussetzung: Wohnsitz und Bankkonto in Deutschland

Neben den zuvor genannten Voraussetzungen für die Kreditvergabe gibt es noch einige allgemeine Bedingungen, die sich so ebenfalls bei nahezu jedem Kreditinstitut finden. Dazu gehört unter anderem, dass Sie Ihren Hauptwohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben. Ferner sollte ein deutsches Bankkonto existieren, von dem anschließend die vereinbarten Darlehensraten abgebucht werden können. Manche Banken machen bei den zuvor genannten Bedingungen durchaus Ausnahmen, sodass es manchmal ebenso möglich ist, dass Sie im Ausland ansässig sind oder Ihr Girokonto nicht in Deutschland führen müssen.

Sicherheiten als Voraussetzungen für höhere Kredite

Eine weitere Voraussetzung für die Kreditvergabe gilt nicht für alle Darlehensarten und Darlehenssummen, wohl aber für Immobilienkredite. Es geht in dem Zusammenhang um Sicherheiten, die seitens der Bank gefordert werden, damit eine positive Kreditentscheidung erfolgen kann. Solche Kreditsicherheiten sind sicherlich nicht notwendig, wenn Sie einen Dispositionskredit eingeräumt bekommen oder einen Ratenkredit über beispielsweise 5.000 Euro aufnehmen möchten. Bei größeren Darlehenssummen, meistens fernab der 20.000 Euro, oder bei Immobilienkrediten verzichten Banken allerdings selten auf eine Kreditsicherheit. Grundsätzlich existieren mehrere Sicherheiten, die von den Kreditgebern akzeptiert werden:

  • Bürgschaft
  • Abtretung von Forderungen
  • Verpfändung von Sparguthaben
  • Verpfändung von Wertpapieren
  • Sicherungsübereignung Kraftfahrzeug
  • Grundschuld bzw. Hypothek

Die Bürgschaft ist die einzige persönliche Kreditsicherheit und relativ universell einsetzbar. Sie müssen lediglich darauf achten, dass der Bürge eine gute Bonität aufweist, denn sonst würde er seitens der Bank nicht akzeptiert. Eine spezielleres Kreditsicherheit ist die Sicherungsübereignung, denn diese wird nahezu ausnahmslos genutzt, wenn Sie einen Autokredit aufnehmen. Die Verpfändung von Wertpapieren oder Sparguthaben sowie die Abtretung von Forderungen wiederum sind relativ universal einsetzbar.

Eine typische Kreditsicherheit, die im Zuge der Immobilienfinanzierung zum Einsatz kommt, ist heutzutage die Grundschuld. Früher haben die Banken eher Hypotheken ins Grundbuch eintragen lassen, jedoch hat sich diese Praxis in den letzten zehn Jahren deutlich gewandelt. Aufgrund der größeren Flexibilität und Unabhängigkeit von der Forderung werden heutzutage bei Immobilienkrediten fast nur noch Grundschulden akzeptiert.

Bürgschaft © DOC RABE Media, stock.adobe.com
Kreditsicherheiten wie die Bürgschaft erhöhen Darlehenschancen © DOC RABE Media, stock.adobe.com

Eigenkapital in der Baufinanzierung: Immer öfter eine Voraussetzung

Eine letzte Voraussetzung für die Kreditvergabe kommt nahezu ausschließlich im Rahmen einer Baufinanzierung, also beim Immobilienkredit, zum Tragen. Gemeint ist das Eigenkapital, welches Sie mit in die Immobilienfinanzierung einbinden können. Auf diese Voraussetzung möchten wir an der Stelle nur kurz eingehen, weil wir in einem anderen Beitrag sehr ausführlich auf die Bedeutung des Eigenkapitals im Rahmen der Immobilienfinanzierung aufmerksam machen. Grundsätzlich handhabt es jedes Kreditinstitut etwas anders, ob das Eigenkapital eine zwingende Voraussetzung für die Kreditvergabe ist oder man es vom Einzelfall abhängig macht, ob und wie viel Eigenkapital vorhanden sein sollte. Diesbezüglich lassen sich die Banken in mehrere Gruppen unterteilen, insbesondere:

  • Eigenkapital nicht zwingend notwendig
  • Eigenkapital muss unbedingt vorhanden sein
  • Eigenkapitalquote von mindestens 15-20 Prozent

Die überwiegende Mehrheit aller Banken verzichtet heutzutage nicht mehr auf Eigenkapital, welches der Kreditnehmer einbringen kann. Das bedeutet, dass Sie häufig eine Eigenkapitalquote von mindestens 15 bis 20 Prozent haben müssen, wenn der Immobilienkredit seitens der Bank genehmigt werden soll. Als Eigenkapital gelten übrigens nicht nur Guthaben oder Sachwerte, sondern bei dem Bau eines Hauses können Sie ebenfalls eventuelle Eigenleistungen am Bau anrechnen lassen.

Hinweis: Das Eigenkapital hat in der Baufinanzierung mehrere Vorteile. Es macht die Finanzierung stabiler, senkt die monatliche Kreditrate und zudem erhalten Sie meistens einen günstigeren Zinssatz als ohne Eigenkapital angeboten.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass es durchaus einige Voraussetzungen gibt, die Sie zum Erhalt eines Darlehens erfüllen müssen. Ganz besonders viele Bedingungen existieren im Bereich der Immobilienfinanzierung. Dies ist darauf zurückzuführen, dass es dort um lange Laufzeiten und relativ hohe Darlehenssummen geht, sodass die Banken Ihre Bonität besonders genau prüfen.

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