Mögliche Ausbaustufen fürs Fertighaus

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Neben dem schlüsselfertigen Fertighaus, in das Sie nach der Schlussabnahme nur noch einziehen müssen, bieten viele Fertighaushersteller auch Ausbauhäuser an. Hier sind verschiedene Leistungen – in der Regel im Innenausbau – nicht im Kaufvertrag enthalten und werden vom Bauherrn als Eigenleistung übernommen. Ausbaustufen können Geld sparen, aber auch zusätzliche Kosten verursachen. Deshalb sollten Sie bei dieser Variante Ihre eigenen Kapazitäten hinsichtlich Zeit und handwerklichem Können vorher genau prüfen.

Kaufen Sie ein Fertighaus als Ausbauhaus und kümmern Sie sich selbst um den Innenausbau, sinkt der Hauspreis, allerdings verlängert sich meist auch die Bauzeit © Jeanette Dietl, stock.adobe.com
Kaufen Sie ein Fertighaus als Ausbauhaus und kümmern Sie sich selbst um den Innenausbau, sinkt der Hauspreis, allerdings verlängert sich meist auch die Bauzeit © Jeanette Dietl, stock.adobe.com

Die Ausbaustufen beim Fertighaus

Der Begriff „Ausbaustufe“ bezeichnet bestimmte Fertigstellungsgrade beim Hausbau. Die Hersteller haben hier ihre eigenen Varianten, ganz grundsätzlich lässt sich zwischen:

  • Schlüsselfertig/ bezugsfertig
  • Ausbaustufe/ Ausbauhaus
  • Bausatzhaus

unterscheiden.

Eine Option zur Eigenleistung bietet das Ausbauhaus
Eine Option zur Eigenleistung bietet das Ausbauhaus

Schlüsselfertig/ bezugsfertig

Bei der Stufe schlüsselfertig/ bezugsfertig erhalten Sie ein komplett fertiggestelltes Haus, das für den Einzug bereit ist. Sowohl zeitlich als auch finanziell besteht hier die größte Planungssicherheit. Baubeginn und Einzugstermin sind im Bauvertrag festgelegt, in der Regel erhalten Sie für die komplette Fertigstellung einen Festpreis, mit dem Sie kalkulieren können.

Die Begriffe schlüsselfertig und bezugsfertig sind allerdings nicht gesetzlich geregelt. Deshalb heißt es auch bei diesen Angeboten genau hinzusehen, ob auch wirklich alle Leistungen im Vertrag enthalten sind, die für ein komplett fertiges und einzugsbereites Haus nötig sind. Häufig besteht zwischen den beiden Bezeichnungen ein deutlicher Unterschied:

  • Schlüsselfertig kann das gleiche wie bezugsfertig bedeuten, wird aber von einigen Herstellern auch verwendet, wenn die Gebäudehülle komplett fertig und das Haus abschließbar ist sowie Innenwände, begehbare Böden und eine Treppe vorhanden sind. Dies heißt noch lange nicht, dass der komplette Innenausbau mit in den Leistungen vorhanden ist. So fehlen beim schlüsselfertigen Haus häufig Bodenbeläge, Einbaumöbel, Maler- und Tapezierarbeiten, Außenanlagen.
  • Kaufen Sie ein Fertighaus bezugsfertig, können Sie ziemlich sicher sein, dass auch der Innenausbau inklusive aller Ausbauarbeiten mit zum Leistungsumfang gehört. Sie erhalten den Schlüssel und können sofort einziehen.
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Ausbaustufen

Vor allem innerhalb der Ausbaustufen oder Ausbauhäuser gibt es anbieterabhängig die unterschiedlichsten Varianten. Einige Fertighaushersteller bieten nur ein oder zwei Ausbaustufen an, andere unterteilen dieses Angebot in viele kleine oder individuell vereinbare Pakete.

Beim Rohbauhaus liefert der Fertighaushersteller lediglich die abschließbare Gebäudehülle und die tragende Konstruktion – den Rest erledigen Sie in Eigenleistung © christian-haidl.de, stock.adobe.com
Beim Rohbauhaus liefert der Fertighaushersteller lediglich die abschließbare Gebäudehülle und die tragende Konstruktion – den Rest erledigen Sie in Eigenleistung © christian-haidl.de, stock.adobe.com
  • Eine mögliche Ausbaustufe ist das Rohbauhaus. Beim Fertighaus stellt der Hersteller den wetterfesten Rohbau inklusive Wärmedämmung, Dach, Fenstern und Türen, also die geschlossene Gebäudehülle am Bauort auf. Je nach Konstruktion sind auch die Innenwände und Geschossdecken bereits montiert. Der gesamte Innenausbau wird dann als Eigenleistung fertiggestellt. Dazu gehören auch die Installationsarbeiten für Heizung, Sanitär, Wasser und Strom.
  • Bei der technikfertigen Ausbaustufe werden neben dem Rohbau auch alle technischen Installationen vom Fertighaushersteller übernommen. Als Eigenleistung fällt dann der komplette Innenausbau an.
Die wichtigsten Arbeiten der 2. Phase beim Innenausbau
Die wichtigsten Arbeiten der 2. Phase beim Innenausbau

Mögliche weitere Abstufungen für Ausbauhäuser sind je nach Hersteller möglich. So kann der Anbieter auch noch die Bodenbeläge verlegen und Sie als Bauherr übernehmen lediglich die Maler– und Tapezierarbeiten. Vielfach besteht bei jeder Ausbaustufe die Variante, das benötigte Material vom Hausanbieter zu beziehen oder – was insbesondere beim Rohbauhaus sinnvoll ist – einen Fachmann für die mängelfreie Durchführung der Eigenleistungen zu buchen.

Beim Bausatzhaus übernehmen Sie auch die Montage – allerdings ist dies beim Einfamilienhaus deutlich aufwendiger und fehleranfälliger als bei einem Gartenhaus © Stefan Werner, stock.adobe.com
Beim Bausatzhaus übernehmen Sie auch die Montage – allerdings ist dies beim Einfamilienhaus deutlich aufwendiger und fehleranfälliger als bei einem Gartenhaus © Stefan Werner, stock.adobe.com

Das Bausatzhaus

Bei dieser Ausbaustufe liefert der Hersteller das komplette Material inklusive einer Montageanleitung auf die Baustelle, die Errichtung des Hauses übernehmen Sie komplett in Eigenleistung. Meist stellen die Firmen optional und gegen Aufpreis einen Bauleiter zur Verfügung, der für die fachgerechte Ausführung der Arbeiten sorgt. Für Menschen mit viel Zeit zum Bauen, handwerklichen Kenntnissen und genügend Manpower kann ein Bausatzhaus eine gute Variante für die Errichtung des Fertighauses sein. Die Haftung liegt dabei komplett beim Bauherrn.

Wie viele Kosten lassen sich durch ein Ausbauhaus sparen?

Für die Wahl einer Ausbaustufe mit Eigenleistung sind mögliche Einsparungen und die Lust am selbst Bauen die Hauptmotivation. Ob das Bauen eines Fertighauses als Ausbaustufe am Ende tatsächlich günstiger ist als das bezugsfertige Haus, ist allerdings von vielen Faktoren abhängig. Entscheidend sind die eigenen Kapazitäten. Hier überschätzen sich Bauherrn häufig.

Kosten sparen beim Fertighausbau wird durch Ausbaustufen möglich. Allerdings müssen Sie genau rechnen und Ihre persönlichen Kapazitäten realistisch einschätzen © Ideenkoch, stock.adobe.com
Kosten sparen beim Fertighausbau wird durch Ausbaustufen möglich. Allerdings müssen Sie genau rechnen und Ihre persönlichen Kapazitäten realistisch einschätzen © Ideenkoch, stock.adobe.com

Einsparmöglichkeiten durch Ausbauhäuser

Die Kosten für den Bau eines Fertighauses teilen sich im Durchschnitt folgendermaßen auf:

  • 45 % Rohbau
  • 15 % technische Installationen (Heizung, Elektro, Sanitär)
  • 40 % Innenausbau

Während beim Rohbau, also beim Aufstellen der vorproduzierten Hauselemente nur wenig Eigenleistung möglich ist und auch die Installationen am besten mit eingekauft werden, lässt sich beim Innenausbau sparen. Die Materialkosten lassen sich durch einen Blick auf günstige Preise und eventuell Abstriche bei den Baustoffen regulieren, durch einen Innenausbau, der ganz oder zum Teil in Eigenleistung durchgeführt wird, sparen Sie Arbeitskosten ein. Diese machen im Durchschnitt etwa 40 % der Gesamtkosten aus. In dieser Größenordnung bewegt sich also Ihr persönliches Einsparpotenzial durch Eigenleistung.

Eigenleistungen – Kosteneinsparung oder Kostenfalle?

Theoretisch können Sie durch den Innenausbau in Eigenleistung also kräftig sparen. Für den Innenausbau eines Fertighauses fallen alles in allem etwa 1.000 Arbeitsstunden an. Übernehmen Sie diese Leistungen selbst, müssen Sie allerdings mit deutlich mehr Stunden und einem längeren Zeitraum rechnen. Denn was die Handwerker als Hauptbeschäftigung und mit der nötigen Routine erledigen, machen Sie in Ihrer Freizeit – mit weniger Erfahrung und mehr Fehlern. Die längere Bauzeit, die daraus resultiert, bedeutet auch für Sie Zusatzkosten: Zum Beispiel für die Miete Ihrer Wohnung, nötige Versicherungen für die Bauhelfer oder auch Zusatzkosten, die durch von Ihnen verursachte Baufehler entstehen. So kann es passieren, dass die von Ihnen kalkulierte Einsparung durch Eigenleistungen schließlich doch wieder deutlich schrumpft und der Bau des Eigenheims am Ende teurer wird als gedacht.

Ein weiterer wichtiger Aspekt, der Eigenleistungen zur Kostenfalle machen kann, ist die Gewährleistung. Anders als wenn ein Handwerker die Arbeiten übernimmt, stehen Sie bei Eigenleistungen komplett selbst in der Haftung für Fehler oder Baumängel und haben kein Recht, innerhalb der sonst geltenden Gewährleistungsfrist eine Mängelbeseitigung durch den Fertighausanbieter zu fordern.

Vorzüge und Nachteile der Ausbaustufen auf einen Blick

AusbaustufeVorteileNachteile
schlüsselfertig/ bezugsfertiggroße Kalkulationssicherheitgarantierter Fertigstellungsterminalle Arbeiten aus einer Handsofort beziehbarkurze Bauzeitenwenig Gestaltungsfreiheit nach Vertragsabschlussunklare Leistungsbeschreibungen führen zu Folgekostenwenig Sparpotential
Ausbauhausgroße Gestaltungsfreiheit für den InnenausbauEinsparmöglichkeitenhandwerkliches Geschick erforderlichUnsicherheit hinsichtlich der Bauzeit und der endgültigen Kosten für den HausbauHaftung liegt für Eigenleistung beim Bauherrn
BausatzhausGroße Gestaltungsfreiheit für den AusbauIndividuelle Auswahl aller Ausstattungselemente Einsparungen bei der Finanzierunghandwerkliche Kenntnisse erforderlichUnsicherheit hinsichtlich Bauzeit und BaukostenHaftung komplett beim Bauherrn

Ausbaustufen – Einsparpotenzial und Grenzen

Durch die Entscheidung für eine Ausbaustufe und den Innenausbau in Eigenleistung lassen sich die Gesamtkosten für den Hausbau um 10.000 bis 25.000 EUR sparen, so der Bauherrenschutzbund. Die Banken akzeptieren meist bis zu 15 % der Gesamtbaukosten als Eigenleistung für die Hausbaufinanzierung. In welchem Umfang Sie Eigenleistungen erbringen könnten, sollten Sie vorab gründlich und realistisch prüfen, damit aus den geplanten Einsparungen am Ende keine Kostenfalle wird.

Beim Bausatzhaus drehen Sie jede Schraube selbst ins Holz. Damit der Bauablauf möglichst zügig vonstattengeht, müssen Sie Ihre Eigenleistungen genau planen © Marco2811, stock.adobe.com
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