Fertighaus als Bausatzhaus bauen

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Die Leistungen des Fertighausanbieters für ein Bausatzhaus enden mit der Produktion der einzelnen Bauelemente des Hauses. Hergestellt nach Ihrer individuellen Planung, wird das gesamte Material als Bausatz mit einer ausführlichen Montageanleitung auf die Baustelle geliefert. Viele Hersteller bieten optional einen Bauleiter an. Als Fachmann unterstützt er Sie bei der Montage des Hauses vom Aufstellen der Wände bis zum Innenausbau.

Der Hersteller liefert das Material und eine Montageanleitung – der Rest ist Bauherrenaufgabe. Bausatzhäuser sind deutlich günstiger, allerdings will der Kauf wohlüberlegt und gut geplant sein © bilanol, stock.adobe.com
Der Hersteller liefert das Material und eine Montageanleitung – der Rest ist Bauherrenaufgabe. Bausatzhäuser sind deutlich günstiger, allerdings will der Kauf wohlüberlegt und gut geplant sein © bilanol, stock.adobe.com

Der Leistungsumfang beim Bausatzhaus

Welche Leistungen ein Hersteller für ein Bausatzhaus erbringen muss, ist gesetzlich nicht festgelegt. Umso wichtiger ist es, dies genau und mithilfe eines Fachmanns genau zu prüfen. Meist enthalten ist die individuelle Planung des Hauses und eventuell auch der Bauantrag oder zumindest die Unterstützung bei der Antragstellung. Auf jeden Fall sollte der Hersteller die nötigen Nachweise für Wärmeschutz und Tragwerksplanung stellen und mindestens eine Anlaufberatung anbieten. Zum vertraglich vereinbarten Liefertermin transportiert der Fertighaushersteller die Hauselemente, die nach Ihrer Planung vorproduziert wurden, auf die Baustelle.

Ob wirklich alle Materialien, die für die Hausmontage sind, im Angebot enthalten sind, zum Beispiel sämtliche Befestigungs- und Abdichtungsmaterialien erforderlich, müssen Sie in der Leistungsbeschreibung prüfen.

Setzen Sie sich mit den verschiedenen Arten von Bausatzhäusern und ihren jeweiligen Eigenschaften auseinander
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Vertragsgestaltung und Planung

Entscheiden Sie sich für ein Bausatzhaus, ist es besonders wichtig, die Zuständigkeiten im Bauvertrag festzulegen. Was übernimmt der Fertighaus- bzw. Bausatzhersteller, welche (Vor)-Leistungen müssen Sie als Bauherr erledigen? Was gehört zum Lieferumfang Ihres Bausatzhauses? Ebenfalls wichtig sind vertraglich festgelegte Liefertermine für die Materialien sowie Vereinbarungen über zusätzliche und Sonderleistungen.

Tipp: Alle wichtigen Punkte rund um den Hausbauvertrag finden Sie in unserem Artikel „Vertragsgestaltung Fertighaus“.

Bauherr oder Bausatzanbieter: Wer ist für welche Leistung zuständig?
Bauherr oder Bausatzanbieter: Wer ist für welche Leistung zuständig?

Bauablauf

Liegt die Baugenehmigung auf Basis der individuellen Planung mit dem Hersteller des Bausatzhauses vor, erstellt der Bausatzanbieter die Ausführungspläne und fertigt die Bauteile Ihres Hauses. Währenddessen kümmern Sie als Bauherr sich um die Erdarbeiten und die Fundamente, bzw. die Bodenplatte nach dem vorgegebenen Fundamentplan. Diese Arbeiten können Sie wahlweise selbst erledigen oder an ein Bauunternehmen vergeben. Zum vereinbarten Liefertermin wird das Material sowie die Montageanleitung geliefert.

Nach der Anlieferung der Bauteile des Hauses auf der Baustelle ist für den Hersteller Schluss. Die Montage wie auch der gesamte Innenausbau ist Bauherrensache © Ingo Bartussek, stock.adobe.com
Nach der Anlieferung der Bauteile des Hauses auf der Baustelle ist für den Hersteller Schluss. Die Montage wie auch der gesamte Innenausbau ist Bauherrensache © Ingo Bartussek, stock.adobe.com

Nach Anleitung und gegebenenfalls durch die Unterstützung eines Bauleiters wird dann der Rohbau in Form der vorgefertigten Wandelemente montiert. Anschließend erfolgt – ebenfalls unter Ihrer Regie und in Eigenleistung – der Innenausbau.

Wie lange es von den Erdarbeiten bis zum Einzug baut, hängt von Ihren persönlichen Kapazitäten ab. Je nachdem, wie viel Zeit Sie neben dem Alltag für den Hausbau aufbringen können, steht das Bausatzhaus in 6 bis 12 Monaten. Im Vergleich dazu dauert die Errichtung eines bezugsfertigen Fertighauses etwa 2 Monate. 

Beim Bausatzhaus drehen Sie jede Schraube selbst ins Holz. Damit der <a href=
Beim Bausatzhaus drehen Sie jede Schraube selbst ins Holz. Damit der Bauablauf möglichst zügig vonstattengeht, müssen Sie Ihre Eigenleistungen genau planen © Marco2811, stock.adobe.com

Eigenleistungen richtig planen

Damit Ihr Bausatzhaus Schritt für Schritt und so schnell wie möglich bezugsfertig ist, ist es erforderlich, die Eigenleistungen richtig zu planen. Unterschätzen Sie dabei nicht, dass auf Sie nicht nur die eigentlichen Bauarbeiten, sondern auch die gesamte Baukoordination zukommen. Dies betrifft die Abstimmung der Liefertermine mit dem Bausatzhausanbieter, die Einrichtung der Baustelle mit Baustrom und Bauwasser und den erforderlichen Zufahrtswegen für die Anlieferung sowie die Anmietung von Baumaschinen und Fahrzeugen wie zum Beispiel dem Kran zur Errichtung des Dachstuhls. Auch für die Absicherung der Baustelle und die Einhaltung der Arbeitssicherheit sind Sie verantwortlich. Dazu muss nach Baustellenverordnung ein Sicherheits- und Gesundheitskoordinator bestellt werden. Für einige Leistungen wie zum Beispiel die Elektroinstallation benötigen Sie einen qualifizierten Fachbetrieb. Auch der muss rechtzeitig beauftragt werden.

Damit während der Bauphase der Überblick nicht verloren geht, empfiehlt es sich einen realistischen und möglichst detaillierten Bauablaufplan zu erstellen. Dieser Plan zeigt die einzelnen Bauschritte (Gewerke), für deren Ausführung jeweils die Materialien, Werkzeuge und Bauhelfer zur Verfügung stehen müssen.

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Einsparpotenziale beim Bausatzhaus

Im günstigsten Fall können Sie durch den Aufbau Ihres Bausatzhauses in Eigenleistung bis zu 60 % Lohnkosten für den Rohbau einsparen und damit Ihr Haus deutlich günstiger bauen. Wie realistisch diese Einsparung jedoch in der Realität ist, ist von den zusätzlichen Kosten abhängig, die Ihnen auf der anderen Seite entstehen. Dazu gehören zum Beispiel die verlängerte Bauzeit, die wiederum höhere Kosten für die Miete in Ihrer bisherigen Wohnung verursachen. Auch wenn Sie einen Fachmann wie einen Bauleiter oder einen Richtmeister hinzuziehen, schmilzt der Kostenvorteil. Bedenken Sie auch, dass Kosten für Spezialwerkzeuge oder einen Kran anfallen. Kommt es durch Ausführungsfehler sofort oder später zu Baumängeln, entstehen weitere Kosten, die Sie komplett selbst tragen müssen.

Wenn es um die Elektrik geht, sollten Sie auf professionelle Fachleute vertrauen, damit hier keine möglicherweise folgenschweren Fehler passieren © fernandreiter, stock.adobe.com
Wenn es um die Elektrik geht, sollten Sie auf professionelle Fachleute vertrauen, damit hier keine möglicherweise folgenschweren Fehler passieren © fernandreiter, stock.adobe.com

Um hier möglichst planungssicher zu sein, empfiehlt es sich häufig auch beim Bausatzhaus bestimmte Leistungen hinzuzubuchen. Dazu gehört zum Beispiel mindestens die Unterstützung bei der Hausmontage oder auch die technischen Installationen, die Sie häufig ohnehin nicht selbst übernehmen dürfen.

Mit dem Bausatzanbieter können Sie Kosten einsparen
Mit dem Bausatzanbieter können Sie Kosten einsparen

Preisbeispiele für mögliche Einsparungen

Wie groß das Einsparpotenzial für die einzelnen Gewerke ist, hängt beim Bausatzhaus vom Anteil der Arbeitsleistung ab. Beispielhaft können Sie mit folgenden Einsparungen kalkulieren:

  • Rohbau:                                       60 %
  • Trockenbau:                                 60 %
  • Fassadenarbeiten:                       70 %
  • Maler- und Tapezierarbeiten:       70 %
  • Fliesenarbeiten:                           50 %
  • Laminat verlegen:                        35 %
  • Fenster und Türen einbauen:      20 %

Die Einsparungen bei der Organisation und Koordination der Bauarbeiten liegen bei bis zu 20 % der Gesamtkosten.

Ganz generell lässt sich sagen, dass die Kosten für Bausatzhäuser im Vergleich zum schlüsselfertigen Fertighaus um etwa 50 % niedriger sind. Immer mit Rücksicht darauf, dass für einige Bauleistungen vielleicht doch noch ein Bauunternehmen oder Handwerksbetrieb beauftragt werden muss.

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