Was das Eigenheim kostet und wie man es bezahlt

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Sechsstellig: Die größte Anschaffung im Leben

Architektenhonorar, Handwerkerrechnungen, Versicherungen, Baustellenkosten etc.: Auf Häuslebauer kommen in kurzer Zeit viele hohe Rechnungen zu. Viele dieser Kosten kann man vorher kalkulieren – aber auch auf unangenehme Überraschungen in Gestalt plötzlicher Mehrkosten muss man sich als Bauherr einstellen.

Als Bauherr die Kosten immer im Blick behalten © marcus_hofmann, stock.adobe.com
Als Bauherr die Kosten immer im Blick behalten © marcus_hofmann, stock.adobe.com

Wer diese Verantwortung als Bauherr scheut, fährt wahrscheinlich mit dem Kauf eines Fertighauses oder vom Bauträger besser: Dann hat man in der Regel nur einen (oder wenige) Lieferanten und muss dementsprechend weniger Rechnungen prüfen, überweisen oder gegebenenfalls reklamieren oder nachverhandeln. Allerdings wird der Hausbau damit nicht automatisch billiger.

Es ist wichtig, sich klare finanzielle Limits zu setzen, damit die Kosten nicht aus dem Ruder laufen. Festpreise, wie sie von Generalunternehmern oder Fertighaus-Bauern gesetzt werden, bieten gegenüber der individuellen Planung eine gewisse Sicherheit. Die Kosten sind bei diesen Anbietern nach Baufortschritt gemäß einem Zahlungsplan zu entrichten. Details dazu regelt die Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV).

Faustregel: Ein Quadratmeter Wohnfläche kostet 2.000 Euro

Nach einer Faustregel belaufen sich die reinen Baukosten eines Massivhauses auf etwa 2.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Doch das ist noch längst nicht alles. Hinzu kommen noch die Grundstückskosten, Planungskosten, Erschließung, Baustellenkosten, Versicherungen, Außenanlagen wie Garten, Zäune und Weg sowie Steuern.

Beispielrechnung
Baukosten 130 m2 zu je 2.000 €260.000 €
Erschlossenes Grundstück
500 m2 x 180 €
90.000 €
Kaufnebenkosten (10%), z.B. Notar und Baugenehmigung9.000 €
Planungskosten (Architekt)20.000 €
Baustellenkosten (3% der Baukosten)7.800 €
Bauherrenhaftpflicht und Gebäudeversicherung500 €
Außenanlagen25.000 €
Gesamtkosten412.300 €

Bei einem Haus mit 130 Quadratmetern Wohnfläche lässt sich folgende Modellrechnung machen – wobei die tatsächlichen Abweichungen nach oben oder unten vor allem beim Grunderwerb erheblich sein können.

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Wer ein Haus baut, benötigt einen Plan

Einen Architekten braucht jeder, der sein Haus individuell plant. Das ist kein kleiner Kostenfaktor, denn für den vollen Leistungsumfang berechnet ein Architekt rund 15 Prozent der reinen Baukosten. Das Honorar ist allerdings frei verhandelbar – jedoch gibt die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) eine ungefähre Orientierung. Der Architekt ist nicht nur für den individuellen Entwurf verantwortlich, sondern überwacht auch den Bau und begleitet die Bauherren praktisch bis zum Einzug. Zur Planungsphase gehört oft auch die Ausmessung des Grundstücks und die Erstellung eines Bodengutachtens.

Kein unerheblicher Kostenfaktor: der Architekt © Stockfotos-MG, stock.adobe.com
Kein unerheblicher Kostenfaktor: der Architekt © Stockfotos-MG, stock.adobe.com

Wann wird was bezahlt?

Die wenigsten privaten Bauherren gehen das Unternehmen in eigener Regie an und beauftragen alle Gewerke für die Erstellung ihres Eigenheims selbst (oder durch ihren Architekten). In der Regel wird man einen Bauträger oder einen Generalunternehmer beauftragen, der alles aus einer Hand erledigt, mit anderen Worten: das Haus schlüsselfertig an die Bauherren übergibt.

Bei diesem Prozess, in dem es um sechsstellige Summen geht, kommt es darauf an, dass das Geld des Hauserwerbers geschützt ist und die Leistungserfüllung durch das Bauunternehmen gewährleistet wird. Zu diesem Zweck gibt es die Makler- und Bauträger­verordnung (MaBV), die verbindlich einzuhalten ist. In ihr wird geregelt, zu welchen Zeitpunkten der Bauträger vom Käufer Zahlungen entgegen nehmen darf, zu welchem Zweck er sie verwendet und wie er mit den Geldern verfährt.

Danach gelten folgende Prozentsätze für Abschlagszahlungen:

  • 40 % nach Rohbaufertigstellung, einschließlich Zimmererarbeiten
  • 8 % für die Herstellung der Dachflächen und Dachrinnen
  • 3 % jeweils für die Rohinstallation der Heizungs-, Sanitär- und Elektroanlagen
  • 10 % für den Fenster-Einbau, einschließlich der Verglasung
  • 6 % für den Innenputz, ausgenommen Beiputz-Arbeiten
  • 3 % für den Estrich
  • 4 % für die Fliesen-Arbeiten im Sanitärbereich
  • 12 % nach Bezugsfertigkeit und Zug um Zug gegen Besitzübergabe
  • 3 % für die Fassaden-Arbeiten
  • 5 % nach vollständiger Fertigstellung.

Wichtig: Bezahlt wird erst nach abgelieferter Leistung – es gibt keine Vorkasse.

Fertighausanbieter wie Luxhaus haben oft einfachere Zahlungsbedingungen mit wenige einzelnen Raten:

  • 60 % nach Erstellung Kellerdecke/Bodenplatte und Basishaus
  • 10 % nach Erstellung Technikgewerke
  • 10 % nach Erstellung Ausbaugewerke
  • 10 % nach Fertigstellung
  • 10 % nach Abnahme oder Bezug.

Luxhaus verlangt für diesen Zahlungsplan die Vorlage einer Finanzierungsbestätigung der Bank, dass die Mittel zur Bezahlung des Hauspreises bereitstehen.

Erstellung der Bodenplatte © schulzfoto, stock.adobe.com
Erstellung der Bodenplatte © schulzfoto, stock.adobe.com

Als Bauherr ist man der einzige Amateur unter lauter Profis

Bauherren sollten Zahlungsplan und Bauablaufplan immer im Blick behalten, wenn sein Projekt gelingen soll. Selbst wenn der Hausbau finanziell auf Kante genäht ist, sollten sich der Bauherr unbedingt Fachleute leisten, die seine Interessen wahren: Architekt, Jurist, Bauüberwacher und eventuell ein Bauingenieur. Denn der einzige Amateur unter lauter Profis auf der Baustelle ist der private Bauherr.

Mit der Unterzeichnung des Bauvertrags übernehmen Sie als Bauherr auch verschiedene Aufgaben und Pflichten © artursfoto, stock.adobe.com
Der Zahlungsplan beim Hausbau

Die Kosten für den Hausbau werden in den allermeisten nicht in einer Summe, sondern in Raten abgezahlt. Mit dem Bauvertrag,… weiterlesen

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