Kostenfallen beim Hausbau vermeiden

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Versteckte Kosten und wie man ihnen entgeht

Weil Baufinanzierungen meistens auf Kante genäht sind, sollten Bauherren penibel im Auge behalten, dass die Kosten nicht aus dem Ruder laufen. Das kann nämlich passieren, wenn man erforderliche Ausgaben einfach vergisst, wenn durch Pfusch am Bau Zeitpläne durcheinander geraten oder wenn vertragliche Abmachungen nicht detailliert genug sind. Wenn es ganz schlimm kommt, können diese Kostenfallen den Traum vom eigenen Haus schon vor dem Richtfest platzen lasse.

Gut, wenn auf dem Weg zum Richtfest nichts schiefgeht © DanBu.Berlin, stock.adobe.com
Gut, wenn auf dem Weg zum Richtfest nichts schiefgeht © DanBu.Berlin, stock.adobe.com

Weil 90 Prozent aller Eigenheime heute als „Schlüsselfertighäuser“ entstehen, rät der Verband privater Bauherren (VPB) Häuslebauern, einen Sachverständigen zu engagieren, der Vertragsinhalte sorgsam prüft und vor allem Baufortschritt und Qualität überwacht. Ein solcher Profi ist auch imstande, Kostenfallen rechtzeitig zu identifizieren – bevor aus ihnen womöglich irreparabler finanzieller Schaden entsteht.

Sechs Beispiele für versteckte Kosten:

Bei Verzögerungen drohen Bereitstellungszinsen der Bank

Private Bauherren zahlen ihr Haus nicht erst bei Übergabe, sondern rufen ihr Darlehen über einen längeren Zeitraum Stück für Stück von der Bank ab – abhängig vom Baufortschritt in einzelnen Tranchen. Wenn es zu Verzögerungen am Bau kommt, verschiebt sich die Auszahlung von Teildarlehen. Für diese Übergangsphasen stellen Banken „Bereitstellungszinsen“ in Rechnung. Diese kann man vermeiden, wenn man einen Kreditgeber auswählt, der sein Darlehen „bereitstellungszinsfrei“ anbietet. Bis zu 24 Monate sind möglich.

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Doppelte Kosten, wenn sich der Einzug ins neue Haus verschiebt

Es ist immer vorteilhaft, Zeitpläne beim Bau einzuhalten. Wenn sich nämlich der geplante Einzugstermin nicht halten lässt, kann das dem Bauherrn erhebliche Mehrkosten einbrocken, die nicht einkalkuliert sind: Wer etwa drei Monate länger als geplant in seiner Mietwohnung bleiben muss, zahlt vierstellig drauf. Noch teurer kann es werden, wenn man Wartezeiten bis zum Einzug ins eigene Haus im Hotel überbrücken muss.

Wer ein schlüsselfertiges Haus bestellt, sollte prüfen, was der Bauträger darunter versteht © Marco2811, stock.adobe.com
Wer ein schlüsselfertiges Haus bestellt, sollte prüfen, was der Bauträger darunter versteht © Marco2811, stock.adobe.com

Schlüsselfertig bedeutet nicht bezugsfertig

Viele Bauträger oder Fertighausanbieter werben damit, „schlüsselfertige“ Häuser zu liefern. Der Verband privater Bauherren (VPB) findet den Begriff irreführend und warnt: In 97 Prozent aller Verträge fehlen unentbehrliche Bauleistungen! Beispielsweise enthalten die Verträge mit Bauträgern für schlüsselfertige Bauten, so der VPB, oft keine Hausanschlüsse an das öffentliche Netz (Wasser, Abwasser, Strom, Gas, Telekommunikation) in schlüsselfertigen Bauten. Manchmal fehlte auch der Erdaushub. Unter dem Strich könnten so unverhoffte Mehrkosten in fünfstelliger Höhe entstehen, sagt der VPB. Private Bauherren sollten keinesfalls den Fehler begehen, „schlüsselfertig“ mit „bezugsfertig“ zu verwechseln. Schlüsselfertig ist nach Einschätzung des VPB ein reiner Marketingbegriff.

Unangenehme Überraschungen bei der Anschlussfinanzierung

Seit Jahren gibt es Hauskredite mit zehnjähriger Zinsbindung für weniger als ein Prozent Zinsen. Trotzdem sollten sich Käufer nicht allein an den extrem günstigen Zinsen bei zehnjähriger Laufzeit orientieren: Denn nach dem Auslaufen der ersten Zinsbindung folgt häufig der Schock: Sind die Zinsen in der Zwischenzeit gestiegen, gibt es die Anschlussfinanzierung auf die meist noch hohe Restschuld nur zu schlechteren Konditionen. Darum kann es ratsam sein, mit seiner Bank eine längere Zinsbindung zu vereinbaren, etwa über 20 Jahre. So beugt man einer teureren Anschlussfinanzierung vor.

Hier ist was schiefgegangen! Nicht immer tritt Pfusch am Bau so eindeutig zutage © Egon, stock.adobe.com
Hier ist was schiefgegangen! Nicht immer tritt Pfusch am Bau so eindeutig zutage © Egon, stock.adobe.com

Alptraum für Häuslebauer: Pfusch am Bau

Die Bauherrenvereinigung VPB warnt eindringlich vor Pfusch am Bau. Nur noch jeder zehnte Bauherr engagiere für sein Traumhaus einen Architekten, heißt es vom VBP. Die Folgen: Die Qualität leidet, auf der Baustelle arbeiten immer mehr Subunternehmer, auf die der Bauherr kaum Einfluss hat. Und welcher Häuslebauer kann einem Fliesenleger oder Klempner schon haarklein nachweisen, dass er Murks fabriziert hat. Wenn der Schaden später auffällt, hat der Bauherr den oft beträchtlichen Schaden.

Dringender Rat des VPB: Unbedingt einen Sachverständigen/Bauberater engagieren! Die Investition wird sich auf lange Sicht lohnen.

Kostenrisiko: Altlasten auf dem Grundstück?

Ein frisch erworbenes Grundstück kann unangenehme Überraschungen bergen. Wurde hier mal Altöl gelagert? Ist der Boden überhaupt geeignet, um ein Wohnhaus darauf zu errichten? Dürfen die dort stehenden alten Bäume überhaupt gefällt werden – und was kostet das inklusive der Entfernung der Wurzeln? Derartige Altlasten können die eigene Kalkulation schon vor dem Baubeginn in vierstelliger Höhe belasten.

Wird der Hausbau teurer als gedacht, kann das viele verschiedene Ursachen haben © Dieter Kenz, stock.adobe.com
Haftung bei Baukostenüberschreitung

Wird das vorab geplante Budget für den Hausbau überschritten, hat das insbesondere für die Finanzierung des Projekts Konsequenzen. Gleichzeitig stellt… weiterlesen

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