Der Standsicherheitsnachweis für geplante Gebäude

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Mit der Statik oder dem Standsicherheitsnachweis wird belegt, dass das geplante Gebäude ausreichend tragfähig ist. Diesen Nachweis erstellt der Statiker oder auch Tragwerksplaner auf Basis der Architektenplanung. Diese Bauvorlage ist für jeden Bauantrag mit einzureichen.

Die Standsicherheit eines Gebäudes ist Voraussetzung für eine lange und schadensfreie Lebensdauer © Gernot Krautberger, stock.adobe.com
Die Standsicherheit eines Gebäudes ist Voraussetzung für eine lange und schadensfreie Lebensdauer © Gernot Krautberger, stock.adobe.com

Wie wird die Standsicherheit eines Gebäudes ermittelt?

Anhand der Genehmigungsplanung, die der Entwurfsverfasser im Rahmen der Hausplanung erstellt hat, berechnet der Tragwerksplaner zum einen die voraussichtlich anfallenden Lasten auf die Konstruktion und zum anderen die Dimensionen, die die verschiedenen tragenden Bauteile aufweisen müssen. Dies sind zum Beispiel die Abmessungen des Fundaments, Wandstärken, eventuell erforderliche Träger, Stützen oder Unterzüge sowie die notwendige Dimensionierung der Dachkonstruktion. Berechnet wird die Statik in der Regel mit einem Computerprogramm, die aufgrund von Simulationen der Lastfälle die nötigen Materialstärken und Querschnitte berechnen. Damit auch die Befestigungsmittel und Verbindungen der einzelnen Bauteile den anfallenden Lasten standhalten, sind Detailzeichnungen und Vorgaben zur Konstruktion ebenfalls Teil des Nachweises.

Tipp: Weiterhin dient ein Bodengutachten dem Statiker als Berechnungsgrundlage. Dieses wird vom Bauherrn in Auftrag gegeben und sollte rechtzeitig für die statischen Berechnungen vorliegen.

Der Statiker bemisst anhand der Genehmigungsplanung und der äußeren Einflüsse die Dimensionen von Mauern, Stützen und Dachstuhl © wutzkoh, stock.adobe.com
Der Statiker bemisst anhand der Genehmigungsplanung und der äußeren Einflüsse die Dimensionen von Mauern, Stützen und Dachstuhl © wutzkoh, stock.adobe.com
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Wann ist eine Statik zum Bauantrag erforderlich?

Nicht in jedem Fall muss für die Errichtung eines Wohnhauses auch eine Statik zum Bauantrag eingereicht werden. Dies ist lediglich in Berlin, Brandenburg und Hessen für jedes Bauprojekt erforderlich. In den anderen Bundesländern verzichten die Behörden bei einem für Eigenheime üblichen vereinfachten Baugenehmigungsverfahren auf den Nachweis als Bauvorlage, können jedoch die Einreichung oder Vorlage verlangen. Dennoch sollten statische Berechnungen für jedes Gebäude angestellt werden. Bei einfachen Konstruktionen übernimmt dies in vielen Fällen der Architekt, der – wenn auch kein Bauingenieur – doch die wichtigsten Grundkenntnisse mitbringt und die Bauteile entsprechend dimensionieren kann.

Tipp: Informieren Sie sich vorab, ob für Ihr Bauvorhaben ein Standsicherheitsnachweis vorgelegt werden muss und beauftragen Sie diesen gegebenenfalls rechtzeitig.

Ob und wann eine Statik zum Bauantrag mit eingereicht werden muss, bestimmen die Landesgesetze sowie die Baubehörden © REMINDFILMS, stock.adobe.com
Ob und wann eine Statik zum Bauantrag mit eingereicht werden muss, bestimmen die Landesgesetze sowie die Baubehörden © REMINDFILMS, stock.adobe.com

Prüfung des Standsicherheitsnachweises

Je nach Art und Größe Ihres Hauses sowie des Schwierigkeitsgrades der Konstruktion und der Gebäudeklasse ist ein Standsicherheitsnachweis erforderlich und wird von den Behörden geprüft. Dabei wird ein Prüfstatiker beauftragt, der die Berechnungen des Tragwerksplaners überprüft. Durch dieses Vier-Augen-Prinzip wird noch einmal abgesichert, dass Ihr geplantes Haus auch wirklich in allen Belastungen ausreichend standsicher ist. Ob und wann in eine Prüfstatik verlangt wird, hängt vom jeweiligen Bundesland ab.

Tipp: Die Kosten für den Prüfstatiker tragen Sie als Bauherr. Sie fallen unter die Baunebenkosten und berechnen sich aufgrund der Landes-Baugebührenordnung und in Abhängigkeit von den Rohbaukosten und der Gebäudeklasse.

Was kostet der Standsicherheitsnachweis?

Die Kosten für den Standsicherheitsnachweis sind individuell und pauschal schwer zu benennen. Generell können Sie für Ihr Einfamilienhaus mit Kosten zwischen 1.500 und 2.500 Euro rechnen. Grundlage der Berechnung ist die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI), die allerdings seit einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes gegen Europäisches Recht verstößt und deshalb nur noch als preislicher Anhaltspunkt, aber nicht mehr als bindender Preisrahmen gilt. Dies bedeutet, dass das Honorar des Statikers frei vereinbart werden darf und vertraglich festgelegt wird.

Die Kosten der Statik für ein Einfamilienhaus bewegen sich zwischen 1.500 und 2.500 Euro © PIXMatex, stock.adobe.com
Die Kosten der Statik für ein Einfamilienhaus bewegen sich zwischen 1.500 und 2.500 Euro © PIXMatex, stock.adobe.com
Die Bauzeichnungen in Form von Grundrissen, Schnitten und Ansichten geben dem Bauamt einen Überblick über die Planung zu Ihrem Eigenheim © schulzfoto, stock.adobe.com
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