So wird die Holztreppe renoviert

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Holztreppen sind sehr langlebig und strahlen nach einer Renovierung wieder in neuem Glanz. Dabei ist die Beseitigung von Kleberesten, Kratzern und Löchern genauso wichtig wie die richtige Reinigung vor der Oberflächenbehandlung. Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie die Spuren der täglichen Nutzung mit den richtigen Maßnahmen entfernen. Das Resultat nach diesen kleinen und auch größeren Schönheitsreparaturen wird Sie überzeugen.

Abschleifen der Holzstufen © VRD, stock.adobe.com
Abschleifen der Holzstufen © VRD, stock.adobe.com

Checkliste erstellen – welche Maßnahmen sind notwendig?

Bevor die Renovierungsarbeiten starten, muss die Treppe genau auf Schäden und Gebrauchsspuren untersucht werden. Durch diese Bestandsaufnahme ist eine sinnvolle Planung der Renovierungsarbeiten gewährleistet.

  • Sind Klebereste auf den Stufen, die entfernt werden müssen?
  • Wie tief sind Kratzer und Löcher?
  • Müssen einzelne Stufen ersetzt werden oder ist eine Verblendung notwendig?
  • Muss die Treppe komplett abgeschliffen werden?
  • Wie soll die Oberfläche der Treppe nach dem Schliff aussehen?
  • Knarzt die Treppe beim Begehen?
  • Gibt es Schäden der Treppe, die Einfluss auf die Statik haben?

Achtung: Befragen Sie immer einen Fachmann, falls die Treppenkonstruktion Instabilitäten aufweist. Das gilt ebenso bei Beschädigungen ganzer Stufen oder beim Geländer.

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Dieses Werkzeug wird benötigt

Bei einer Holztreppe entfernen Sie Kratzer und Flecken auf den Stufen einfach durch das Abschleifen der Holzoberfläche. Hierbei wird mit einem speziellen Schleifgerät etwa 0,5 mm der Oberfläche abgetragen. Für ein großflächiges Schleifen nutzen Sie einen Schwing- oder Exzenterschleifer. Ein Deltaschleifer mit dreieckiger Schleiffläche eignet sich bestens, um auch Ecken und Kanten sauber zu bearbeiten. Grundsätzlich beginnen Sie beim Schleifen zuerst mit einem grobkörnigen Schleifpapier und wechseln dann zu feinkörnigem Schleifpapier, um eine riefenfreie Oberfläche zu erhalten. Für sehr unzugängliche Stellen an der Holztreppe nutzen Sie Werkzeuge wie die Ziehklinge, eine Spachtel oder ein Beitel. 

Ein Staubsauger sollte zur Staubentfernung während des Schleifprozesses bereitstehen. Professionelle Schleifgeräte verfügen über einen eigenen Staubfangbeutel oder einen Anschluss für den Staubsauger. Bei allen Arbeitsgängen sollten sie Arbeitshandschuhe tragen. Beim Schleifen ist zudem eine Atemschutzmaske dringend zu empfehlen, damit Sie vor möglichen gesundheitsgefährdenden Bestandteilen im Staub geschützt sind.

Deltaschleifer mit Schleifpapier © Piotr, stock.adobe.com
Deltaschleifer mit Schleifpapier © Piotr, stock.adobe.com

Knarzen der Treppe einfach beseitigen

Holz ist ein hygroskopischer Baustoff. Bei Veränderung der Luftfeuchtigkeit und der Raumtemperatur kann es Wasser aufnehmen oder auch abgeben. Diesen Prozess nennt man Quellen bzw. Schwinden des Holzes. An sich wirkt sich diese Fähigkeit des Holzes sehr positiv auf das Raumklima aus. Durch die Veränderung des Volumens kommt es dazu, dass sich die Treppenteile gegeneinander verschieben. Beim Begehen der Treppe macht sich ein lautes Knacken und Knarzen bemerkbar.

Folgende Methoden eignen sich, um die störenden Geräusche zu beseitigen:

  • Schlagen Sie vorsichtig mit einem Hammer dünne Holzkeile in offene Zwischenräume, um die Treppenteile zu fixieren. Arbeiten Sie dafür von der Treppenrückseite aus und verschließen Sie die Zwischenräume mit Holzkitt.
  • Das Platzieren einer 80 bis 100 mm langen Senkkopfschraube in Stufenmitte von der Tritt- in die Setzstufe fixiert ebenfalls die Treppenbauteile.
Quellen oder Schwinden
Quellen oder Schwinden

Die neue Oberfläche: Lackieren oder Ölen?

Nachdem die Treppe abgeschliffen ist, sollten die Treppenstufen zum Schutz vor Schmutz und Feuchtigkeit mit Öl oder Lack behandelt werden.

Ölauftrag mit einer kleinen Walze © SkyLine, stock.adobe.com
Ölauftrag mit einer kleinen Walze © SkyLine, stock.adobe.com
  • Oberflächenbehandlung mit Öl
    Eine Oberflächenbehandlung mit Öl schützt das Holz, lässt es aber trotzdem atmen. Nach dem Schleifen sind die Poren des Holzes geöffnet und das Öl dringt gut in das Holz ein. Es entsteht eine natürliche Oberfläche und die Optik und Haptik des Holzes werden betont. Die schützende Ölschicht verliert mit der Zeit ihre Wirkung und muss nach einiger Zeit erneuert werden. Hierzu ist aber kein erneutes Abschleifen der Holzstufen erforderlich. Es ist aber möglich, einzelne Kratzer mit der Hand schnell auszubessern. Schleifen Sie hierzu die entsprechende Stelle mit Handschleifpapier ab und tragen Sie im Anschluss das Öl auf.
  • Oberflächenbehandlung mit Lack
    Bei einer Lackierung wählen Sie zwischen einem farbigen oder transparenten Lack. Mit einer Farbe nach persönlichem Geschmack setzen Sie optische Akzente, die Maserung des Holzes kann komplett überdeckt werden. Bei einer transparenten Lackierung erhalten Sie den natürlichen Charakter des Holzes und beeinflussen die Optik des natürlichen Werkstoffes kaum. Lackierungen sind generell sehr robust und bieten langanhaltenden Schutz für das Holz. Ein Wiederholen des Auftrags wie beim Ölen entfällt. Falls ein Kratzer aber die Lackschicht durchdringen sollte, gestalten sich die Ausbesserungsarbeiten komplizierter. Nach dem Abschleifen eines Teilbereichs ist das Holz heller und nach einer Teillackierung ist der Farbunterschied sichtbar.
Oberflächenbehandlung: Öl oder Lack?
Oberflächenbehandlung: Öl oder Lack?

Schritt für Schritt zur renovierten Holztreppe

1. Entfernung der Belagreste und Grundreinigung

Bevor Sie mit der Renovierung der Holztreppe beginnen, müssen Reste von Linoleum, Teppich oder PVC gründlich entfernt werden. Nutzen Sie hierfür einen Spachtel und entfernen Sie zudem auch alle Klebereste. Danach reinigen Sie die Treppe gründlich.

2. Erster Schleifgang: grobes Abschleifen

Um die größten Kratzer und Riefen aus Stufen und Podest zu entfernen, arbeiten Sie am besten mit einem Schwingschleifer und einem Schleifblatt mit 24er Körnung. Um alle Ecken und Kanten zu bearbeiten, ist der Einsatz eines Deltaschleifers mit dreieckiger Schleifscheibe empfehlenswert. Auch die Ziehklinge ist ein Werkzeug, mit dem Sie auch unzugängliche Ecken bearbeiten können.

3. Zweiter und dritter Schleifgang: Verfeinern der Oberfläche

Ist der Grobschliff abgeschlossen, wechseln Sie zu feinerem Schleifpapier, um eine glatte Oberfläche zu erzielen. Der erste Durchgang erfolgt mit einer 40er Körnung, der zweite mit einer 80er Körnung.

Info: Je höher die Körnung eines Schleifpapiers, desto feiner ist das Resultat.

4. Kratzer und Dellen beseitigen

Sind die Kratzer sehr tief im Holz, langen die Schleifgänge nicht aus, die Spuren zu beseitigen. Arbeiten Sie in diesem Fall mit einem Holzreparaturspachtel oder mit Holzkitt. Kleine Dellen machen Sie durch das Lackieren mit Farbe unsichtbar.

5. Feinschliff der Stufen

Der Feinschliff ist der letzte Schliff der Treppe und dient dazu, eine besonders glatte Oberfläche zu erzielen. Nutzen Sie dazu einen Delta- oder Exzenterschleifer mit Schleifpapier in 100er oder 120er Körnung.

6. Zwischenreinigung der Treppe

Saugen Sie die Treppe ab und reinigen Sie mit einem fusselfreien und weichen Tuch, bevor die Grundierung aufgetragen wird.

7. Auftrag der Grundierung

Die Art der Grundierung muss zur späteren Oberflächenbehandlung der Holztreppe passen. Beim Ölen ist nicht zwingend eine Grundierung notwendig.

  • Grundierung für geölte Treppe
    Mit einem Pinsel wird die sogenannte Beize aufgetragen. Sie verleiht dem Holz den Farbton und der natürliche Charakter des Holzes bleibt erhalten. Die jeweiligen Trocknungszeiten finden Sie bei den Herstellerangaben.
  • Grundierung für lackierte Treppe
    Als Grundanstrich reicht für die meisten Lackierungen ein verdünnter Treppenlack, den Sie mit der Rolle oder einem Pinsel auftragen. Beachten Sie die Herstellerangaben zu den Trocknungszeiten und halten Sie diese unbedingt ein.

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8. Grundierungsschliff

Ist die Oberfläche der Holzstufen nach dem Trocknen der Grundierung noch zu rau, sollten Sie einen Grundierungsschliff vornehmen

  • Schleifen Sie mit einem Exzenterschleifer und einer 180er Körnung, bevor Sie mit dem Ölen beginnen. Das Öl später gut in die offenen Holzporen eindringen.  
  • Schleifen Sie mit einer 240er Körnung als Vorbereitung zum Lackieren. So erhalten Sie eine sehr feine Oberfläche.

9. Zwischenreinigung

Es müssen alle Oberflächen der Treppe frei von Staub und Fusseln sein. Erst nach dieser gründlichen Reinigung kann der Öl- oder Lackauftrag beginnen.

10. Endbehandlung mit Öl oder Lack

  • Auftrag von Öl
    Beim Ölen werden zwei Schichten aus unverdünntem Hart- oder Hartwachsöl auf die gereinigte Holzoberfläche aufgetragen. Nach dem ersten Ölauftrag dringt das Öl tief in die offenen Poren des Holzes ein. Lassen Sie das Öl ausreichend lange antrocknen. Danach werden mit einem fusselfreien Tuch überschüssige Ölreste abgetragen.
  • Auftrag von Lack
    Beim Lackieren benötigen Sie je nach Herstellerangaben zwei bis vier aufgetragene Lackschichten. Nach jedem Auftrag sollten Sie eine Trocknungszeit zwischen 1 und 3 Stunden einplanen. Der letzte Lackauftrag muss sogar 7 Tage aushärten. Schonen Sie in der Trocknungsphase unbedingt die Treppe.
Treppe sanieren im Überblick
Treppe sanieren im Überblick

Fazit: Renovierung einer Holztreppe – aus alt wird neu

Es ist schon eine ganze Menge Arbeit, eine alte Holztreppe wieder in Schuss zu bringen. Das Ergebnis wird Sie aber überzeugen. Unschöne Riefen, Kratzer und Macken werden durch Schleifen entfernt und die Holzstufen sehen wie neu aus. Mit Farblack oder Ölen setzen Sie optische Akzente in Ihrem Wohnraum und schützen die Treppe gleichzeitig vor Schmutz und Feuchtigkeit. Als Belohnung erhalten Sie ein Schmuckstück voller Charme und Charakter. Gleichzeitig sparen Sie viel Geld. Der Materialeinsatz ist niedrig und die Arbeiten können Sie mit etwas handwerklichem Geschick leicht selbst erledigen.

Die Treppe nimmt das Design vom Parkettboden auf © Robert Kneschke, stock.adobe.com
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