Kindersichere Treppen planen

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Spielen, toben und schnell mal durch das gesamte Haus rennen – Kinder machen vor nichts Halt, schon gar nicht vor der Treppe. Vor allem Kinder bis 5 Jahre lieben es, die eigene Treppe als Spielplatz oder Klettergerüst zu nutzen. Deshalb ist es wichtig, die Treppe für die kleinen Mitbewohner sicherzumachen, sobald sie in das Krabbelalter kommen. Eine Treppe lässt sich auch nachträglich einfach kindersicher machen. Besser ist es aber, wenn Sie bereits bei der Treppenplanung darauf achten, dass Kinder die Treppe nutzen. Wir klären auf, welche Maßnahmen die Unfallgefahr für Kinder deutlich minimieren.

Gefahrenquelle Treppe © Lena May, stock.adobe.com
Gefahrenquelle Treppe © Lena May, stock.adobe.com

Geländertüren und Treppengitter

Kleine Kinder gehen gerne auf eigene Faust auf Erkundungstour durch das Haus. Die Treppe sollte dafür aber tabu sein. Mit einem Geländergitter oder auch einer Treppenschutztüre sperren Sie den Auf- und Abgang zur Treppe ab. Achten Sie darauf, dass das Geländergitter auch hält, wenn die Kleinen daran rütteln. Zudem sollte die Höhe mindestens 90 cm betragen. Wichtig sind zudem Verriegelungssysteme, die nur von Erwachsenen bedient werden können. Je nach Ausführung können Sie ein Treppengitter auch in einem Türrahmen anbringen und Modelle mit variablen Breiten wählen.

Ein Treppengitter versperrt den Zu- und Abgang zur Treppe © dima_pics, stock.adobe.com
Ein Treppengitter versperrt den Zu- und Abgang zur Treppe © dima_pics, stock.adobe.com

Folgende Arten von Treppenschutzgittern sind im Handel erhältlich:

  • Treppenschutzgitter zum Anschrauben
    Um das Gitter anzubringen, müssen zuerst Löcher in die Wand und das Treppengeländer gebohrt werden. Die Schrauben fixieren das Gitter fest an der Wand, was eine hohe Sicherheit bietet. Wenn das Gitter nicht mehr benötigt wird, bleiben unschöne Bohrlöcher zurück.
  • Treppengitter zum Klemmen
    Diese Treppengitter werden nicht mit der Wand befestigt, sondern geklemmt. Sie sind weniger stabil als Gitter zum Schrauben und benötigen eine Bodenschwelle, die zur Stolperfalle werden kann. Auf starken Druck kann sich ein verklemmtes Gitter auch mal lösen. Treppengitter zum Klemmen eignen sich daher vor allem für Bereiche, an denen die Wand nicht angebohrt werden darf.
  • Treppengitter aus Holz, Metall, Kunststoff oder Acryl
    Zu jedem Einrichtungsstil gibt es das passende Material. Wichtig ist, dass die Oberflächenbehandlung der Schutzgitter schadstofffrei und somit für Kinderspielzeug und Kindermöbel geeignet ist.  Eine Beschichtung sollte der DIN EN 71-3 entsprechen. Die Norm legt die zulässigen Grenzwerte für schädigende und giftige Substanzen fest. Somit ist die Sicherheit Ihres Kindes gewährleistet, auch wenn es die Gitterstäbe in den Mund nimmt.

Tipp: Auf geprüfte Sicherheit achten
Die Kennzeichnung mit dem GS-Zeichen stellt sicher, dass ein Treppenschutzgitter auf Qualität und Sicherheit geprüft ist und die Anforderung des deutschen Produktsicherheitsgesetzes erfüllt. In Deutschland und Europa dürfen über  60 Prüfunternehmen (z. B. TÜV) das GS-Zeichen ausstellen.

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Zusätzlicher Handlauf für Kinder

Treppensteigen müssen Kinder genauso lernen wie das Laufen. Die Handläufe von Treppen sind aber meist nach der Norm DIN 18065 in der Höhe für Erwachsene angebracht und für kleine Kinder unerreichbar. Für zusätzliche Sicherheit beim Üben eignet sich ein zusätzlicher Handlauf in halber Höhe, der für die kleinen Hände gut greifbar ist. Es gibt Handläufe, die mit den Kindern mitwachsen und in der Höhe verstellbar sind.

Holztreppe mit senkrechten Metallgeländerstäben © sergiophoto, stock.adobe.com
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Info: DIN 18065 ist das wichtigste Regelwerk für die Planung und Erstellung von Treppen im Wohnungsbau. Die Norm enthält Höchst- und Mindestmaße, Toleranzen und Berechnungsgrundlagen für die Treppe.

Antirutschbeschichtung auf den Stufen

Kinder sind häufig in Strümpfen im Haus unterwegs. Auf den glatten Stufenoberflächen besteht die Gefahr, auszurutschen. Mit passenden Antirutschmatten aus Textil machen Sie die Treppe rutschfest. Achten Sie auf eine korrekte Fixierung, damit die Matten nicht selbst zur Stolperfalle werden. Auch klebbare Antirutschstreifen auf der Stufenkante erhöhen die Sicherheit. Sowohl Matten als auch Streifen können Sie problemlos wieder von Ihrer Treppe entfernen. Zur Behandlung glatter Stufen gibt es auch spezielle Antirutschbeschichtungen, die mit einem Pinsel oder einer Walze aufgetragen werden.

Stufenmatten verhindern ein Ausrutschen © pridannikov, stock.adobe.com
Stufenmatten verhindern ein Ausrutschen © pridannikov, stock.adobe.com
Rutschschutz bei Treppen
Rutschschutz bei Treppen

Baurechtsleisten

Bei offenen Treppenstufen sollte der Abstand nicht mehr als 12 cm betragen. So ist gewährleistet, dass Kleinkinder nicht durch die Öffnung hindurchfallen. Sind die Abstände zwischen den offenen Stufen größer, empfiehlt sich das Anbringen sogenannter Baurechtsleiten unterhalb jeder Stufe. Meist handelt es sich um Querleisten aus Edelstahl oder Holz, die den offenen Raum zwischen den Stufen absichern. Baurechtsleisten lassen sich einfach montieren und wieder abnehmen, wenn die Kinder größer sind.

Treppenbeleuchtung

Achten Sie bei der Treppe auf eine gute Beleuchtung. Dies dient nicht nur der Sicherheit, sondern verschafft auch eine wohlige Atmosphäre. Bei der Treppenbeleuchtung sollten Sie auf folgende Punkte achten:

  • Licht darf nicht blenden
  • Diffuses Licht vermeiden und auf ausreichende Helligkeit achten
  • Anfang und Ende der Treppe müssen klar erkennbar sein
  • Beleuchtung des Handlaufs
Beleuchtungskonzept für ein sicheres Begehen © Martin Hesko, stock.adobe.com
Beleuchtungskonzept für ein sicheres Begehen © Martin Hesko, stock.adobe.com

Kindersichere Treppe beim Neubau einplanen

Nur sehr selten wird eine Treppe in einem Haus komplett ausgetauscht. In den meisten Fällen handelt es sich um eine Renovierung, die den Treppengrundriss nicht beeinflusst. Auch wenn Kinder erst zu einem späteren Zeitpunkt geplant sind, ist es sinnvoll eine Treppe zu wählen, die in puncto Kindersicherheit optimiert ist. Folgende Eigenschaften einer Treppe tragen zur Kindersicherheit bei:

  • Treppe nicht zu steil planen.
  • Auf gleichmäßige Abstände der Stufen achten.
  • Steigung sollte nicht größer als 18 cm sein.
  • Gerade Treppenverlauf oder gleichmäßige Wendelung.
  • Geländerhöhe mindestens 90 cm.
  • Abstand zwischen den Geländerstäben mindestens 12 cm.
  • Griffige Handläufe, die auch für kleine Hände geeignet sind.
  • Auf gute Ausleuchtung achten, auch der Lichtschalter muss gut erreichbar sein.
Leben Kinder im Haus, muss das Treppengeländer kindersicher sein © Michaela, stock.adobe.com
Leben Kinder im Haus, muss das Treppengeländer kindersicher sein © Michaela, stock.adobe.com

Gesetzliche Vorschriften zur Kindersicherheit bei Treppen

In den Landesbauordnungen schreibt der Gesetzgeber bei der „Anwesenheit von Kindern“ spezielle Regeln vor. In der DIN 18065, dem Treppenregelwerk, werden zudem Anforderung für „unbeaufsichtigte Kleinkinder“ gestellt. In beiden Fällen werden mögliche Gefahren beschrieben, die von einer Treppe ausgehen. Kinder bis zu einem Alter von 5 Jahren werden dabei besonders berücksichtigt.

Sturzprävention bei Kindern: Vorbild sein hilft

Machen Sie es Ihrem Nachwuchs richtig vor. Mit folgenden Punkten können Sie so manchen Unfall auf der Treppe vermeiden:

  • Laufwege auf der Treppe immer frei halten.
  • Üben Sie das Treppensteigen mit Ihrem Kind.
  • Gehen Sie selbst grundsätzlich langsam und halten Sie sich am Handlauf.
  • Eine Hand sollte beim Treppensteigen frei sein, um sich bei einem Sturz besser abfangen zu können.
  • Rutschfeste Socken und passende Hausschuhe mit rutschfestem Profil erhöhen die Sicherheit beim Treppensteigen.
  • Bei Dunkelheit immer das Licht einschalten. Auch tagsüber sollte die Treppe gut ausgeleuchtet sein, vor allem im An- und Austritt.

Fazit: Eine kindersichere Treppe mindert die Sturzgefahr

Kinder gehen gerne auf Entdeckungsreise. Dabei übt die Treppe einen unwiderstehlichen Reiz aus. Mit einfachen Maßnahmen machen die Treppe kindersicher. Im Idealfall planen Sie bei einem Neubau bereits eine Treppe ein, die auch von Kindern einfach zu nutzen ist. Aber auch eine bestehende Treppe kann nachgerüstet werden. Am wichtigsten ist ein Treppenschutzgitter, das kleinen Kinder den Zu- und Abgang der Treppe versperrt ist. Baurechtsleisten unter offenen Stufen verhindern, dass ein Kind durch die Öffnung fällt. Für das Treppentraining mit den Kleinen eignet sich ein Kinderhandlauf und eine Antirutschbeschichtung auf den Stufen.

Plattformlift für einen Rollstuhl © Andrey Lapshin, stock.adobe.com
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