Fenster und Terrassentüren: Gesetzliche Vorschriften

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Für Fenster gibt es gesetzliche Regelungen bezüglich der energetischen Mindestanforderungen und auch bezüglich der Ausrichtung eines Fensters mit Blick auf die Nachbarn. Wenn Sie also Fenster austauschen oder neue Öffnungen für Fenster im Mauerwerk schaffen, müssen Sie bestimmte Vorgaben berücksichtigen – auch, um die Sicherheit für die Bewohner zu gewährleisten.

Mindeststandards für neue Fenster sind im Gebäudeenergiegesetz definiert. Beispielsweise dürfen in beheizten Gebäuden keine einfach verglasten Fenster mehr verwendet werden © Mediaparts, stock.adobe.com
Mindeststandards für neue Fenster sind im Gebäudeenergiegesetz definiert. Beispielsweise dürfen in beheizten Gebäuden keine einfach verglasten Fenster mehr verwendet werden © Mediaparts, stock.adobe.com

Fenster und das Gebäudeenergiegesetz

Beheizte Gebäude unterliegen dem Gebäudeenergiegesetz (GEG). Das Gebäudeenergiegesetz regelt unter anderem den Mindeststandard der Dämmung – und da kommen auch schon die Fenster ins Spiel. Für diese gibt es vorgeschriebene Werte bezüglich des Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert). Dieser U-Wert darf bei der gesamten Fensterkonstruktion eines neuen Fensters höchstens 1,3 betragen. Neue Dachfenster liegen mit einem Mindeststandard von 1,4 nur leicht darüber. Wichtig für Sie ist, dass Sie stets den U-Wert der gesamten Fensterkonstruktion (Uw) – also der miteinander verrechneten U-Werte der Verglasung (Ug) und des Rahmens (Uf) berücksichtigen.

Der U-Wert beschreibt, wie viel Wärme nach außen gelassen wird.
Der U-Wert beschreibt, wie viel Wärme nach außen gelassen wird.

Als Mindeststandard für die Verglasung gilt ein Ug-Wert von höchstens 1,1. Ausnahmen hierfür gibt es nur unter bestimmten Voraussetzungen – beispielsweise, wenn beim Tausch einer kaputten Verglasung der alte Rahmen nicht für das neue Glas geeignet ist.

Achtung: Auch, wenn Sie diese Mindestanforderungen an ein neues Fenster erfüllen, reicht dies nicht aus, um eine Kfw-Förderung für diese Modernisierungs- beziehungsweise Baumaßnahme zu erhalten. Dafür darf der U-Wert der Fensterkonstruktion nämlich höchstens 0,95 bei normalen Fenstern und 1,0 bei Dachfenstern liegen.

Baurecht: Fenstergröße und Fallschutz

Zur Fenstergröße gibt es in den Landesbauverordnungen der einzelnen Bundesländer unterschiedliche Regelungen. Entsprechend ihrem Wohnort ist es deshalb ratsam, sich zu den geltenden Regelungen in ihrem Bundesland zu informieren. Grundsätzlich sind die Vorgaben aber ähnlich.

Sicherheitsgeländer an bestimmten Fenstern sind gesetzlich vorgeschrieben © Hermann, stock.adobe.com
Sicherheitsgeländer an bestimmten Fenstern sind gesetzlich vorgeschrieben © Hermann, stock.adobe.com

Beispielsweise müssen Fenster in den oberen Stockwerken, deren Brüstung unter einer bestimmten Höhe bleibt, oder die komplett bis zum Boden reichen und deren Außenseite nicht gefahrlos von innen geputzt werden kann, mit einer entsprechenden Vorrichtung, etwa einem Geländer, gesichert werden. Auch muss ein Kellergeschoss ohne normale Fenster mindestens eine Öffnung ins Freie aufweisen.

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Bezüglich der Rettungswege innerhalb eines Gebäudes gibt es ebenfalls Vorschriften für bestimmte Fenster, die für den Notfall eine entsprechende Größe und einen vorgeschriebenen Abstand zum Fußboden aufweisen müssen. Dies soll Personen in einer Notlage ermöglichen, über das Fenster auf sich aufmerksam zu machen und gegebenenfalls durch das Fenster von der Feuerwehr gerettet zu werden.

Fenster, Licht und Nachbarschaft

Die Vorgaben bezüglich Fenster- und Lichtrecht sind ebenfalls Ländersache. Sie sind in den Nachbarschaftsgesetzen zu finden. Die Regelungen bezüglich der Fenster eines Gebäudes können speziell dann für Sie wichtig werden, wenn eine neue Fensteröffnung geschaffen werden soll oder wenn der Nachbar auf seinem Grundstück Veränderungen vornimmt, die ein bestehendes Fenster in Bezug auf den Lichteinfall beeinträchtigen könnten.

Neue oder nachträglich stark vergrößerte Fensteröffnungen oder Terrassentüren in einem Gebäude müssen beispielsweise einen Mindestabstand zur Grundstücksgrenze einhalten oder andernfalls vom Nachbarn explizit genehmigt werden. Denn durch die neue Öffnung könnte sich der Nachbar bei zu geringem Abstand zu seinem Haus durch mehr Lärm gestört oder auch beobachtet fühlen. Ihr Nachbar kann bei einer Unterschreitung des Mindestabstands eines Fensters, das in Richtung seines Grundstücks zeigt, von vornherein sein Veto einlegen.

Ausblick aufs Nachbargrundstück? Wenn Sie ein neues Fenster im Gebäude schaffen, müssen Sie sichergehen, dass Sie den Mindestabstand einhalten. Andernfalls kann Ihr Nachbar sein Veto einlegen © auremar, stock.adobe.com
Ausblick aufs Nachbargrundstück? Wenn Sie ein neues Fenster im Gebäude schaffen, müssen Sie sichergehen, dass Sie den Mindestabstand einhalten. Andernfalls kann Ihr Nachbar sein Veto einlegen © auremar, stock.adobe.com

Andersherum kann es natürlich auch sein, dass Ihr Nachbar ein neues Fenster oder eine Terrasse mit einer Terrassentür schafft. Was Sie abnicken und Sie im ersten Moment nicht zu stören scheint, kann Ihnen aber möglicherweise später einmal ein Dorn im Auge sein, weil Sie wegen des neuen Fensters oder der neuen Terrasse mit großer Glasfront des Nachbarn auf Ihrem eigenen Grundstück bestimmte bauliche Veränderungen nicht mehr so vornehmen können, wie Sie sich das vorgestellt haben.

Nachbarrechtsgesetze der Länder unterscheiden sich

In den Nachbarrechtsgesetzen der Länder gibt es allerdings zahlreiche und sehr unterschiedliche Ausnahmen, die neben Abstandsregelungen, Winkelangaben und anderen baulichen Besonderheiten mitunter auch mit Fristen bezüglich der Benachrichtigung des Nachbarn oder der Bauaufsichtsbehörde zu tun haben – ein Grund mehr, sich mit dem aktuellen Gesetzestext des Bundeslandes zu befassen, in dem Sie zuhause sind. Denn wenn Ihr Nachbar sich an Ihrem neuen Fenster stört und Sie bestimmte Vorschriften nicht beachtet haben, kann das unangenehm werden.

Nachbarrechtsgesetze regeln Abstände beim Fensterbau
Nachbarrechtsgesetze regeln Abstände beim Fensterbau

Bedenken Sie:
Grundsätzlich ist es stets ratsam, vorab mit den Nachbarn zu sprechen, speziell bei neuen Fenstern oder Terrassentüren, die in Richtung des Nachbargrundstücks zeigen und durch welche Sie zusätzlichen Einblick auf das Nachbargrundstück gewinnen. So vermeiden Sie böse Überraschungen und eventuellen Unmut, der vermeidbar wäre und langfristig das nachbarschaftliche Verhältnis zerrütten könnte.

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