Estrich: Risse reparieren

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Risse im Estrich reparieren? Ja, das geht. Allerdings kommt es darauf an, warum diese entstanden und wie groß sie sind. Denn es nützt nicht viel, einen Riss zu reparieren, dessen Ursache weiterhin besteht und deshalb weitere Risse vorprogrammiert sind. Warum kommt es also überhaupt zu Rissen im Estrich – und wann lohnt sich eine Reparatur? Worauf müssen Sie achten? Und: Kommen Risse auch vor, wenn Profis den Estrich verlegt haben? Damit es im weiteren Verlauf Ihres Bau- oder Sanierungsprojekts kein böses Erwachen gibt, sollten Sie diesbezüglich einige grundsätzliche Dinge wissen.

Einen Riss im Estrich können Sie reparieren © hanohiki, stock.adobe.com
Einen Riss im Estrich können Sie reparieren © hanohiki, stock.adobe.com

Woher kommen Risse im Estrich?

Risse in Estrich entstehen entweder bereits während der Trocknungsphase oder auch erst nach Jahren. Je nachdem, welchen Estrich Sie verlegen, wo dieser aufgebracht wurde und ob eine Fußbodenheizung im Spiel ist, kann die Ursache für die Risse unterschiedlich sein.

Zeigen sich Risse im Estrich, muss man deshalb zunächst prüfen, worauf sie zurückzuführen sind.

Insbesondere bei großen Räumen muss bei der Verlegung von Estrich stets für Dehnungsfugen gesorgt werden; ansonsten kommt es zu übermäßigen Spannungen und damit zu Spannungsrissen im Estrich.

Randdämmstreifen sind beim Verlegen von Nassestrich unerlässlich. Bei größeren Flächen müssen auch Dehnungsfugen sein © WoGi, stock.adobe.com
Randdämmstreifen sind beim Verlegen von Nassestrich unerlässlich. Bei größeren Flächen müssen auch Dehnungsfugen sein © WoGi, stock.adobe.com
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Denn auch trotz fachlich exakter Ausführung kann Estrich bei ungünstigen Rahmenbedingungen wie beispielsweise Zugluft während der ersten 48 Stunden nach dem Aufbringen an verschiedenen Stellen unterschiedlich schnell trocknen. Dabei kann es zu Haarrissen kommen. Sie gehen meist nicht sehr tief und können in der Regel toleriert werden. Zu schnelle Austrocknung bei Heizestrichen kann auch zu sogenannten Schrumpf- und Setzungsrissen führen, insbesondere dann, wenn die Fußbodenheizung zu früh eingeschaltet wird.

  • Setzungen: Wenn der Untergrund, auf dem der Estrich liegt, sich setzt oder sich bewegt, kann dies zu Rissen oder Unebenheiten im Estrich führen. Allein das Gewicht von schwimmend verlegtem Estrich auf einer Dämmschicht kann diese zusammendrücken, wodurch der Estrich absackt und reißt. Das passiert mitunter, wenn Sie ungeeignetes Dämmmaterial verwenden. Solche Setzungen können auch entstehen, wenn die Estrichschicht zu dünn ist aufgrund anderer Baufehler am Gebäude entstehen.
  • Zu frühe Belastung: Wenn Sie sich nicht penibel an die Vorgaben des Herstellers halten und die Restfeuchte eines neuen Estrichbelags nicht kontinuierlich überwachen, kann es passieren, dass der Estrich noch nicht fest genug ist. Wenn Sie ihn dann betreten, kann das den Belag beschädigen.
  • Unzureichende Dehnungsfugen und Dämmstreifen: Speziell bei größeren Estrich-Flächen sindDehnungsfugen und Dämmstreifen entlang der Wände besonders wichtig. Fehlen diese, kann der Estrich sich nicht ausdehnen und zusammenzuziehen. In der Folge entstehen Risse. Gerade bei darunter verlegter Fußbodenheizung und zu schneller Austrocknung des Estrichs entstehen so gerne mindestens feine Haarrisse, schlimmstenfalls kann der gesamte Estrich innerhalb kürzester Zeit von groben Rissen durchzogen sein. Das gilt für Zementestrich wie auch für Anhydritestrich gleichermaßen.
  • Ungleichmäßige Trocknung: Wenn Sie einen frischen Estrichbelag Zugluft aussetzen, trocknet er ungleichmäßig. Dadurch entstehen Spannungen innerhalb des Estrichs.
  • Chemische Einwirkungen: Bestimmte Chemikalien, wie Säuren oder Laugen, können den Estrich angreifen und seine Festigkeit oder Oberflächenbeschaffenheit beeinträchtigen.
  • Falsche Mischung: Ist bereits beim Anmischen des Estrichs ein Fehler aufgetreten, kann das dazu führen, dass seine Eigenschaften in Bezug auf das Verdichten, Aushärten und Trocknen sich verändern.   Daraus können sich strukturelle Probleme ergeben, die zu Rissen führen.
  • Abnutzung: Im Laufe der Zeit können mechanische Belastungen die Oberfläche des Estrichs abnutzen und beschädigen. Das passiert vor allem bei Estrich, der selbst als finaler Bodenbelag dient, beispielsweise in Garagen oder Kellerräumen.
  • Frost: Wiederholte Frost- und Tauzyklen führen bei Estrich im Außenbereich dazu, dass Wasser in die Poren oder feine Risse eindringen kann. Wenn es friert, dehnt es sich aus. Das führt zu Rissen und kann unter Umständen auch auf dem Estrich verlegte Platten regelrecht absprengen.
Mögliche Ursachen für Risse im Estrich
Mögliche Ursachen für Risse im Estrich

Sie sehen: Art und das Ausmaß der Schäden an Estrich können stark variieren. Bevor Sie sich daran machen, einen Riss zu reparieren, gehen Sie der Ursache auf den Grund. Denn falls fehlende Dehnungsfugen, falsches Dämmmaterial oder eindringende Feuchtigkeit ursächlich sind, werden auch nach der Reparatur über kurz oder lang neue Risse entstehen. Um die Schäden zu minimieren, ist eine ordnungsgemäße Planung, Vorbereitung und Pflege des Estrichs erforderlich, einschließlich der Berücksichtigung der oben genannten potenziellen Schadensursachen. Sofern die Ursache nicht so schwerwiegend ist, dass Sie den Estrich komplett neu verlegen müssten, können Sie Risse und kleinere Löcher reparieren.

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Risse im Estrich reparieren

Die Reparatur von Rissen in Estrich muss sehr sorgfältig erfolgen. Es reicht nicht aus, den Riss lediglich mit neuem Estrich oder Spachtelmasse zu füllen. Sie müssen die Risse zunächst entsprechend vorbereiten und nach dem Auffüllen zusätzlich mit Estrichklammern stabilisieren.

Sie brauchen:

  • Winkelschleifer beziehungsweise „Flex“
  • Gießharz, alternativ kunststoffverstärkter Mörtel
  • Estrichklammern
  • Quarzsand
  • Staubsauger
  • Gummihandschuhe

Zunächst sollten Sie überprüfen, ob der Riss überhaupt groß genug ist, um die Reparaturmasse hineinzufüllen. Ist der Riss zu schmal, kann das Harz nicht tief genug eindringen. Zudem sollten die Ränder des Risses nicht spröde sein. Flexen Sie deshalb als Erstes den Riss mit einem Winkelschleifer auf eine Breite von etwa 0,5 Zentimeter und bis in eine Tiefe von etwa 2 Zentimetern auf. Danach schneiden Sie im rechten Winkel entlang des Risses im Abstand von 20 bis 25 Zentimetern Schlitze für die Estrichklammern.

Mit der Flex müssen die Risse im Estrich vor der Reparatur erweitert werden © Anselm, stock.adobe.com
Mit der Flex müssen die Risse im Estrich vor der Reparatur erweitert werden © Anselm, stock.adobe.com

TIPP

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Reinigen Sie die Schlitze und den Riss gründlich von Staub. Dann füllen Sie die Reparaturmasse in Riss und Schlitze. Danach müssen Sie rasch die Estrichklammern, in die mit Gussharz gefüllten Querschlitze einsetzen. Das Gussharz härtet zügig aus, deshalb ist hier Schnelligkeit gefragt. Zwar könnten Sie die Estrichklammern auch einsetzen, bevor Sie das Gussharz einsetzen. Allerdings riskieren Sie dann, je nach Konsistenz der verwendeten Harzmischung, dass die Masse die Klammern nicht komplett an allen Stellen umschließt.

Mit einem Spachtel können Sie dann überschüssiges Harz entfernen.

Bevor die Masse komplett ausgehärtet ist, sollten Sie nun noch Quarzsand auftragen. Das ist wichtig, weil auf der ausgehärteten Harzmischung weitere Bodenbeläge nicht gut haften würden. Die dünne Schicht aus Quarzsand behebt dies. So ist das Aufbringen von einem darüber liegenden Bodenbelag wie etwa Fliesen oder Teppichboden kein Problem mehr.

Lassen Sie den Riss mindestens über Nacht aushärten.

Einzelne Schritte einer Risssanierung im Estrich
Einzelne Schritte einer Risssanierung im Estrich

Achtung: Grundsätzlich sollte die Tiefe der Schlitze nie mehr als zwei Drittel der Dicke des Estrichs betragen. Wenn auch noch eine Fußbodenheizung unter dem Estrich verlegt ist, müssen Sie sicher sein, dass Sie dabei die Rohre nicht beschädigen! In diesem Fall ist es ratsam, eine Fachfirma zu beauftragen!

Für kleinere Risse sind komplette Reparatur-Kit im Handel erhältlich.  Diese enthalten in der Regel alles, was Sie brauchen: Estrichklammern, Zweikomponentenharz, Quarzsand, Handschuhe, Spritzwerkzeug zum Einbringen der Harzmischung.

Für sehr großflächige Ausbesserungen kommt ein reines Harzgemisch als Füllmasse recht teuer. Hier lohnt es sich, auf kunststoffverstärkten Zement zu setzen. Dabei müssen Sie beachten, dass bei diesem Material die Trocknungszeit mehrere Wochen beträgt. Diese größeren Flächen können beispielsweise Hohlstellen im Estrich sein. Diese entstehen, wenn sich der Verbundestrich vom Untergrund löst. In so einem Fall müssen Sie die Stelle großzügig ausschneiden, den Teil des Estrichs herauslösen und entfernen. Wenn Sie den tragenden Untergrund an der entsprechenden Stelle sorgfältig gereinigt und grundiert haben, können Sie die Fläche mit Reparaturmasse auffüllen, glätten und aushärten lassen.

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