Die sichere Entsorgung von Asbest

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Wie wird Asbest richtig entsorgt und welche Kosten entstehen dabei?

Der früher beliebte Baustoff Asbest ist heute als enorm gesundheitsgefährdend bekannt © Thomas Linß, stock.adobe.com
Der früher beliebte Baustoff Asbest ist heute als enorm gesundheitsgefährdend bekannt © Thomas Linß, stock.adobe.com

Asbest – kaum ein anderer Baustoff verursacht heute derart großes Unbehagen und Unsicherheit. Schließlich ist inzwischen allgemein bekannt, dass Asbest krebserregend und somit gesundheitsschädlich sein kann. Bis vor einigen Jahrzehnten war der Baustoff allerdings äußerst beliebt und wurde in zahlreichen Einfamilienhäusern verbaut. Deshalb stehen viele Immobilienbesitzer heute vor dem Problem, Asbest entsorgen zu müssen. Doch wie genau funktioniert die unbedenkliche Entsorgung von Asbest und kann man diese vielleicht sogar selbst übernehmen? Unser Ratgeber klärt über die gesetzlichen Vorgaben, mögliche Risiken und Kosten sowie nützliche Tipps rund um die Asbestentsorgung auf.

Was ist Asbest?

Bevor genauer darauf eingegangen wird, weshalb die Entsorgung von Asbest heute für viele Immobilienbesitzer problematisch ist, widmen wir uns der Frage: Was ist Asbest eigentlich genau? Anders als viele vielleicht vermuten mögen, handelt es sich hierbei nämlich nicht um einen einzelnen Werkstoff. Asbest ist vielmehr ein Oberbegriff für verschiedene Silikatfasern. Diese wurden bis vor einigen Jahren noch als „Wunderfaser“ bezeichnet, haben sie doch etliche positive Eigenschaften:

  • hohe Festigkeit
  • hitzebeständig
  • säurebeständig
  • gute Dämmfähigkeit
  • gute Verarbeitung
  • hohe Langlebigkeit

Kein Wunder, dass Asbestfasern in den 1950er Jahren schnell zu einem beliebten Baustoff avancierten. Bis zum Beginn der 1990er Jahre nutzte man Asbest unter anderem für die Herstellung von Dachschindeln, Fassadenverkleidungen, Dach-Wellplatten, Isolierungen – ja sogar Aschenbecher und Blumentöpfe wurden aus Asbest hergestellt.

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Für die Entfernung von Asbest einen Fachmann beauftragen © Lucaz80, stock.adobe.com
Für die Entfernung von Asbest einen Fachmann beauftragen © Lucaz80, stock.adobe.com

Info: Wenn Sie befürchten, dass in Ihrer Immobilie Asbest verbaut wurde, sollten Sie am besten umgehend einen entsprechenden Fachmann beauftragen. Dieser entnimmt Proben und analysiert diese. Sind die Ergebnisse positiv, sollten Sie über Sanierungsmaßnahmen nachdenken. Der Fachmann erklärt Ihnen gern, wo im Haus Asbest verbaut ist und wie mögliche Sanierungsmaßnahmen aussehen könnten.

Warum ist Asbest so gefährlich?

Noch bis zum Ende der 1980er Jahre war Asbest als Baustoff groß in Mode. Heute möchten Immobilienbesitzer die einstige Wunderfaser so schnell wie möglich loswerden. Der Grund: Asbest gilt als stark gesundheitsgefährdend und kann die sogenannte Asbestose (Asbestlunge) oder sogar Lungenkrebs auslösen. Deshalb sind Herstellung und Verwendung von Asbest in Deutschland (sowie vielen weiteren Ländern) mittlerweile verboten.

Gesundheitsrisiko: Asbestfasern sind auch im Körper extrem haltbar
Gesundheitsrisiko: Asbestfasern sind auch im Körper extrem haltbar

Das große Problem bei Asbest ist seine faserartige Beschaffenheit: Die Fasern sind derart fein und filigran, dass sie beim Einatmen in die Lunge gelangen. Dort wiederum können sie nicht abgebaut werden und so die Entstehung von Krankheiten wie Lungenkrebs begünstigen. Vergleichbare Schwierigkeiten ergaben sich in der Vergangenheit auch mit künstlichen Mineralfasern. Entsprechend müssen – genau wie bei Asbest – auch bei der Entsorgung von Mineralwolle besondere Sicherheitsbestimmungen berücksichtigt werden.

nsbesondere beschädigter Asbest ist überaus gefährlich © ognjeno, stock.adobe.com
Insbesondere beschädigter Asbest ist überaus gefährlich © ognjeno, stock.adobe.com

Grundsätzlich lassen sich die meisten Produkte, die aus Asbest hergestellt wurden, in drei verschiedene Kategorien unterteilen:

  1. schwach gebundener Asbest
  2. mäßig bis fest gebundener Asbest
  3. fest gebundener Asbest

Entscheidend ist, dass nicht alle Arten von Asbestprodukten gleichermaßen gefährlich sind. Bei fest gebundenem Asbest sind in der Regel nur bis zu 15 % der Fasern enthalten. Diese wiederum sind dauerhaft gebunden und können nur freigesetzt werden, wenn das betreffende Objekt stark angegriffen oder beschädigt wird. Deshalb geht beispielsweise von alten Eternitplatten (Asbestzement) nur eine begrenzte Gefahr aus, sofern die Platten intakt und unbeschädigt sind.

Schwach gebundener Asbest, wie er beispielsweis bei Dichtungsmaterialien, der Verkleidung von Nachtspeicheröfen oder anderen Bereichen eingesetzt wurde, besitzt dagegen ein deutlich höheres gesundheitliches Gefährdungspotenzial. Zum einen besitzen die Produkte einen Asbestanteil von mehr als 60 %, zum anderen sind die Fasern nur schwach gebunden und können sich sehr schnell lösen und dann in die Atemluft gelangen.

Nicht alle Asbest-Arten sind gleich gefährlich
Nicht alle Asbest-Arten sind gleich gefährlich

Wichtig: Während Asbestfasern in Deutschland längst nicht mehr verwendet werden dürfen, sieht das in anderen Ländern leider noch anders aus. In China beispielsweise ist die Nutzung und Verarbeitung weiterhin erlaubt. Deshalb sollten Sie bei aus dem Ausland stammenden Baustoffen immer zweimal hinschauen.

Asbest entsorgen: Worauf muss man bei der Entsorgung von Asbest achten?

Asbest ist ein äußerst gesundheitsgefährdender Stoff, dessen Herstellung und Verarbeitung in Deutschland seit rund 30 Jahren verboten ist. Entsprechend ist es nicht ratsam, Asbest einfach auf eigene Faust abzutragen und zu entsorgen. Schließlich kann hierdurch eine beträchtliche Gefahr für die eigene Gesundheit sowie für die Unversehrtheit anderer entstehen. Deshalb gilt für die Entsorgung von Asbest die Technische Regel für Gefahrstoffe 519 für den Umgang mit Asbest (TRGS 519).

Nur für Profis: Bei der Entsorgung von Asbest gibt es strenge rechtliche Vorgaben
Nur für Profis: Bei der Entsorgung von Asbest gibt es strenge rechtliche Vorgaben

Die TRGS 519 beschreibt detailliert, welche Regeln und Richtlinien zu befolgen sind, wenn man Asbest entsorgen möchte. Dabei wird zwischen den verschiedenen Produktkategorien (schwach oder fest gebundener Asbest) unterschieden. Auch die Fragen, ob der Asbest außen oder innen am Haus verbaut ist und wie lange es dauert, um ihn zu entfernen, sind maßgeblich.

Grundsätzlich gilt: Asbest sollte immer nur von fachkundigen Personen abgebaut werden. Es müssen streng regulierte Sicherheitsvorkehrungen, wie beispielsweise das Tragen spezieller Schutzkleidung, eingehalten werden. Darüber hinaus ist allein der Transport größerer Mengen Asbest ausschließlich mit einer entsprechenden Genehmigung zulässig. Wir empfehlen daher grundsätzlich die professionelle Entsorgung – so vermeiden Sie nicht nur ein gesundheitliches Risiko, sondern sparen sich zudem viel Zeit und Nerven.

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Die wichtigsten Regeln bei der Entsorgung von Asbest

Da die Entsorgung von Asbest immer über spezielle Fachfirmen erfolgen sollte, werden wir an dieser Stelle nicht alle geltenden Vorschriften für die Asbestentsorgung auflisten. Die folgende Aufstellung bietet einen ersten Überblick und zeigt, wie aufwendig eine korrekte Asbestentsorgung sein kann.

  • alle an der Entfernung von Asbest beteiligten Personen müssen Schutzkleidung tragen
  • eine Staubentwicklung muss durch Befeuchten des Asbests verhindert werden
  • eine staubdichte Verpackung von Asbest (Big Bags oder Spezialfolien) ist vorgeschrieben
  • Entsorgung nur als Sondermüll auf speziellen Deponien
  • Transport von Asbest nur mit Transportgenehmigung, Entsorgungsnachweis und Abfallbegleitschein
  • Asbest muss als gefährlicher Sondermüll gekennzeichnet sein

Wichtig: Wer Asbest nicht ordnungsgemäß entsorgt, muss mit hohen Bußgeldern rechnen und mitunter sogar eine Freiheitsstrafe in Kauf nehmen. Bußgelder drohen bereits, wenn beim Abbau von Asbest keine Schutzkleidung getragen wird oder Asbest mit anderen zur Entsorgung vorgesehenen Baustoffen gemischt wird. Allein um dieses Risiko nicht einzugehen, sollten Sie sich beim Entsorgen von Asbest stets auf die Hilfe professioneller Entsorgungsunternehmen verlassen.

Bei der Entsorgung von Asbest ist persönliche Schutzkleidung ein Muss © RioPatuca Images, stock.adobe.com
Bei der Entsorgung von Asbest ist persönliche Schutzkleidung ein Muss © RioPatuca Images, stock.adobe.com

Was kostet die Entsorgung von Asbest?

Die Entsorgung von Asbest ist leider nicht gerade günstig. Als größter Posten schlägt dabei jedoch nicht einmal die Entsorgung selbst, sondern der vorangegangene Abbau zu Buche. Hier müssen Sie im Inneren mit Kosten von 30 bis 40 Euro pro Quadratmeter rechnen. Der Abbau von asbesthaltigem Fassadenmaterial und Dachplatten kann etwas günstiger ausfallen.

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Neben den reinen Kosten für den Abbau müssen natürlich noch die Entsorgungskosten kalkuliert werden. Hier haben manche Entsorgungsunternehmen spezielle Konditionen zu bieten, dank derer die Entsorgung auf entsprechenden Deponien etwas günstiger werden kann. Trotzdem sollten Sie sich idealerweise mehrere Angebote unterschiedlicher Firmen unterbreiten lassen. So können Sie die Kosten der Asbestentsorgung besser vergleichen. Extratipp: Lassen Sie sich am besten einen Gesamtpreis errechnen, bei dem alle Einzelleistungen separat gelistet werden. So schützen Sie sich vor bösen Überraschungen und können mit fixen Kosten kalkulieren.

Info: Sie verfügen über Elektrogeräte, in denen Asbest verbaut ist, oder besitzen noch alte Gartenmöbel aus Asbest? Derartige Kleinstmengen können Sie natürlich auch selbst entsorgen – hier brauchen Sie keine Transportgenehmigung oder einen Abfallbegleitschein. Alle anderen Regeln, die für die Entsorgung gelten, sind auch hier gültig.

Asbest muss in Spezialsäcken mit spezieller Kennzeichnung entsorgt werden © Soluno, stock.adobe.com
Asbest muss in Spezialsäcken mit spezieller Kennzeichnung entsorgt werden © Soluno, stock.adobe.com

Sicher, schnell, kostengünstig: 3 Tipps für die Entsorgung von Asbest

Wer eine Immobilie erwirbt, in der Asbest verbaut wurde, muss bei Abbau und Entsorgung mit hohen Kosten rechnen. So liegen die Kosten für die Entsorgung einer asbesthaltigen Dacheindeckung gut und gern im fünfstelligen Bereich. Umso besser, wenn es vielleicht das eine oder andere Mittel gibt, um bei der Entsorgung von Asbest ein bisschen Geld zu sparen.

Tipp 1: Sachkundenachweis überprüfen

Sie haben ein Entsorgungsunternehmen oder einen Containerdienst gefunden, der Ihnen eine günstige Asbestentsorgung anbietet? Lassen Sie sich nicht allein von günstigen Preisen locken, sondern bestehen Sie darauf, einen Sachkundenachweis gemäß TRGS 519 zu sehen. Nur so können Sie sichergehen, dass die Firma über die entsprechenden Erfahrungen und Befugnisse verfügt, um den Asbest abzubauen und zu entsorgen.

Tipp 2: Asbest nicht zwischenlagern

Wenn Asbest abgebaut wurde, gilt es, diesen schnellstmöglich zu entsorgen. Ein längeres Zwischenlagern des gefährlichen Stoffes ist nicht erlaubt, weil dabei größere Mengen der gefährlichen Fasern freigesetzt werden könnten. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass eine zusätzliche Beschädigung des Asbests vermieden wird, weil auch dadurch das Gesundheitsrisiko steigt.

Tipp 3: Vorabanfrage spart späteren Ärger

Bevor Sie Asbest entsorgen, sollten Sie sich mit der entsprechenden Annahmestelle in Verbindung setzen und die genauen Konditionen klären. Asbest kann nämlich längst nicht überall dort angenommen werden, wo andere unproblematische Abfallarten zu entsorgen sind. Beim entsprechenden Entsorgungsfachbetrieb erhalten Sie außerdem Kennzeichnungsaufkleber, Big Bags sowie Folien zum Auskleiden von Transportcontainern.

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